Stampfen, Staunen, Sehen

Kunstausstellungen in der Metropolregion

Stampfen, Staunen, Sehen

Die Spielzeugstadt

Nürnberg und die Spielzeugwelt
Spielzeugmuseum Nürnberg
Verlängert bis 9. März 2014

 

Nürnberg war und ist eine Spielzeugstadt von Weltgeltung: Ihre Tradition reicht von den "Dockenmachern" des Mittelalters über herausragende Zinnfigurenhersteller und die zahlreichen Blechspielzeugfabrikanten des Industriezeitalters bis hin zur weltweit bedeutendsten Spielwarenmesse der Gegenwart. Aus dem Füllhorn der Noris ergoss sich über Jahrhunderte eine ungeheure Flut von Spielwaren über die ganze Welt. Mit zahlreichen Exponaten aus der Museumssammlung und privaten Kollektionen illustriert die Sonderausstellung diese außergewöhnliche Vielfalt. Sie beleuchtet das erfolgreiche Zusammenspiel von Handwerk, Industrie und Handel im Wandel der Zeit. Der Versandhandelspionier G.H. Bestelmeier wird hierbei ebenso gewürdigt wie die VEDES als größte europäische Fachhandelsorganisation und die Internationale Spielwarenmesse. Aktuelle Beispiele aus dem "Schaufenster Franken" stellen zudem unter Beweis, dass Spielzeuge von Firmen aus der Metropolregion Nürnberg bis heute weltweit begehrt sind.

 

Spielzeugmuseum (Museum Lydia Bayer),  Karlstraße 13-15,  90403 Nürnberg

Reguläre Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 10 - 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 - 18 Uhr
Während der Spielwarenmesse: Täglich 10 - 20 Uhr 

 

 

The Chimera of M

Sebastian Brueckner
05.12.2013 - 02.02.2014
Ort: Kunsthaus im KunstKulturQuartier
Der Eintritt ist frei

Der in London lebende Künstler Sebastian Buerkner entfaltet im Kunsthaus Nürnberg einen begehbaren Atlas innnerer Bewusstseinszustände des fiktiven Ausstellungsprotagonisten M. Skurrile.

In den vier Ausstellungsräumen verbinden sich Projektionen, Installationen und Skulpturen zu einem begehbaren Atlas, der durch die Erinnerungswelt und inneren Bewusstseinszuständen eines fiktiven Protagonisten namens M. führt.

 

In seinen Animationen thematisiert Sebastian Buerkner das Wechselspiel zwischen hyperrealer Zeichnung und entrückter Surrealität. Im teils stark abstrahierten Bilderfluss seziert er die Darstellung von individueller Erinnerung und Wahrnehmung und weißt so auf deren sensorische Unzuverlässigkeit hin. Unter Verwendung subversiver Erzählstrukturen richten sich Buerkners Arbeiten  gezielt an den Assoziations- und Erfahrungsschatz des Betrachters.

 

In seinem neuen 3D-Film, dem der Titel der Ausstellung entnommen ist, werden die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher durch die Art der Kameraführung (point of view) in ein dreidimensionales Erlebniskorsett gesteckt. Das komplexe Geflecht von räumlicher Irreführung, komprimierter Dialoge und unlösbaren moralischen Konflikten, kumuliert in einer sensorischen Überforderung, die  eine eigene Autorenschaft gegenüber dem Erlebten abverlangt.

 

Erstmalig sind hier Sebastian Buerkners Arbeiten in diesem Umfang in Deutschland zu sehen.

 

Öffnungszeiten:

Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr, Mo geschlossen

 

 

Funktion / Dysfunktion.

Kunstzentrum Glasgow

bis 09.02.2014

Neues Museum Nürnberg

 

Aus der Idee heraus, Zentren von künstlerischer Dynamik vorzustellen, ist eine Ausstellung mit Künstlern aus Schottland erwachsen. Die Ausstellung Funktion / Dysfunktion. Kunstzentrum Glasgow stellt innerhalb der Reihe /prospekt/ sechs Künstler aus Glasgow in den Fassadenräumen des Neuen Museums vor. Hinter der geschwungenen Glasfassade sind die eigens für die Ausstellung entworfenen Installationen rund um die Uhr von außen sichtbar.

 

Die schottische Metropole hat sich seit den neunziger Jahren zu einem pulsierenden Zentrum der bildenden Kunst entwickelt. Brennpunkt dieser Entwicklung ist die renommierte Kunstakademie in Glasgow, die Glasgow School of Art. Aus dieser sind seit den neunziger Jahren Künstler hervorgetreten, die wie Douglas Gordon 1996 oder Martin Boyce 2011 den bedeutenden Turner Prize gewannen oder auf der Biennale in Venedig zu sehen waren. Die Auswahl der Künstler zu dieser Ausstellung reflektiert sowohl diese Entwicklung eines starken schottischen Kunstzentrums über mehrere Generationen hinweg, als auch die internationale Durchmischung und den ausgeglichenen Anteil von Künstlerinnen und Künstlern in der Szene.

 

"Funktion / Dysfunktion" – der Haupttitel weist auf die inhaltliche Ausrichtung bei der Künstlerauswahl hin. Als Projekt in einem Museum für Kunst und Design stellt dieses Porträt einer Kunstlandschaft zugleich einen internationalen Trend vor: Es werden Werke präsentiert, bei denen Aspekte des Designs aufgenommen werden und Formen des Angewandten in die künstlerischen Produktionen einfließen. Auf Designobjekte selbst wird direkt Bezug genommen oder es werden Dinge des alltäglichen Gebrauchs in die Arbeiten integriert. Materialien aus industrieller Fertigung werden eingesetzt oder Techniken des Handwerks und des Kunsthandwerks angewendet. Diese Praxis hat unmittelbar erfahrbare, kontextualisierende Installationen hervorgebracht, die jetzt im Neuen Museum zu erleben sind.

