„Wilhelm Loth – Von der Figur zur Körperlandschaft von 1947 bis 1988“

Neue Sonderausstellung im Museum Lothar Fischer vom 5. März bis 11. Juni 2017

„Wilhelm Loth – Von der Figur zur Körperlandschaft von 1947 bis 1988“

 Der Darmstädter Wilhelm Loth (1920 –1993) zählt zu den bedeutendsten deutschen Plastikern und Hochschulprofessoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als 17-Jähriger nimmt Loth – vom druckgrafischen Werk Käthe Kollwitz‘ beeindruckt – Kontakt zu der Bildhauerin auf und wird in seinem Vorhaben gestärkt, Künstler zu werden. 1940 besucht er daraufhin kurz die Bildhauer-Klasse von Toni Stadler an der Städelschule in Frankfurt und lässt sich vom plastischen Gestalten mit Terrakotta inspirieren. Noch während des Naziregimes findet er schließlich zu seiner eigenen Figuration, die er nach 1945 sensibel weiterentwickelt. 1958 erhält Loth einen Ruf an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo er bis 1986 lehrt. Zahlreiche Einzelausstellungen in Deutschland und Ausstellungsbeteiligungen europaweit, wie auch die Teilnahme an der documenta III, bringen große Erfolge und internationale Anerkennung.

Unter dem Titel „Von der Figur zur Körperlandschaft von 1947 bis 1988“ verdeutlicht die aktuelle Auswahl im Museum Lothar Fischer in Neumarkt i. d. OPf. anhand von frühen Terrakotten, zahlreichen Zeichnungen, Gipsarbeiten, Bronzen und Fotografien der 70er- und 80er-Jahre, wie sich Loths Formensprache von der Auffassung der Figur als abstrahiertes Zeichen hin zu seinen Körperlandschaften entwickelt. Während das Frühwerk noch ganze Figuren zeigt, konzentriert sich sein späteres Schaffen zunehmend auf die ausschnitthafte Darstellung des weiblichen Körpers. In seinen Lippen-, Busen- oder Schoßobjekten spürt der Bildhauer zeitlebens dem Weiblichen nach, sodass er sein Schaffen auch als »Huldigung an die Frauen – Kulturbild und Frauenemanzipation« versteht. Mit dieser Präsentation, die erstmals auch zahlreiche Gipse des Bildhauers einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt, wird anhand von ca. 50 Arbeiten sein vielfältiges OEuvre gewürdigt.

»Schönheit, das ist für mich nicht eine vom Leben abgehobene Idealvorstellung, sondern ich suche sie in Formen, die das reale Leben anbietet und die für mich schön sind, weil sie lebensbejahend sind. Eine Schönheit, an der alle Frauen teilhaben können.« Wilhelm Loth

 

Fotocredits:
Aquarell Figur, 1967, Foto © Museum Lothar Fischer
Blick ins Depot, Foto © Schleicher Karlsruhe


30.03.2017

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