Über das Interieur in der Gegenwartskunst

„Homebase“ in der Kunsthalle Nürnberg

Über das Interieur in der Gegenwartskunst

 Das Interieur in der Kunst, die Darstellung von Innenräumen und Zimmern, von einer häuslichen Lebenswelt, kann auf eine lange Tradition verweisen. Da sind die Anfänge bei den Niederländern des 17. Jahrhunderts, also bei dem Delfter Jan Vermeer und bei Pieter de Hooch. Man darf aber auch an William Hogarth (1697 bis 1764) denken, später dann an Adolph von Menzel („Balkonzimmer“, 1845) und an Vincent van Gogh, an Pierre Bonnard und, im zwanzigsten Jahrhundert, an Karl Hofer, Giorgio de Chirico und Paul Klee.

Dem Interieur in der Gegenwartskunst, in der es auffällig oft vertreten ist, gilt nun die Ausstellung „Homebase“ in der Nürnberger Kunsthalle, die vom 3. Dezember bis zum 21. Februar in Zusammenarbeit mit der Institution KAI 10 / Arthena Foundation in Düsseldorf gezeigt wird. (Vom 8. April an bis in den Juli hinein ist „Homebase“ dann am Niederrhein zu sehen.) Ganz aktuelle Arbeiten können in Augenschein genommen werden, so zum Beispiel Erik Steinbrechers „Coyoten“ von 2015, eine Assemblage, bestehend aus einem Marktstand, aus Pilotenschlafsäcken, Konserven und einer Klopapierrolle. Vertreten ist auch der 1966 geborene, im belgischen Montzen lebende und arbeitende Franz Burkhardt, der an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig unter anderem bei HP Zimmer studierte. Burkhardt bringt eine Vielzahl seiner kleinformatigen, in alten Rahmen präsentierten Zeichnungen – Szenen aus dem Alltag, dem Haushalt, der Erotik, in Bleistift, Tusche, Gouache mit einem Auge fürs Detail festgehalten – in einer Installation zusammen. Die internationale Gruppenausstellung gewährt faszinierende Einblicke in private Orte.

 

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02.12.2015

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