Liszt lockt zum Spielvergleich

Großer Andrang beim 8. Internationalen Franz-Liszt-Klavierwettbewerb in Bayreuth und Weimar

Liszt lockt zum Spielvergleich

 Im Reigen der großen traditionellen Klavierwettbewerbe einen Platz mit Renommée zu ergattern ist nicht einfach. Dem vor 20 Jahren aus der Taufe gehobenen und nach Franz Liszt benannten Concours in Bayreuth und Weimar (wo die Hochschule der Musik zu den Initiatoren gehört) ist dies längst gelungen, denn er steht mittlerweile gleichberechtigt neben den beiden anderen bedeutenden Wettbewerben, die dezidiert das Werk Franz Liszts in den Leistungsvergleich stellen (Budapest und Utrecht). Weimars nach dem Komponisten benannte Hochschule und die Stadt Bayreuth laden vom 20. Oktober an zur mittlerweile achten Ausgabe des Wettbewerbs ein, dessen erste Runde in der Wagnerstadt, die weiteren Runden in der Goethestadt zu absolvieren sind.

 

Knapp 100 Teilnehmer aus 24 Ländern haben sich für diesen pianistischen Wettstreit angemeldet, wobei der Anteil an Russen, Südkoreanern und Chinesen besonders hoch ist, aber auch Künstler aus noch ferneren Regionen kommen, beispielsweise aus Australien, Chile und Indonesien. Zum Eröffnungskonzert lädt der Klavierwettbewerb am Dienstag, 20. Oktober, in den Europasaal des „Zentrums“ in Bayreuth. Es spielt der renommierte Pianist Boris Bloch. Anschließend beginnen die Wertungsrunden, in denen neben Liszts Werken auch solche von Bach, Chopin, Beethoven und Ligeti zu Prüfsteinen werden.

 

Im Wettbewerbsverlauf werden sich die Geister spätestens in der dritten Runde scheiden, denn dann steht mit Franz Liszts monumentaler Klaviersonate h-moll einer der schwierigsten pianistischen Brocken des Repertoires auf dem Programm. Besser lässt sich Vergleichbarkeit wohl kaum erzielen. Die international besetzte Jury unter dem Vorsitz der Weimarer Klavierprofessorin Gerlinde Otto entscheidet anschließend, wer am 31. Oktober beim Finalkonzert mit der Staatskapelle Weimar Liszts Klavierkonzerte bzw. den „Totentanz“ aufführen darf. Das Preisträgerkonzert wird dann wiederum in Bayreuth zu erleben sein: Die Gewinner spielen am 1. November in der dortigen Stadthalle Werke aus ihrem Wettbewerbsprogramm.

 

Die hochkarätig besetzte Jury darf Preise im Gesamtwert von 25.000 Euro zuerkennen, hinzu kommen Sonderpreise, die Vermittlung von Anschlusskonzerten und eine Rundfunkproduktion. Finanzielle Unterstützung leisten neben der Stadt Bayreuth und dem Freistaat Thüringen auch die Oberfrankenstiftung, die Klaviermanufaktur Steingraeber&Söhne Bayreuth und die Neue Liszt Stiftung Weimar.


Eine Impression vom Wettbewerb 2011, Foto © Maik Schuck

 

Martin Köhl
07.10.2015

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