Lang Lang in Bamberg

Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Klosterkirche St. Michael

Lang Lang in Bamberg

 Als im Dezember 2002 ein ebenso blutjunger wie gänzlich unbekannter Pianist sein Debütkonzert mit den Bamberger Symphonikern gab, schloss die begeisterte Rezension des Kritikers der ortsansässigen Tageszeitung mit dem fast seherischen Wortspiel: „wir werden von ihm hören – über kurz oder lang“. So ist es dann auch gekommen, und aus dem schon früh als „Wunderkind“ gefeierten Nachwuchskünstler aus dem Reich der Mitte ist ein Megastar der Klassikszene geworden. Keiner füllt die Säle weltweit so garantiert wie er, niemand ist präsenter in den Medien. Neuerdings scheint dem Tausendsassa sogar bei der Zeitungslektüre irgendwelche Musik einzufallen, jedenfalls hat er sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung – getreu dem Motto „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ - als kreative Anregung vorgenommen, also quasi als Partitur. Nach Bamberg ist er seit seinem Debüt vor 13 Jahren nicht mehr zurückgekommen, wohl aber hat er mit der Bayerischen Staatsphilharmonie unter dem Dirigat Jonathan Notts im Oktober 2007 mit zwei Konzerten in Peking gastiert.

Nun kehrt er also endlich wieder zurück in die Stadt früher Erfolge, und das aus einem noblen Grund: es gilt, für ein Benefiz-Konzert zugunsten der gefährdeten Michaelskirche möglichst viele zahlende Musenfreunde in die Brose-Arena zu bringen. Termin für die Veranstaltung ist der 31. März 2016. Die Initiative dafür ist von der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg ausgegangen, die damit einen Beitrag zu den immensen Sanierungskosten leisten will. Es ist nicht das erste Mal, dass die Heimstatt des deutschen Basketballmeisters zum klassischen Musentempel mutiert, denn schon vor zwei Jahren war es gelungen, durch entsprechendes elektroakustisches Equipment die Sporthalle in einen Konzertsaal zu verwandeln. Damals wurden Carl Orffs „Carmina Burana“ durch die Bamberger Symphoniker, Solisten und einen 500-köpfigen Laienchor aufgeführt – vor immerhin 4.500 Zuhörern. Für Lang Lang wird die Kapazität nochmals ausgeweitet, und es ist zu erwarten, dass auch diesmal ausverkauftes Haus gemeldet werden kann.

Natürlich muss für ein Musik-Event dieses Kalibers auch das Programm halbwegs populär sein, weshalb man sich für wahre „Kracher“ des symphonischen Repertoires entschieden hat: Beethovens V. Symphonie c-moll und Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-moll.

Der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg wird es angesichts des zu erwartenden Besucheransturms sicherlich gelingen, die Bürgerspitalstiftung als Eigentümerin des Klosterareals mit einer signifikanten Summe bei der Generalsanierung der existenziell bedrohten Kirche (inklusive ihres berühmten „Himmelsgartens“) zu unterstützen.


Copyright Foto:

Lang Lang, Foto © Harald Hoffmann, Sony Classical

Martin Köhl
26.01.2016

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