Playmobil

Fast wie im richtigen Leben

Playmobil

 Wie gewohnt konnte die Firma Playmobil (geobra Brandstätter GmbH & Co. KG aus Zirndorf) auf der Nürnberger Spielwarenmesse 2013 neue Trends für Jung und Alt setzen. Nach wie vor gehört Playmobil zu den meistverkauften Spielwaren Deutschlands und dementsprechend präsentierte man sich auch mit einem eindrucksvollen Stand auf 643qm. Da Playmobil zudem im Rahmen einer Preisverleihung für ein „Produkt des Jahres 2013“ ausgezeichnet wurde, traf ich mich mit Frau Judith Weingart, der Leiterin der Playmobil Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu einem informativen Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der weltweit beliebten Marke.

Doch zunächst begleitete mich eine kompetente Mitarbeiterin durch den Neuheiten-Parcours 2013. Schnell konnte ich mich davon überzeugen, wie klassische Spielwaren durch Applikationen ganz neue Spieldimensionen gewinnen: Das befüllbare Schwimmbecken auf dem Campingplatz, die detailgetreue Action auf der Großbaustelle oder die große Fußball-Arena im Klappkoffer. Alles was es im realen Leben drinnen und draußen gibt, hat auch vor der Spielzeugwelt nicht halt gemacht. Das Thema Internet ist auch bei Playmobil ein Schwerpunktthema. Aber wie hat eigentlich alles angefangen? Ein kurzer Blick zurück: Die Markteinführung von Playmobil erfolgte 1974. Hans Beck begann bereits 1971 mit der Entwicklung des System-Spielzeugs, doch erst als die steigenden Ölpreise den Kunststoffpreis verzehnfachten, wagte Horst Brandstätter die Markteinführung. Die damals von Geobra produzierten Großkunststoffartikel wurden unrentabel und für die kleinen Figuren wurde wesentlich weniger des teuren Rohstoffs gebraucht. Das Unternehmen Geobra Brandstätter stellte das neu entwickelte Spielzeug erstmals auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1974 vor. Den ersten Themen Baustelle, Wilder Westen und Ritterzeit folgten über 20 verschiedene Themen mit umfangreichem Zubehör. 1976 kamen weibliche Figuren dazu, Kinder- und Babyfiguren wurden erstmals 1981 bzw. 1983 verkauft. Die Figuren wurden im Laufe der Jahre nur leicht modifiziert – so kamen bewegliche Hände und verschiedene „Haartrachten“ hinzu –, blieben aber immer an den ursprünglichen, in ihrer Reduziertheit unverkennbaren Formen ausgerichtet. 

„Mittlerweile gibt es Playmobil-Vertriebsgesellschaften in mehr als 14 Ländern und ausländische Produktionsbetriebe in Tschechien, in Spanien und auf Malta. Und insgesamt arbeiten 3.701 Personen weltweit für das Zirndorfer Unternehmen.“ Nicht weiter verwunderlich, dass man bereits im Jahr 2012 einen neuen Rekordumsatz verzeichnen konnte, der sich in mehr als 61 Millionen versandten Packungen manifestierte. „Mit den Lechuza-Pflanzgefäßen hat die Brandstätter Gruppe ein zweites Standbein hinzubekommen. Doch zurück zu Polizei, Cowboys und Indianern, Piraten und Prinzessinnen. Haben die das ganze Jahr über Konjunktur? „Gekauft wird immer, aber verstärkt natürlich an Weihnachten, daher gibt es auch spezielle Playmobil-Adventskalender im Programm.“ Doch wenn man darauf nicht warten will, gibt es jetzt schon reichlich Neuheiten zu entdecken. „2013 sind es insgesamt 118, die über das Jahr verteilt vorgestellt werden, das Themenspektrum reicht dabei von der bayerischen Alm bis ins ferne Asien. Das Feenland, ein Shopping-Center oder die Überraschungstüten mit Playmobil-Figuren in Einzelteilen,  es gibt tatsächlich jede Menge Neues zu entdecken.“

Natürlich hat sich Playmobil im Laufe der Firmengeschichte auch im Outdoor-Bereich einen Namen gemacht. Seit dem Jahr 2000 gibt es in Zirndorf auch einen eigenen Playmobil-Freizeitpark, den Playmobil FunPark. Inzwischen wurden weitere Playmobil FunParks in Paris, auf Malta, in Athen und in Palm Beach eröffnet. Die Saison 2013 hat in Zirndorf bereits in den bayerischen Osterferien begonnen. Längst haben auch erwachsene Sammler in der ganzen Welt Playmobil für sich entdeckt, ein Blick auf ebay genügt um festzustellen, dass frühe Figuren in OVP mittlerweile für hohe Summen den Besitzer wechseln. Und diese Sammler sind u.a. im Playmobil Club locker organisiert. „Letztlich sind dann auch Museen auf uns aufmerksam geworden. 2004 feierten die Playmobil-Figuren ihren 30. Geburtstag. Im historischen Museum der Pfalz (Speyer) waren nicht nur viele Figuren, sondern auch deren oft ungewöhnliche Verwendungen von Sammlern und Künstlern zu besichtigen. Und von März bis Juni 2006 wurde im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim eine Playmobil-Ausstellung gezeigt. Auch für das Jubiläumsjahr 2014 ist da Weiteres in Planung.“ Und wo wir gerade beim Thema Museum sind, schließt sich natürlich der Kreis hin zu den Spezial-Figuren in limitierter Auflage. Im Juli 2006 stellte Playmobil erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Figur vor, die ein historisches Wahrzeichen einer Stadt porträtiert. Anlässlich der 29. Ausstellung des Europarates Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation in Magdeburg veröffentlichte Playmobil eine eigene Version des Magdeburger Reiters, eines steinernen Standbildes aus der Zeit der Staufer. Nürnberg wird durch einen Albrecht Dürer von Playmobil repräsentiert. Und 2012 feierte man die 1000 Jahre Bamberger Dom und aus diesem Anlass gab es den Bamberger Reiter als Figur. „Allem Hightech-Spielzeug zum Trotz, klassische Spielzeug-Figuren und Spielzeug-Welten haben eine Zukunft. Keine Innovation und kein Wachstum ohne Investition, daher ist 2013 u.a. der Neubau eines Logistikzentrums in Herrieden geplant. Denn der Standort Deutschland genießt weiterhin oberste Priorität bei unserer Unternehmensleitung.“

Was bei Kindern und Erwachsenen zunächst einmal zweitrangig sein dürfte. Die interessieren sich dann zunächst doch lieber für das Polizei-Hauptquartier mit Alarmanlage oder das Zauberfeenland im Einhorn-Köfferchen. Und aufgepasst, wer sich seit Jahren ärgert, dass Kleinteile immer wieder mal beim Aufräumen, Saubermachen oder Spielen verschwinden, für den hat Playmobil mit den Ergänzungen & Zubehör einen ganz neuen Service geschaffen. Daneben unterstützt man lobenswerterweise auch die Arbeit des WWF, dafür sind seit Dezember vier Playmobil-Sets mit bedrohten Tierarten im Handel. Und wer es wie in Natur lebensecht mag, der muss auf Playmobil nicht verzichten, wie der Messerundgang später hinlänglich unter Beweis stellte: Schauen sie doch mal bei der Firma Leblon-Delienne vorbei, da gibt es Sammlerfiguren mit einer Größe von bis zu 31cm. Die verliert man dann nicht mehr ganz so leicht...

 

Info:

 

Weiterführende Links:

www.playmobil.de

www.playmobil-funpark.de

www.leblon-delienne.com

 

 

Frank Keil
04.04.2013

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