Kissinger Winterzauber 2016/17

Klassisches zwischen „Latin Feeling“ und „Groove Symphonies“

Kissinger Winterzauber 2016/17

 Der „Kissinger Winterzauber“ lockt Ende des Jahres wieder mit Klassischem, ‚crossover’ und natürlich auch mit Weihnachtlichem in die Bäderstadt.

Wer den „Kissinger Winterzauber“ über die Jahre hinweg verfolgt hat, wird feststellen, dass dieses Schwesterfestival des „Kissinger Sommers“ sich längst emanzipiert und ein sehr eigenständiges Profil entwickelt hat. Wirkte es früher wie ein winterliches Anhängsel der großen sommerlichen Schwester, so setzt es jetzt mehr denn je unverwechselbare Akzente, ist innovativer und experimentierfreudiger geworden. So sind ‚crossover’ und Ausflüge weit ab der ausschließlich klassischen Welt angesagt. Der „Kissinger Winterzauber“ wird heuer am 16. Dezember starten und sich über drei Wochen lang bis zum 7. Januar erstrecken. Nach einem zweifachen Auftakt am 16./17. Dezember mit örtlichen Kräften gibt es beim Eröffnungskonzert am 17. Dezember gleich einen Knaller der besonderen Art: Unter dem Motto „Christmas meets Cuba“ bringen die Klazz Brothers & Cuba Percussion weltbekannte Weihnachtsmelodien in den Max-Littmann-Saal, gepaart mit dem Temperament kubanischer Rhythmen und sinnlichen Jazzharmonien. Hier treffen sich europäische Musiktradition und temperamentvolle Lebensfreude, „Latin-Feeling“ kubanischer Herkunft mit seinen spezifischen Rhythmen und sinnlichen Jazz-Harmonien.

Am 18. Dezember gastiert das Klaviertrio Condimento mit einer Matinée classique, am 22. überrascht das Ensemble „Wildes Holz“ mit einem Weihnachtsprogramm für Gitarre, Kontrabass und Flöte unter der augenzwinkernden Devise „Alle Jahre wilder“. Eine gute Portion Humor und unbändige Spielfreude dürfen erwartet werden, wenn im Kurtheater Weihnachtliches im Rock’nRoll-Gewand daherkommt und das „Süßer die Glocken nie klingen“ sogar in einer Punkversion geboten wird. Auch eine „Alpenländische Weihnacht“ mit dem Tölzer Knabenchor steht einen Tag vor Heilig Abend auf dem Programm, gefolgt von einer Weihnachtsmatinee und einer festlichen Trompete/Orgel-Gala am 1. Weihnachtsfeiertag.

Eine weitere Matinée classique mit der Gitarristin Sarah Elsner folgt am 26.12., während am Abend desselben Tages die Thüringen Philharmonie unter dem Motto „Vom Prater nach Hollywood“ die Sängerin und Moderatorin Carry Sass in den Vordergrund stellen wird. Für Familien präsentiert das Klassisch Russische Ballett aus Moskau am 27.12. im Kurtheater den Ballett-Evergreen „Dornröschen“. Tags drauf gastieren Aleksey Igudesman und Hyung-ki Joo mit ihrem Programm „And now Mozart“, noch einen Tag später das preisgekrönte Percussion-Duo Double Drums „Groove Symphonies“ mit über 500 Schlaginstrumenten. Zu den bekanntesten Stars des diesjährigen Kissinger Winterzaubers gehören die „Heavytones“. Am 30. Dezember präsentiert die Band, bekannt vor allem aus Stefan Raabs TV total, unverwechselbare Sounds aus Funk, Rock, Pop und Jazz.

Das Neue Jahr beginnt abermals mit einer Matinée classique, in der das Bläserquintett SolhMido auftritt. Abends findet das Neujahrskonzert mit den Berliner Symphonikern unter der Leitung von Lior Shambadai statt. Am 2. Januar treffen zwei Generationen im schönen Rossini-Saal aufeinander: Wally und Ami, Vater und Tochter aus Aruba, entführen unter dem Titel „Groove and Soul“ in die verschiedensten Sprachen, Stile und Klangkörper. Am Folgetag gastiert Ron Spielman mit Folk, Pop, Jazz, Blues und Rock. Der 4. Januar wartet mit einer Chanson-Revue unter dem Motto „Drei in einer großen Stadt“ auf. Dabei sind ein lyrischer Sopran, ein Chanson-Tenor und als Begleitinstrument ein Knopfakkordeon zu hören. Der „Club der toten Dichter“ wird sich tags drauf mit der ebenso dunklen wie legendären Figur Charles Bukowskis befassen und verspricht „Gedichte neu vertont“.

Der Klang des Mittelhochdeutschen erfüllt an Epiphanias das Kurtheater, wenn die Deutsche Tanzakademie ein Tanzepos über den Nibelungenstoff mit mittelhochdeutschen Texten zum Besten gibt und dabei virtuose Tanzkunst und erzählerische Momente miteinander vereint. Traditionell klassisch wird es dann wieder beim Abschlusskonzert mit dem Orchester der Staatsoper Braunschweig, das getreu dem Motto „Viva Italia“ Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Niccoló Paganini und Ottorino Repighi interpretiert.

 

Copyright Foto:
Die „Heavytones“ beim Kissinger Winterzauber, Foto © Heavytones

Martin Köhl
28.11.2016

Eure Meinung? Leserbrief verfassen