22. Internat. Samba-Festival Coburg

12. bis 14. Juli 2013

22. Internat. Samba-Festival Coburg

Das nunmehr 22. Internationale Samba-Festival in der Coburger Innenstadt findet vom 12. bis 14. Juli 2013 statt und bietet auf neun Bühnen in der Innenstadt ein reichhaltiges Programm mit über 3.000 Sambistas aus zahlreichen Nationen. Die ganze Vestestadt im Zeichen des Zuckerhuts, da dürfen auch Schirmherr/Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, ex-Fußball-Star Ailton, die TV-Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes, Ana Paula Evangelista & Leticia Guimaraes (Königinnen des Karnevals von Rio de Janeiro) und der musikalische Höhepunkt Olodum (Bloco Afro/Karnevalsgruppe aus Salvador da Bahia) nicht fehlen.

 

Samba-Spezialitäten für jeden Geschmack, temperamentvolle Tänzerinnen in farbenprächtigen Kostümen, phantasievolle Shows, brasilianischer Straßen-Samba und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm locken die Besuchermassen zum Samba-Festival nach Coburg. 100 Gruppen mit ihren Musikern, Trommlern und Tänzerinnen bringen das Temperament der Coburger und ihrer Gäste zum Kochen. Highlight des Festivals wird auch 2013 der farbenprächtige Samba-Umzug durch die Gassen und Straßen Coburgs sein. Ein Tanz-, Trommel- und Schönheitswettbewerb rundet das Programm neben vielfältigen Workshops ab. Bitte beachtet, dass sich die TeilnehmerInnen für Wettbewerbe und Workshops vorher anmelden müssen. Zum farbenprächtigen Umzug am Sonntag werden wie in den Vorjahren mehr als 200.000 Gäste erwartet, die dann die Straßen der Oberfrankenmetropole säumen.

 

Die veranstaltende Sambaco GmbH unterstützt seit Beginn des Festivals verschiedene Projekte für Straßenkinder in Brasilien. Viele Kinder leben in Brasilien auf der Straße, weil ihre Eltern sie aus Armut einfach aussetzen, weil sie in Kontakt mit Drogen kommen, weil betteln oft die einzige Verdienstmöglichkeit ist. Dem Staat fehlen die Mittel für ein soziales Netz, das diese Kinder auffangen könnte. Nur über private Spenden können einigen Kindern bessere Lebensbedingungen, ein Schulbesuch und eine Berufsausbildung ermöglicht werden. Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützen solche geförderten Projekte diese Kinder. Und auch Sie können helfen:

 

Mit dem Kauf des Programmheftes fließt pro Heft jeweils 1 Euro in die Kinderprojekte. Wenn Sie selbst spenden möchten: Informationen und Kontakte dazu finden Sie auf den Seiten zu den einzelnen Hilfsprojekten. Das Programmheft können Sie im Shop online unter www.samba-festival.de erwerben.
Was den Besuch in diesem Jahr überaus lohnenswert macht, ist der einzige Deutschland-Auftritt von Brasiliens musikalischem Aushängeschild Olodum. Sie sind der klangmächtige Ausdruck schwarzen Bewusstseins. Die legendäre Gruppe aus Salvador da Bahia ist nach wie vor der erfolgreichste Vertreter afro-brasilianischer Musik in Europa. Aus der 1973 zunächst als Kulturverein gegründeten und in sozialer Stadtteilarbeit (Pelourinho) engagierten Selbsthilfe-Initiative ´Grupo Cultural Olodum´ generierte sechs Jahre später die Band als ´bloco´ für den ´carnaval´. Seitdem gelten Olodum als absoluter Top-Act der Samba-/Reggae-Szene, als Legende und Kult zugleich. Die Trommel-Beats der vielköpfigen Percussiongruppe bilden das Fundament äußerst tanzbarer Musik, auf dem wechselnde Sänger aufbauen. Stilistisch verlassen sich Olodum auf einen Mix aus afrikanischen Wurzeln mit den vielfältigen Rhythmen des brasilianischen Nordostens. Auch wenn laut Mitglied und Produzent Jorge Ricardo „Geschlecht, Hautfarbe oder Religion keine Rolle spielen“, ist Olodum doch ein ´bloco afro´, der maßgeblich zum politischen und kulturellen Emanzipationsprozess der Afro-Brasilianer u.a. durch die ´escola Olodum´(eine Schule) beiträgt. Auch außerhalb Brasiliens hat sich die Band dank zahlreicher, weltweiter Tourneen (auch in Deutschland war man regelmäßig zu Gast) durch mitreissende, energiegeladene Shows ein ständig wachsendes Publikum erarbeitet.

 

Besonders ihre Zusammenarbeit mit Künstlern wie Paul Simon, Michael Jackson oder Spike Lee fand dabei große Beachtung. Die Auftritte der Band Olodum gelten als exotisch, nicht aber als folkloristisch. Nachdem 2010 eine Live-CD als Best Of zum 30jährigen Jubiläum erschien, haben Olodum neben Hits und Klassikern wie „Mania Nacional“, „Alegria Geral“ oder „Olodum Pra Balancar“ auch immer aktuelle Kompositionen im Gepäck. Auf jeden Fall werden sie zusammen mit dem Publikum in Coburg eine große Party feiern, bei der es allerdings um mehr als nur um Trommeln und Tanzen geht! Wer sich näher mit dem Thema Olodum auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch „Die Macht der Trommeln“ von Petra Schaeber aus dem Archiv der Jugendkulturen empfohlen. Darin geht es um Olodum und die Blocos Afros aus Salvador/Bahia sowie um afro-brasilianische Kultur und „Rassen“beziehungen. Weitere Infos zu Olodum gibt es unter www.olodum.com.br sowie zum gesamten Programm des Festivals unter www.samba-festival.de

Frank Keil; Foto © Sambaco, Coburg
01.07.2013

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