Weltstars geben sich die Klinke in die Hand

Der 31. „Kissinger Sommer“ ist so prominent besetzt wie nie zuvor

Weltstars geben sich die Klinke in die Hand

 Wer von Anfang an dabei war, wundert sich schon längst über nichts mehr, aber reibt sich doch immer wieder die Augen, wenn das Programmheft für den jeweils bevorstehenden „Kissinger Sommer“ im Briefkasten liegt. Da blättert man und möchte spontan fast an jedem Konzert ein Kreuzchen machen, denn allein die aufgeführten Namen sind so vielversprechend, bürgen so verlässlich für Weltniveau, dass man versucht ist, gleich wochenlang sein Sommerlager an der Saale aufzuschlagen.

Der „Kissinger Sommer“ ist längst zu Süddeutschlands renommiertestem Musikfestival geworden, und Kari Kahl-Wolfsjäger, der dieser Erfolg ganz wesentlich zuzuschreiben ist, ließ es sich natürlich nicht nehmen, es zum Abschluss ihrer Intendanz nach 30 Jahren noch einmal so richtig krachen zu lassen. All die Getreuen mit Weltstar-Anmutung von der Bartoli über Arcadi Volodos, Sabine Meyer und Martin Grubinger bis zu Grigorij Sokolov haben nicht gezögert, wie jedes Jahr auch heuer wieder zu kommen, vom Renommée der großen Orchester wie den Bamberger Symphonikern, der Tschechischen Philharmonie, dem BR-Symphonieorchester, der Russischen Nationalphilharmonie oder den Münchner Philharmonikern ganz zu schweigen.

Bemerkenswert war aber auch stets, was sich im Schatten der großen Namen entwickelte: Projekte wie die „Klangwerkstatt“, die zur festen Einrichtung wurde, Nachwuchsförderung à la „Klavierolymp“, Wandelkonzerte oder die „Liederwerkstatt“ gehören seit langem zum festen Repertoire. Der Auftakt gebührt schon fast traditionell der Primadonna Cecilia Bartoli, die am 20. Mai mit einem Gala-Abend ihre Aufwartung machen wird. Danach beginnt der Reigen der Duo-Matineen, Liednachmittage, Operngalas, Orchesterkonzerte, Solorezitals und Open-Air-Veranstaltungen. Exkursionen führen wie jedes Jahr ins Staatsbad nach Bad Brückenau, wo Sabine Meyer und Chistiane Karg „zu Gast bei König Ludwig und Lola Montez“ sein werden, zum idyllisch gelegenen Kloster Maria Bildhausen und zum Serenadenhof der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg.

Vor allem aber werden wie immer die fabelhaften Säle der Bäderstadt selber bespielt, also die historischen Räumlichkeiten im Bad Kissinger Regentenbau (wie der Max-Littmann-Saal und der Rossini-Saal), das Kurtheater oder das Kurgartencafé. Nicht zu vergessen die Kirchen für Konzerte mit geistlichem Schwerpunkt. Was sich Kari Kahl-Wolfsjäger übrigens für ihren definitiven Abschied am 31. Oktober ausgedacht hat, dürfen wir jetzt schon verraten: Der pianistische Superstar Lang Lang wird ihr zu Ehren in Bad Kissingen mit einem Solorezital gastieren.

 

Copyright Fotos:
Bartoli Cecila, Foto © Uli Weber / DG
Kurgarten mit Arkadenbau, Foto © Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH

Martin Köhl
31.05.2016

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