Unterirdischer Konzertsaal

Millionenprojekt Haus Marteau nimmt Gestalt an

Unterirdischer Konzertsaal

 Ein moderner, großer Übungssaal in Form eines Stollens sowie zahlreiche Verbesserungen innerhalb der einstigen Künstlervilla: Für die Planungen dieser umfassenden Um- und Anbaumaßnahmen an der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg gab der Bezirkstag von Oberfranken bereits im Sommer 2016 grünes Licht. Damit soll dieses Projekt dem seit Jahren steigenden Zuspruch, sowohl unter Teilnehmern der jährlich stattfindenden Meisterkurse, als auch den Besuchern der Abschlusskonzerte, Rechnung getragen werden. Die Entwürfe für das 3,2-Millionen-Euro Projekt sind nun fertiggestellt und wurden von Architekt Peter Haimerl aus München im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert. Haimerl, der sich unter anderen mit dem Bau des mehrfach ausgezeichneten Konzertsaals in Blaibach, einer 2000-Seelen-Gemeinde im Bayerischen Wald, einen Namen gemacht hat, plant mehrere Umbaumaßnahmen für das Haus Marteau. Die Entwürfe sehen vor, lediglich das Erd- und das Kellergeschoss der Künstlervilla partiell umzustrukturieren und so an die geänderten Anforderungen anzupassen. Um das bestehende Gebäude und die umgebende Parkanlage so weit wie möglich unangetastet zu lassen, soll ein Anbau in Form eines Stollens unterirdisch in die Umgebung integriert werden. Als neuer Konzert- und Übungssaal wird dieser Platz für weitere 80 Besucher bieten. In der Villa selbst sollen vier neue Probenräume eingerichtet werden, damit in Zukunft auch zwei Meisterkurse parallel stattfinden können. Dafür soll das Gebäude um mehrere Zentimeter abgesenkt werden. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wird zudem ein Aufzug installiert, der künftig einen barrierefreien Zugang in sämtliche Bereiche des Gebäudes ermöglicht.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, eine solch umfassende Maßnahme durchzuführen, war für den Bezirk Oberfranken, der ja Träger des, Anfang der 1980er-Jahre erworbenen, Hauses Marteau ist, die bereits vorab erwähnte Tatsache, dass sich jedes Jahr mehr Studenten und Absolventen von Musikhochschulen aus dem In- und Ausland für einen der rund 30 Meisterkurse in der ehemaligen Künstlervilla des zu seinen Lebzeiten schon weltberühmten Geigers Henri Marteau anmelden. Als Dozenten können regelmäßig namhafte Instrumentalisten mit internationalem Bekanntheitsgrad gewonnen werden. Die Villa inmitten einer ruhigen Parkanlage bietet den Nachwuchstalenten ideale Studienbedingungen. In einzigartiger Atmosphäre können sie hier intensiv und konzentriert üben. Kostproben ihres Könnens geben die Musiker im Anschluss an die Meisterkurse in öffentlich stattfindenden Abschlusskonzerten, die jedes Jahr von mehr als 1200 Musikliebhabern (auch hier ist die Tendenz steigend) besucht werden. Das frühere Speisezimmer Henri Marteaus und die angrenzende Bibliothek, die bislang als Konzertsaal dienten, bieten dabei nur ein begrenztes Hör- und Sehvergnügen.

Für die Umsetzung der Baumaßnahmen wird mit einem voraussichtlichen Gesamtumfang von 3,2 Millionen Euro kalkuliert, entsprechende Förderanträge wurden bei der Oberfrankenstiftung und dem Bayerischen Kulturfond eingereicht. Wie Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler betont, werden mit dem Projekt nicht nur „über 3 Millionen Euro in die Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses investiert“, sondern auch „den Zuhörern der Abschlusskonzerte ein besseres Musikerlebnis ermöglicht“. „Damit setzen wir ein Ausrufezeichen in der lebendigen und vielseitigen Kulturlandschaft Oberfrankens“, betonte der ehemalige Bamberger Landrat. Und wer die Arbeiten Haimerls kennt, insbesondere das Blaibacher Konzerthaus, der darf sich zumindest auf zwei weitere Dinge freuen. Eine herausragende Architektur und eine vorzügliche Akustik.

 

Copyright Foto:
3D-Planung - Innenansicht, Foto © Peter Haimerl
Konzerthaus Blaibach, Foto © 2mcon, Bamberg
Konzerthaus Blaibach, Abgang, Foto © 2mcon, Bamberg


03.08.2017

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