Lüpertzfenster für St. Elisabeth in Bamberg

Zeitgenössische Kunst und historische Sakralarchitektur bald vereint?

Lüpertzfenster für St. Elisabeth in Bamberg

 In 2006 nimmt Markus Lüpertz erstmals in Bamberg Raum ein. Den öffentlichen Raum, mitten im Welterbe Altstadt Bamberg. Die Ausstellung seiner Großplastiken setzte die Sonderausstellungen des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia fort und reihte einen deutschen Kunst-Giganten in die Liste international renommierter Künstler wie Fernando Botero oder Igor Mitoraj. Lüpertz kam, sah und liebte. Das gotische Gotteshaus St. Elisabeth aus dem 14. Jahrhundert hat es ihm offensichtlich angetan. Direkt zwischen Gefängnis, Party- und Tourismusmeile gelegen und Nukleus der beliebtesten Kirchweih der Region, der Sandkerwa, fand im Anschluss an die Ausstellung die angekaufte Skulptur Apoll unmittelbar in seinem Schatten ihren Platz. Nunmehr soll der nächste Schritt folgen: Es war die Idee des Maler-Fürsten höchstpersönlich, die Elisabethenkirche mit von ihm gestalteten Glasfenstern auszustatten. Inzwischen steht eine breite und prominente Front aus Politik und Kirche in Form eines Kuratoriums zur Seite und setzt sich zusammen mit der Dompfarrkirchenstiftung für die Realisierung des Vorhabens ein“, bestätigt Prof. Dr. Bernd Goldmann. Noch spät im vergangenen Jahr präsentierten Kunstverein Bamberg e.V. und der Kunstraum JETZT! e.V. im Kesselhaus auf sechs Papierbahnen Entwürfe von Markus Lüpertz im Format 1:1 und trugen die Fenstergestaltung des Künstlers in Substituten an eine breite Öffentlichkeit heran. Das Wagnis einer solchen Vorschau, so die gegenwärtige Absicht der Initiativgruppe, soll ab Februar wiederholt werden. Die Entwürfe sollen nach ihrer ersten Präsentation im Industriebau nun in den Sakralbau St. Elisabeth einziehen, in dem die Originale, vorausgesetzt die Finanzierung gelingt, in gut einem Jahr dauerhaft aufgehängt werden könnten. Im Innenraum. Denn die denkmalgeschützten Fenster aus dem 19. Jahrhundert wurden im Zuge der Sanierung der Elisabethenkirche bereits erneuert. Das, so Bernd Goldmann, spreche ganz und gar nicht gegen die Aufhängung von acht Fenstern in der Kirche. Ganz im Gegenteil. Die denkmalgeschützten Fenster werden so erhalten und dienen der Glasmalerei im Inneren gleichermaßen als Schutz. Schadhafte Wechselwirkungen durch die Farbigkeit der vorhandenen Fenster sieht der ehemalige Künstlerhausdirektor nicht. Lüpertz Entwürfe versprächen eine Farbigkeit, die vom dezenten Farbenspiel der vorhandenen Scheiben nicht tangiert würden und die der historischen Ausgestaltung gotischer Kirchenfenster stark entspräche. Die im Kesselhaus vorgestellte Motivik untermauert seine These. Lüpertz schöpft aus den Werken der Barmherzigkeit und ergänzt zur Person der Heiligen St. Elisabeth. Großformatig, expressiv, figurativ und mit satten Farben. Goldmann`s Begeisterung setzt sich fort: Er habe in Lüpertz einen deutlich gläubigen Menschen kennengelernt, der ausgesprochen bibelfest und von großer Leidenschaft für den religiösen Diskurs geprägt sei. Nicht zufällig hat Lüpertz bereits mehrfach Kirchenfenster erarbeitet. Unter anderem Darstellungen des Leidensweg Christi sowie zu Himmel und Hölle mit Erzengel Michael und den Teufel für den Machabäer-Chor der romanischen Pfarrkirche St. Andreas in Köln.

 

Spendenkonto:

Konto der Dompfarrkirchenstiftung-St. Elisabeth:
Sparkasse Bamberg
DE93 7705 0000 0578 3423 70
BYLADEM1SKB

 

Copyright Fotos:

Ausstellung der „Lüpertzfenster“ im Kesselhaus, Bamberg,
Foto © Gerhard Schlötzer

Markus Lüpertz vor seinem Kunstwerk, Foto © Gerhard Schlötzer, Christoph Gatz

Oliver Will
26.01.2016

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