Wilhelm Lehmbruck. Porträts und anderes…

Ausstellung im Museum Lothar Fischer

Wilhelm Lehmbruck. Porträts und anderes…

 Mit einer konzentrierten Wilhelm-Lehmbruck-Ausstellung würdigt das Museum Lothar Fischer einen der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne, dessen Schaffen auch im internationalen Kontext großen Ruhm erlangt hat.

Bereits im Entstehungsjahr 1911 wurde Lehmbrucks überlebensgroße Kniende im Salon d’Automne in Paris und 1913 bei der Armory Show in New York gezeigt. 1955 war sie Blickfang und Einstimmung auf der documenta I in Kassel sowie 1964 auf der documenta III. Noch heute zählt die introvertiert und übersinnlich wirkende Figur der Knienden zu den Hauptwerken des Künstlers. In gestalterischem Zusammenhang dazu steht die Bronzebüste Geneigter Frauenkopf, die als Teilstück anzusehen ist. Neben weiteren Plastiken in unterschiedlichen Techniken wie Marmor, Gips, Terrakotta oder Stein verdeutlicht sie in der Ausstellung beispielhaft das plastische Denken des Bildhauers. Immer stellt sich bei Lehmbrucks Arbeiten die Frage, handelt es sich hier um Porträts, etwa wie bei dem Kopf einer alten Dame, um Selbstbildnisse oder um Darstellungen eines zugrunde liegenden Menschenbildes? Das bildhauerische Werk des Künstlers umkreist stets den überlängten menschlichen Körper, der oftmals Leid und Elend, Verinnerlichung und Erschütterung, teils aber auch Melancholie und Einsamkeit ausdrückt. Sein zentrales Thema in Plastik, Zeichnung, Malerei und Druckgrafik ist und bleibt der Mensch. Die knapp 30 Arbeiten umfassende Schau widmet sich im weitesten Sinne dem Thema Porträt und zeigt vor allem Bildwerke seiner entscheidenden Pariser Schaffenszeit von 1910 bis 1914, so auch sein berühmtes Selbstbildnis auf blauem Papier.

Wilhelm Lehmbruck. Porträts und anderes… Ausstellung im Museum Lothar Fischer, 7. Februar bis 22. Mai 2016, Neumarkt in der Oberpfalz.

 

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Wilhelm Lehmbruck, „Kniende“, 1911 © Wilhelm Lehmbruck


27.01.2016

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