 

Neues Museum

Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg

Eingang Klarissenplatz

Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr, Donnerstag: 10-20 Uhr. Montags ist das Museum geschlossen. 

 

 

DAS GROSSE REINEMACHEN

27. Februar bis 04. Mai
Kunsthaus im Kulturquartier Nürnberg

Reinemachen steht für einen Neuanfang, gleich einem Frühjahrsputz mit viel Hoffnung auf sonnige Tage. Reinemachen bedeutet Hingabe, Pflege und Liebe für etwas Wertvolles und steht dafür, dass es weiter gehen kann.

Reinemachen meint aber auch das Aufräumen und Wegbringen von unangenehmen Dingen wie Sondermüll, verseuchten Böden oder gar Bomben.

Trotz der Selbstverständlichkeit dieser alltäglichen Tätigkeit stellen sich bei genauer Betrachtung fundamentale Fragen: Gibt es überhaupt das absolut Reine? Steht das große Reinmachen nicht auch für immer wieder kehrendes und nie enden wollendes?

„Das große Reinemachen“ ist Metapher, Utopie, Heilsversprechen – und viel Arbeit.

Die Ausstellung zeigt zeitgenössische künstlerische Positionen aus Deutschland, Zypern, Großbritannien und Italien in Fotografien, interaktive Installationen, Videokunst, kinetischen Skulpturen und Rauminstallationen. Kuratiert von Carmen Beckenbach

 

 

"Rein malerisch"

Wilhelm Leibl und sein Kreis

14. Dezember 2013 bis 23. März 2014
Museum im Kulturspeicher Würzburg

Den „größten Bildnismaler seit Rembrandt“ nannte man ihn, und schon kurz nach seinem Tod in Würzburg 1900 galt er als einer der bedeutendsten deutschen Maler seiner Generation: Wilhelm Leibl. Bereits während seines Studiums an der Münchener Akademie in den 1860er Jahren zeigte sich sein herausragendes malerisches Talent – aber auch seine Unfähigkeit, sich anzupassen. Der junge Maler brach mit den akademischen Normen seiner Zeit und erteilte der pathetischen Historienmalerei und den sentimentalen Genredarstellungen seiner Zeitgenossen eine Absage: Nicht das „Was“ des Bildes zählte für ihn, sondern das „Wie“, nicht eine gemalte Geschichte, sondern Farbe, Form und malerische Umsetzung des Gesehenen. Obwohl Leibl dem Gegenstand verpflichtet blieb, trat damit erstmals in der deutschen Kunstgeschichte die Malerei selbst in den Vordergrund.

 

Leibl verfocht seinen Standpunkt nicht allein: Der charismatische, durch seine „kolossale Intensität“ auffallende junge Mann sammelte schon zu Akademiezeiten eine Gruppe Gleichgesinnter um sich, die man später zum „Leibl-Kreis“ zählte. Dabei handelte es sich nicht um eine „Schule“, sondern um den lockeren Zusammenschluss fortschrittlich eingestellter Maler, die sich austauschten und voneinander lernten: Karl Haider, Theodor Alt, Rudolf Hirth du Frênes und Johann Sperl hießen die engsten Akademiefreunde; in Paris lernte Leibl 1869 Otto Scholderer kennen, bald darauf Hans Thoma. Wilhelm Trübner und Carl Schuch stießen 1871 auf Leibl und ließen sich von ihm zu einem neuen Weg ihrer Malerei inspirieren.

 

Nach nur wenigen Jahren des intensiven Austausches gingen alle diese Künstler ihre eigenen Wege, jeder entwickelte seinen individuellen Stil. Gemeinsam blieb ihnen allen aber die Idee des „Reinmalerischen“: Verzicht aufs Geschichtenerzählen hieß das und die Wahl möglichst einfacher Gegenstände: Porträt, Stillleben und Landschaft. Angeregt von der Kunst der Alten Meister, vor allem aber von einem intensiven Naturstudium und geleitet von einem unsentimentalen, offenen Blick entwickelten sie jeder für sich eine hohe Malkultur, die in den späten Stillleben Carl Schuchs und im meisterhaften, atmosphärischen Spätwerk

 

Abb.: Wilhelm Leibl, Das Mädchen mit der Nelke, Fragment mit rechter Hand, 1880/81, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Wilhelm Leibl, Jugendliches Selbstbildnis, um 1861, Museum im Kulturspeicher Würzburg

Johann Sperl, Auf der Wiese, 1897, Museum im Kulturspeicher Würzbur

 

Dienstag 13-18 Uhr, Mittwoch 11-18 Uhr, Donnerstag 11-19 Uhr, Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag 11-18 Uhr
Montags geschlossen
Das Haus ist barrierefrei.

 

Copyrigths Fotos:

Neues Museum Nürnberg (Nachtansicht)

Spielzeugmuseum Nürmberg (Bing_Lok)

Sebastian Buerkner (Chimera2)

Neues Museum Nürnberg (Barclay)

Tamara Claus (SS2013_TammyMagazine_068)

Theodor Alt (Leibl im Kreis seiner Freunde)


08.01.2014

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