Gudrun Brüne – Lebensspuren

Ausstellung im Museum am Dom in Würzburg

Gudrun Brüne – Lebensspuren

 Als eine der wenigen Frauen der Leipziger Schule, widmet sich das Museum am Dom in Würzburg der Künstlerin Gudrun Brüne in einer Werkschau mit mehr als 60 Bildern. In der Ausstellung „Gudrun Brüne – Lebensspuren“, die noch bis zum 22. Januar zu besichtigen ist, sind u. a. ihre Puppen- und Maskenbilder zu sehen, die metaphorisch für den manipulierten Menschen stehen. In ihren Bildern beweist sie ein ausgezeichnetes Gespür für Farben, die den figurativen Darstellungen an Tiefe und Stofflichkeit verleihen. In ihrem Werk, wozu auch zahlreiche Selbstbildnisse zählen, stellt die Künstlerin, die 1987 mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet wurde, Fragen nach der eigenen Existenz. Wer bin ich und worin liegen meine Wurzeln? Um darauf Antworten zu finden, malte sie zahlreiche Selbstporträts. Im Zuge dieser künstlerischen Auseinandersetzung entstanden zudem viele Landschaftsbilder vom Havelland, wo sie seit Ende der 1990er Jahre lebt. Auch setzte sie sich intensiv mit Picassos „Guernica“ auseinander. In ihrem Werk „Und immer wieder Guernica“ zitiert sie Picassos berühmtes Kunstwerk auf vielfache Weise und demonstriert ihre Übereinstimmung mit dem Protest von Picasso gegen die Fortdauer menschlichen Unrechts. Auch der Titel des Werkes „Genug gekreuzigt“ verweist hierauf und mahnt zu mehr Menschenwürde. Die Masken, die ihre Arbeiten fast durchgängig bestimmen, kritisieren, dass sich Menschen hinter Masken verstecken, um sich dem Leben nicht stellen zu müssen und sind als Spiel mit dem Selbst, der eigenen Wahrnehmung und Verantwortung zu verstehen.

Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese Würzburg, schreibt über das Werk Gudrun Brünes: „Wohin auch immer die Lebensspuren Menschen geführt haben und erlitten werden mussten: Für sie alle legt Gudrun Brüne ihre Bildspuren mahnend aus und setzt darin fort, was sich in Picassos „Guernica“ als Appell vor Augen stellt: Dem Leben Raum und Möglichkeit zu geben, unbedroht und menschlich gelebt werden zu können.“ Das wollen wir gerne so stehenlassen.

Ausstellung „Gudrun Brüne – Lebensspuren“ noch bis 22. Januar 2017 im Museum am Dom in Würzburg.

 

Copyright Foto:
Gudrun Brüne vor Ihrer Ausstellung, Foto © Gudrun Brüne

 

Franziska Gurk
28.11.2016

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