Remmidemmi auf Schloss Eyrichshof

Stars rocken die Haßberge

Remmidemmi auf Schloss Eyrichshof

 Nach einem fulminanten Auftakt vor einem Jahr geht das Open Air im Schloss Eyrichshof in seine zweite Runde. Und trotz prekärer Situationen im Vorfeld dürfen sich die Besucher auf ein absolutes Highlight im Landkreis Haßberge freuen. Präsentierte der Veranstaltungsservice Bamberg im Vorjahr zum Auftakt noch fünf Termine – mit bemerkenswerten 10.000 Besuchern – haben die Veranstalter um Macher Wolfgang Heyder in diesem Jahr noch einmal draufgepackt: Vom 27. Juli an geht es sechs Tage lang rund im schmucken Schlosshof zu Eyrichshof. Und dabei fiel das eigentliche geplante Highlight einer Unstimmigkeit zum Opfer.

Schließlich plante der Veranstalter am Sonntag als Höhepunkt ein Konzert des irischen Kultmusikers Chris De Burgh. Der Sonntags-Termin war eigentlich schon festgezurrt, als die Verantwortlichen auf der Insel einen Fehler bemerkten. Der vom De Burgh-Management anvisierte Mittwoch war aber zu diesem Zeitpunkt bereits geblockt: Die Macher des Veranstaltungsservice entschlossen sich kurzfristig, Pur als Opener ins Programm zu hieven. Die Schwaben um Sänger Hartmut Engler spielten zwar kürzlich erst in Fürth und Bayreuth – und doch läuft der Vorverkauf blendend. Nicht der einzige Auftritt, der richtig gut läuft. Auch alle anderen fünf Konzerte sind auf dem allerbesten Weg, einen gut gefüllten Schlosshof zu garantieren. Am überraschendsten ist das sicherlich bei Martina Schwarzmann, die am 30. Juli auftreten wird. Aber auch Aida, am finalen 1. August aufgeführt, hat im Vorverkauf schon viele Liebhaber gefunden. Auch Schlossherr Hermann Freiherr von Rotenhan, im Vorjahr begeisterter Zuhörer der abendlichen Konzerte, ist voller Vorfreude auf das neuerliche Event. „Ich bin sehr begeistert vom breiten Angebot, das für jede Altersgruppe etwas anbietet und der Qualität der Künstler“, so der Gastgeber gegenüber dem Fränkischen Tag. Nachdem Pur am Mittwoch das Konzert-Sextett eröffnen, wird es am 28. Juli österreichisch. Wolfgang Ambros und Stefan Eberhartinger von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung präsentieren das „Watzmann“-Programm, ein längst Kult gewordenes Alpenmusical – im Gegensatz zum Pur-Konzert ein Auftritt, der bestuhlt stattfinden wird. Tag drei bietet den kompletten Kontrast: Wolfgang Niedecken und BAP rocken den Schlosshof. Stimmung ist bei den Kölnern – die ihr 40jähriges Bandjubiläum feiern – selbstverständlich garantiert. Das spannende an dem Auftritt der Rheinländer: Mit 1000 Stühlen wird das malerische Ambiente in Eyrichshof teilbestuhlt sein – die Frage wird da sein, wie lange es die sitzende Zuhörerschaft auch tatsächlich auf ihren Sitzen hält. Am vorletzten Tag wird es noch einmal höchst spannend: Mark Forster gibt sich die Ehre. Der in Rheinland-Pfalz aufgewachsene Forster gilt seit einigen Jahren als einer der deutschen Senkrechtstarter. Der beim immer stärker aufkommenden Label „Four Music“, unter anderem verantwortlich für Max Herre und Emporkömmling Joris, unter Vertrag stehende Forster steht für Stimmung pur. Seit er seine Doppelplatin-Single „Au revoir“ 2014 auf den Markt geworfen hat, ist er in der deutschen Musiklandschaft einer der neuen Big-Player der Szene. Egal, was der optisch so unscheinbar wirkende Forster auch veröffentlicht: Die Scheiben schlagen ein und rocken die deutschsprachigen Charts – auch in den Nachbarländern Österreich und Schweiz. Dabei hat er auch eine neue Platte im Gepäck: Am 3. Juni erschien sein neuer Langspieler „Tape“ mit dem ZDF-Europameisterschaftssong „Wir sind groß“ – der nächste zu erwartende Gassenhauer des Newcomers. Den finalen Akt eines vielversprechenden neuen Festivals bildet der große Kontrast: Aida. Das Meisterwerk, das seit seiner Uraufführung in Kairo zu einem der berühmtesten seines Genres zählt, entführt das Publikum mit einer tragischen Liebesgeschichte um die Sklavin Aida in die schillernde Zeit der Pharaonen nach Ägypten. Pyramiden und Sphinxen, grüne Nillandschaft und historische Roben verbinden sich mit bombastischen, orientalisch angehauchten Klängen zu einem mitreißenden Gesamtkunstwerk. Mit Fanfaren, Pauken, Trompeten und gewaltigen Chören einerseits und emotionalen Romanzen andererseits stürzt die Oper den Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle! Und das Ganze dann auch noch im malerischen Schlosshof zu Eyrichshof: Mit der Arena in Venedig kann der freilich nicht konkurrieren. Aber Gänsehautstimmung ist auch im Landkreis Haßberge garantiert. Man darf gespannt sein, ob sich dort ein neues Konzertmekka für Freunde gepflegter musikalischer Abende entwickelt: Die ersten Sporen verdienten sich die Macher bereits. Jetzt gilt es, nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen und sich als echte Alternative zu den traditionellen Events zu positionieren - die Möglichkeiten dazu scheinen immens.

 

 

Copyright Fotos:

AIDA Musical, Foto © Kulturgipfel GmbH

Martina Schwarzmann, Foto © Gregor Wiebe/Carsten Bunnemann (huckleberryking.com)

Andreas Bär
24.05.2016

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