Jaffrika – Mother Africa’s calling

Beim Bayreuther Jazz-November 2016 trifft Jazz auf Weltmusik mit Bossa Nova, Free Jazz und neuen Instrumenten

Jaffrika –  Mother Africa’s calling

 Im Jahr 2016 steht Großes auf dem Programm des Bayreuther Jazz-Novembers – eine musikalische Weltmacht ist zu Gast: Afrika! Das Motto „Jaffrika“ ist also schnell formuliert. Aber was bedeutet eigentlich Afrika für den Jazz? Die Wurzeln des Jazz liegen immer noch auf dem schwarzen Kontinent. Afrikaner wurden als Sklaven verkauft – und in die europäischen Kolonien nach Amerika gebracht. Aus ihrer alten Heimat nahmen sie nur ihre Kultur mit. Vor allem die Musik Afrikas war dabei wichtig: Ihre Lieder konnte ihnen schließlich auch in Zeiten der Unfreiheit keiner nehmen. Mit der Bekehrung zum Christentum entstand der Gospel, in der profanen Musik der Blues.

Mit Aline Frazão erscheint beim Jazz-November eine junge Vertreterin des Jazz portugiesischer Stimme und Stimmung. Zwischen Bossa Nova und Fado segelt sie hin und her – mit Abstechern in den Rock und die elektronische Musik. Aline Frazão äußert sich in ihrer Kunst oft zu den Missständen in ihrer Heimat Angola. Jedoch verpackt sie das immer in pure Poesie. Aus Kamerun kommt Biboul Darouiche. Der Wahl-Münchener bespielt die Holztrommeln der Bantu – unter anderem bei Klaus Doldingers Band Passport. Dazu kommt mit Majid Bekkas ein weiterer Meister. Der Marokkaner spielt die Gimbri, Gitarre und die Oud – unter anderem mit Joachim Kühn.

Auch Westafrika ist zu Gast: Die Schweizer Jan Galega Brönnimann und Lucas Niggli sind beide in Kamerun geboren – und dort zu besten Freunden geworden. Der Ivorer Aly Keïta gesellt sich als Dritter im Bunde zu ihnen. Da trifft ein Saxophonist des Free Jazz und Elektro-Jazz-Schlagzeuger auf die Traditionen der Elfenbeinküste.

Zum Abschluss des diesjährigen Jazz-Novembers geht es vor allem um Verständigung, denn nichts anderes ist es, wenn Musiker improvisieren: sie kommunizieren über ihre Instrumente. Größen dieser Kunst sind Bänz Oester & The Rainmakers. Der Bassist Bänz Oester hat mit Ganesh Geymeier am Tenorsaxophon, Afrika Mkhize (Piano) und Schlagzeuger Ayanda Sikade drei Musiker gefunden, mit denen er sich blind versteht.

Alle Konzerte finden im Saal des Becher-Bräu statt. Mehr Informationen finden Sie unter www.jazz-bayreuth.de.

 

Aline Frazao, Foto © Dinis Santos

Kalo-Yele, Foto © Pressefoto


30.09.2016

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