Fränkischer Theatersommer

Eine Spielzeit (auch) mit William Shakespeare und Miguel de Cervantes

Fränkischer Theatersommer

 „Die oberfränkische Fläche braucht Theater“. So lautet der Kernsatz des Grußwortes des oberfränkischen Bezirkstagspräsidenten Dr. Günther Denzler, das im diesjährigen Programm des Fränkischen Theatersommer – Landesbühne Oberfranken zu lesen ist. Auf insgesamt 60 (!!) Seiten stellen sich der Theaterbetrieb selbst und sein Programm allen Freunden der Bühne vor.

30 SchauspielerInnen, 3 Regisseurinnen, 6 Choreographen und -innen, Autoren, Musiker & Komponisten, 6 Ausstatter, 2 Veranstaltungstechniker und ein mit 6 Personen besetztes Künstlerisches Betriebsbüro, darunter der 1. Vorsitzende des Vereins, Dr. Bernd Matthes und der Gründer und derzeitige Intendant des Theatersommers, Jan Burdinski, bilden die Truppe, die Jahr für Jahr ein unglaublich breites und dennoch qualitativ absolut hochwertiges Theater- und Pädagogikprogramm auf die Beine stellt.

Los ging es heuer am 10. März im Refektorium in Heilsbronn mit „Lucas – Maler zu Wittenberg“, einem Bild- und Musiktheater zu Lucas Cranach dem Jüngeren und im Katholischen Paulus-Heim in Presseck mit „Judas“, einem feinen Kammerspiel von Lot Vekemans, das, wie sollte es auch anders sein, die Geschichte des biblischen Verräters erzählt und dabei neu beleuchtet.

Insgesamt 178 Vorstellungen (kein Anspruch auf Vollständigkeit) haben wir dem Programmkalender des Fränkischen Theatersommers entnehmen können, der mittlerweile längst der Keimzelle Oberfranken entwachsen ist und bereits auch in Mittel- und Unterfranken sowie in der Oberpfalz Fuß gefasst hat. Neben vielen bekannten Stücken, die wir auch schon aus den Vorjahren kennen, wartet der Verein aber auch in 2016 mit einer stattlichen Anzahl von Neuproduktionen auf. Ein Doppeljubiläum der besonderen Art feiert das Ensemble mit den Inszenierungen von „Verlorene Liebesmüh“ (William Shakespeare) und dem Klassiker „Don Quichotte“ (Miguel de Cervantes Saavedra). Cervantes und Shakespeare sind beide, übrigens im Abstand von gerade mal 10 Tagen, 1616 gestorben. Ein Grund mehr, neben deren herausragender Bedeutung als Schriftsteller, ihnen ein weiteres „Theaterdenkmal zu setzen“.

In Zeiten in denen anderswo das Musiktheater aus dem Programm gestrichen wird, zeigt der Fränkische Theatersommer gleich drei Neuproduktionen. Mit „My fair Lady“, „Das Orangenmädchen“ und „Wenn wir über Schatten tanzen“ können die Zuschauer gleich mehrfach die Kombination aus Text, Musik und Tanz genießen.

Das Kammerspiel „Judas“, der Chan-sonabend „Singende Fische in der Sommerfrische“ und das Kleinkust-Brettl „Der Mörder – schon wieder der Gärtner“ schließen die Reihe der Neuinszenierungen ab.

Informationen, Tickets und das Programm zum Download findet man unter www.theatersommer.de.
 

 

Copyright Foto:
„Komm, wir finden einen Schatz“, Foto © Fränkischer Theatersommer

Ludwig Märthesheimer
24.03.2016

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