Wagner satt!

Da steckt Wagner drin - der neue alte Riese der Bayreuther Kultur

Wagner satt!

Er ist schier unerschöpflich, der Reigen an Veranstaltungen des Wagner-Jubiläums. Wahrlich wurde nichts ausgelassen, wahrlich nichts versäumt. Wenn überhaupt, dann könnte der Stoff bald mal ausgehen. Aber auch Not macht erfinderisch. Und das sind die Wagner-Akteure nachweislich gewesen und sind es noch. Das können die!

 

Ein Wunder, dass sich noch kein Überdruss eingestellt hat, bei dem vielen Überfluss an Wagner, Wagner und nochmals Wagner. Auch das ein Kriterium für Sorgfalt und Kreativität beim Aufstellen des groß angelegten Jubelfestes. Und wer noch nicht hat oder noch nicht genug hat, der hat noch jede Menge Gelegenheit:

 

„Wagner für alle“ bieten Götz Alsmann und die Staatskapelle Weimar, ein Open-Air Unterhaltungskonzert im Ehrenhof des Alten Schlosses. Was musikalisch passiert, wird nicht wirklich verraten. Kurzweile muss Programm sein, denn es gibt nur Stehplätze oder Platz für den Klappstuhl, wenn er selbst mitgebracht wird. Zudem gibt es Kurzfilmiges, Theater und Oper in allen Facetten, einen Blick auf das Verhältnis von Thomas Mann zu Wagner, Marionettentheater, Liederabende und weitere Ausstellungen.

 

Ottmar Hörl prüft Wagner auf seine Aktualität und der obligatorische Gottesdienst mit Werken von Wagner darf auch nicht fehlen. Vorträge, Live-Hörspiele, Stummfilme und Klavierkonzerte ergänzen, und spät im Wagner-Jahr steht der frühe Wagner erstaunlich oft auf dem Programm. Den Meisterkurs Wagner gibt es auch, ganz unabhängig vom großen Meister. Man könnte meinen, um Wagner dreht sich die ganze Welt. Doch eines wurde vergessen - ein klarer Minuspunkt. Wo bleibt es, das bravourös anzukündigende „Celebrity Death Match“, der RINGkampf Wagner gegen Jean Paul. Einer großen Gewichtsklasse im Boxkampf zugehörig wären wohl beide „Bayreuther“ nicht gewesen. Fragt sich wer sich cleverer, pfiffiger, kreativer und schlagkräftiger gäbe von den Zweien, wer vielleicht ein wenig mogeln sich traute und wie der Kampf seinen Verlauf nähme oder ob der Altersunterschied sich dabei bemerkbar gemacht hätte. Das wäre noch spannend, meine Herren Initiatoren, und würde das Durchschnittsalter der aktuellen Wagner-Frequenz um mehrere Jahrzehnte senken. Das wäre neu, das hat es noch nicht gegeben. Doch vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Und was sind schon 50 Jahre bis zum nächsten, groß angelegten Jubiläum, wenn Wagner dann 250 und Jean Paul gar 300 geworden wäre.

 

Information:

 

So., 14. Juli
Open Air mit der Staatskapelle Weimar und Götz Alsmann

 

Mi., 24. Juli - Sa., 03. August
Der Ring an einem Abend
von Philippe Arlaud

 

Mi., 31. Juli
Young Philharmonic Orchestra Jerusalem Weimar

 

Mi., 14. - So., 18. August
Live-Hörspiele von Stefan Kaminski
http://www.kaminski-on-air.de/

 

Mo., 26. August
Staatskapelle Dresden, Leitung Christian Thielemann
Liederabende
mit Annette Dasch (Mi., 21. August) und Adrian Eröd (Fr., 13. September)

 

Weitere Informationen:
www.wagnerstadt.de

Foto © Jerome Bonnet
01.07.2013

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