Es gibt kein Bier im Jenseits

Weiden kümmert sich intensiv um Max Reger, der vor 100 Jahren starb

Es gibt kein Bier im Jenseits

 Das Jahr 2016 steht in Weiden, der Max-Reger-Stadt, ganz im Zeichen des großen Komponisten. Er wurde hier in der Oberpfalz geboren, genauer gesagt im nahen Brand, weshalb sein 100. Todestag (er starb am 11. Mai in Leipzig) für die Stadt ein herausragender Anlass ist, ihm ein ganzjähriges Jubiläumsprogramm zu widmen. Viele hochkarätige Stationen dieses Programms sind bereits absolviert, neben den facettenreichen Konzerten u.a. eine sehr sehenswerte Ausstellung zum Thema „Max Reger und die Zeit der Jahrhundertwende“. Doch es geht noch dicht gedrängt weiter bis zum 23. Dezember, wenn die Hofer Symphoniker mit einem weihnachtlichen Konzert das Jubiläumsjahr beenden werden. Darüber hinaus ehrt die Stadt Weiden ihren großen Sohn jährlich mit den ihm gewidmeten Musik-Tagen unter dem Titel „Klassik-Festival“.

Im August und September stehen noch weitere Auftritte renommierter Künstler auf dem Programm. Große Namen der Orgelwelt geben sich zur „Orgelnacht“ am 5. August ein Stelldichein: Harald Feller, Edgar Krapp und weitere Orgelgranden werden in St. Michael großformatige Werke des Meisters spielen. Am 20. August wird es einen Ausflug in den Geburtsort Max Regers geben, inklusive Spaziergang auf dem Reger-Wanderweg.

Das Orgelkonzert am 14. September gestaltet Bernhard Haas. Zwei Tage später steht in Weidens Max-Reger-Halle ein Uraufführungsprojekt an: Es geht um Regers Klarinettenquintett op. 146, für dessen Finalsatz acht Komponisten zeitgenössische Fortspinnungen komponiert haben. Diese Auftragskompositionen ersetzen die acht Variationen der Regerschen Urfassung. Der Auftritt des Gustav-Mahler-Ensembles am 24. September firmiert ebenfalls unter dem Motto „Reger 1916-2016“. Auch hierfür gab es einen Kompositionsauftrag (zur Vervollständigung von Regers unvollendeter Rhapsodie für Violine und Orchester), den der auserkorene Tonsetzer Franz Hummel allerdings mit den launigen Worten abänderte, Max Reger habe sich höchstselbst aus dem Jenseits gemeldet und den weiteren Verlauf der Komposition diktiert, sich nebenbei jedoch darüber beklagt, dass es im Jenseits kein Bier gebe (!). Insofern fühle er sich zu unbedeutend, solcher Mystik noch etwas hinzuzufügen, und habe deshalb ein eigenes Konzert in memoriam Max Reger geschrieben...

Am 30. September schließlich gastiert das „Strompost Kollektiv“, eine junge Weidener Jazzband, unter dem Motto Reger: Now im evang. Vereinshaus zu Weiden und wird dort Max Reger in seinem Geiste interpretieren und fortspinnen.

 

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Wolfgang Meyer, Foto © Pressefoto
 

Martin Köhl
28.07.2016

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