„Tischlampe mit figürlicher Frauengestalt“

Bamberg – Wien und zurück

„Tischlampe mit figürlicher Frauengestalt“

Bamberg, die Siebenhügelstadt, das fränkische Rom, Klein-Venedig und was gibt sie nicht alles her. Und mittendrin – das Klein-Dorotheum – die Antiquitätenstadt mit der Kunsthandelsfacette, die sich kleinteilig aneinanderreiht, Bürgerhaus an Bürgerhaus, in bester Lage und herausgeputzt vom Scheitel bis zur Sohle. Knapp 40 renommierte Geschäfte unterhalb des Dombergs bieten feudales Erbe, blaublütiges Interior und Möbel mit einem Hauch von Dekadenz, die den Geschmack alter, vergangener Zeit heroisieren, als böte die Gegenwart keinerlei Alternativen. Und vielleicht tut sie das auch wirklich nicht. Der Kunstbegriff hat sich nicht umsonst verändert. Steht längst nicht mehr nur im Dienste der Schönheit und damit in Abhängigkeit zeitlich gefasster Schönheitsideale. Die Gesellschaftsordnung ist mitgezogen. Sie hat sich eine soziale Komponente gebaut, während sich das aufstrebende Bürgertum an feudalem Vorbild maß, haben große Namen dem Proletarier verraten, wie er darauf zu reagieren hat.

 

Ebenso große Künstler- und Handwerker haben parallel die Lebenswelt verändert, Schönheit zu „form follows function“ verkehrt und sind, bis auf einige Objekte, die heute als Designklassiker gehandelt werden, dem Wirtschaftssystem mit dem größten Durchhaltevermögen – Kapitalismus – zum Opfer gefallen, in dem sie scheitern mussten. Dabei waren ihre Ansätze enorm spannend, in ganz verschiedene Richtungen. Und hatten sich längst vom Schmuckwerk adeligen Übermuts verabschiedet ohne sich von einer gelungenen Ästhetisierung der Lebenswelt loszusagen. Deshalb sind auch Objekte von Jahrhundertwende bis zur Nachkriegszeit in den schmucken Handel hineingerutscht.

 

Doch davon völlig unbeeindruckt, haben sich die Bamberger Antiquitätenhändler ihr Stadtviertel eingerichtet und zu einem besonderen Flecken für Liebhaber, Händler und Sammler gemacht. Gotische Skulpturen, signierte Möbel des 18. Jahrhunderts, dänisches Silber, Gemälde der klassischen Moderne, zeitgenössische Skulpturen und Reiseutensilien, die an Kreuzfahrten auf Luxuslinern der dreißiger Jahre denken lassen, sind nur ein kleiner Teil des Angebots. Die Händler haben der Domstadt eine Facette gebaut, um die sie von anderen Orten sehr beneidet wird und die als wahres Alleinstellungsmerkmal gilt. Und das schon lange bevor der Tourismus des Weltkulturerbes aufblühte. Sie bieten die Ausstattung feil, mit der die sämtlichen Baustile und –epochen, die die reichhaltige Historie Bambergs trägt, früher und zum Teil auch heute noch eingerichtet wurden bzw. werden. Doch der Großteil der Kunden ist von außerhalb. Stammkäufer, die bei Messen gefunden werden. Gäste der Weltkulturerbestadt mit einem Faible für Antiquitäten. Besucher der Bayreuther Festspiele. Um letztere werben die Kunst- und Antiquitätenwochen seit einigen Jahren verstärkt und positionieren sich ganz bewusst in der Nähe des gesellschaftlichen Großereignisses in der Wagner-Stadt. Erst in der Oper gesehen werden. Danach den neuen Sekretär aussuchen oder das Barock-Stück für den neuen Wintergarten. Ein charmantes Geschäftsmodell. Denn „shopping is a must“ für den Mann von Welt. Und nicht überall kann das nötige Kleingeld so angenehm in große Freude verwandelt werden. Im Idealfall mit bleibendem oder gar steigenden Wert. Bummeln von Schatzkiste zu Schatzkiste eben, auf der Suche nach den schönen Dingen mit bleibendem Wert und Charakter. Wenn es sein muss auch mit Privatjet – dem Initiator der Antiquitätenwochen, Istvan Csonth, wäre das eine wahre Freude gewesen, hätte er das noch miterleben dürfen.

 

Mindestens durch das Angebot zeitgenössischer Skulpturen gelingt der kleine Brückenschlag zum hier und jetzt dann noch. Die Galerie Sculptur in der Oberen Sandstraße ist längst kein Geheimtipp mehr und hält das Niveau der alten Zeit bis in die Gegenwart. Ausschließlich zeitgenössische Arbeiten werden ausgestellt und angeboten. Und auch das Internationale Künstlerhaus scheut sich nicht die hochwertige Ware ihrer Künstler zu präsentieren.

