Neue Köpfe, neues Design, neue Inhalte

Beim Kissinger Sommer 2017 bricht nach dem Intendantenwechsel eine neue Ära an, doch das Festival setzt nach wie vor auf Bewährtes

Neue Köpfe, neues Design, neue Inhalte

 30 Jahre Festival unter der Ägide ein- und derselben Intendantin sind eine lange Zeit, weshalb es verständlich ist, dass der nunmehr eingetretene personelle Wechsel (von Kari Kahl-Wolfsjäger zu Tilman Schlömp) auch mit einem Wechsel im Corporate Design einhergeht. Natürlich werden die Nostalgiker dem leuchtenden Grün nachweinen, das als Abbild der prachtvollen Räumlichkeiten des Regentenbaus das Cover der Programme drei Jahrzehnte lang zierte. Doch alles darf mal ein Ende haben, und so präsentiert sich das neue Programmbuch in neuer Gestalt, sowohl das Format als auch die graphische Oberfläche betreffend. Letztere orientiert sich übrigens am neuen Logo der Stadt Kissingen. Feine Striche in warmen Farben deuten einen Globus an, der wohl die Weltoffenheit Bad Kissingens und die internationale Ausrichtung des Festivals betonen soll.

Wer im Programm blättert, entdeckt eine ganze Reihe von „alten Bekannten“, zu denen Weltstars wie Grigory Sokolov, Kent Nagano, Hilary Hahn, Julia Fischer, Christian Gerhaher, Vesselina Kasarova oder Arcadi Volodos gehören. Nicht anders verhält es sich mit der Prominenz der Klangkörper, die vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Bamberger Symphonikern angeführt werden. Hinzu gesellen sich herausragende Orchester wie das DSO Berlin, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, das Münchner Rundfunkorchester oder das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. Neu und ständiger Gast ist jetzt die Kammerphilharmonie Bremen, die unter der Leitung des charismatischen Paavo Järvi und in verschiedenen Formationen auftreten wird.

Beibehalten wird eines der seit Jahren erfolgreichsten Formate des Kissinger Sommers, der „Klavierolymp“. Nicht nur dessen Pianisten werden jedoch auftreten, sondern auch die Gewinner der drei großen internationalen Wettbewerbe – also Tschaikowsky-Wettbewerb Moskau, Concours Géza Anda in Zürich und Chopin-Wettbewerb Warschau. Eine große Rolle spielt das Thema Sologesang: von barocken Arien bis zum romantischen Klavierlied, vom Belcanto bis zur renommierten Kissinger Liederwerkstatt werden etablierte Stars und der singende Nachwuchs das Publikum „auf den Flügeln des Gesanges“ in andere Welten entführen. Dabei wird man sich auf den Erstauftritt der gefeierten Sopranistin Measha Brueggergosman besonders freuen dürfen.

Eine als „Palastrevolution“ angekündigte Überraschung mit Lokalkolorit bietet der diesjährige „Kissinger Sommer“ am 8. Juli an: das Jugendmusikkorps Bad Kissingen, das Kulturorchester Bad Kissingen, die Kammerakademie Potsdam und das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau werden im Verein mit vielen anderen Künstlern den Regentenbau mit „revolutionärer Musik“ erobern. Dann kann sich das Publikum einen jeweils individuellen Konzerttag zusammenstellen. Beginn ist um 11 Uhr vormittags, der Ausklang mit einer Lounge im Schmuckhof zu später Stunde. Der „Kissinger Sommer“ hebt heuer am 16. Juni mit einem prominent besetzten Eröffnungskonzert an und klingt am 16. Juli mit einem ebenso erstklassig besetzten Abschlusskonzert aus. Unter kissingersommer@stadt.badkissingen.de oder telefonisch unter 0971-8048-444 gibt es Karten für das feine fränkische Festival.

 

Fotocredits:
Rosengala, Max-Littmann-Saal, Foto © Romana Kochanowski

Martin Köhl
31.05.2017

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