 

Nein ein zweites Dorotheum ist es nicht, das Antiquitätenviertel in Bamberg, aber eine gleichwertige Besonderheit, die Bamberg ziert und wertvoll macht. Und auch wenn die Händlergemeinschaft, wenn das Team nicht ganz an die 600 Auktionen, 40 Sparten, 100 Experten und mehr als 300 Jahre Erfahrung der Mannschaft im 1707 gegründeten Dorotheum in Wien heranreicht, wenn Bamberg nicht das größte „Auktionshaus“ im deutschsprachigen Raum ist, ist es sicherlich das charmanteste, bildet der Antiquitätenhandel die noble Spitze der angenehmen Einkaufsstadt inmitten des Weltkulturerbes Altstadt Bamberg. In Wien hat Kaiser Joseph I. den speziellen Handel gegründet. Ein Kloster dient inzwischen als Herberge – das Dorotheerkloster – daher auch der Name. Der Antiquitätenverbund in Bamberg kommt dagegen wesentlich bürgerlicher daher und hegt und pflegt zahlreiche denkmalgeschützte Bürgerhäuser. An beiden Orten sind Kundenservice und ein gehobenes Image, gepaart mit hervorragenden internationalen Kontakten ein Garant für einen gelungenen Treffpunkt für Kunstinteressierte und Sammler. Beide setzen besondere Impulse im Bereich zeitgenössische Kunst. Beide Orte empfangen ihre Gäste ganzjährig und setzen mit speziellen Wochen vielversprechende Höhepunkte ihres Gebarens. So lassen wir es uns gut gehen, wenn ein kleines bisschen Wien in Bamberg ankommt und verwöhnen mindestens unsere Augen während der Bamberger Antiquitätenwochen.

 

Rahmenprogramm & Infos:

 

Di., 23. Juli 2013, 11:00 Uhr
Internationales Künstlerhaus Villa Concordia
18. Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen
Eröffnungsveranstaltung nur für geladene Gäste

 

Fr., 26. Juli 2013, 17:00 Uhr
Schmidt-Felderhoff Kunsthandel
Claudia Schmidt-Felderhoff
Das Haus zum roten Hahn von 1340. Führung durch die neuen Geschäftsräume

 

Sa., 27. Juli 2013, 16:00 Uhr
Senger Bamberg Kunsthandel
Walter Senger
Kinderführung: Antiquitäten zum Anfassen

 

So., 28. Juli 2013, 16:00 Uhr Uhr
Christian Eduard Franke Kunsthandel
Christian Eduard Franke
Möbelkunde: Führung durch drei Jahrhunderte

 

Sa., 3. August 2013, 16:00 Uhr
Wenzel Kunsthandel, Matthias Wenzel
Kinder- und Jugendführung: Besuch im Antiquitätenhandel

 

So., 4. August 2013, 16:00 Uhr
Senger Bamberg Kunsthandel
Walter Senger
Die Tischkultur im Mittelalter

 

Sa., 10. August 2013, 16:00 Uhr Uhr
Gregor von Seckendorff Kunsthandel
Gregor von Seckendorff
Sächsischer Serpentin und die Liebe zum Kunsthandwerk

 

So., 11. August 2013, 16:00 Uhr
Wenzel Kunsthandel
Monsignore Prof. Dr. Dr. Rüdiger Feuner
Die Heiligen und ihr Patronat

 

Sa., 17. August 2013, 16:00 Uhr
Senger Bamberg Kunsthandel
Walter Senger
Kinderführung: Antiquitäten zum Anfassen

 

So., 18. August 2013, 16:00 Uhr
Dr. Schmitz-Avila Kunsthandel
Julian Schmitz-Avila
Was macht den Wert eines Möbels aus?

 

Das Dorotheum

 

Das 1707 gegründete Dorotheum ist das größte Auktionshaus für Kunst und angewandte Kunst in Mitteleuropa und im deutschsprachigen Raum.

 

Dorotheum GmbH & Co KG
Dorotheergasse 17
AT - 1010 Wien

 

Tel.: + 43-1-515 60-0,
Fax: + 43-1-515 60-443
Email: client.services@dorotheum.at

 

Ausgewählte Auktionen der kommenden Wochen:
Moderne und Zeitgenössische Druckgrafik
09.09.2013 - 16:00

 

Aus aristkokratischem Besitz und bedeutender Provenienz
12.09.2013 - 16:00

 

Plakate, Reklame, Comics, Film- und Fotohistorika
16.09.2013 - 16:00

Foto © Dorotheum GmbH & Co KG
01.07.2013

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