die musica bayreuth feiert richard strauss

ernste und unterhaltsame musik verschmelzen

die musica bayreuth feiert richard strauss

Auch wenn die Musica Bayreuth in ihrem Herzen ein Klassikfestival ist und bleibt, gilt 2014: Die Grenzen zwischen sogenannter ernster und sogenannter unterhaltender Musik befinden sich in Auflösung. „Weil es hier“, sagt der künstlerische Leiter der Musica, Clemens Lukas, „unglaublich Spannendes zu entdecken gibt, stellen wir uns diesem Trend gerne, denn er ermöglicht ein Programm, das Klassikfreunde genauso erfreut wie solche, die es noch werden wollen.“ Ein schöner – und wichtiger – Zug ist es im Übrigen, dass Lukas die Besucher des Festivals, das vom 29. April bis zum 28. Mai stattfinden wird, ausdrücklich darum bittet, Kinder oder Enkel mitzubringen.

 

Zum Auftakt erinnert man im Großen Haus der Stadthalle an den Jubilar Richard Strauss. Die junge deutsch-französisch-ungarische philharmonie wird sich an die opulent besetzte (einschließlich zweier Harfen, Bassklarinette, Kontrafagott), 1890 in Eisenach unter der Leitung des Komponisten uraufgeführte Tondichtung „Tod und Verklärung“ wagen. Nicolaus Richter, der Leiter der Städtischen Musikschule, steht am Pult des internationalen Projektorchesters, Solistin in Orchesterliedern von Strauss ist die Mezzosopranistin Melinda Heiter von der Staatsoper Budapest. Ergänzt wird das Programm der jungen philharmonie um Auszüge aus dem „Ring des Nibelungen“.

 

Die KlassikKneipe am 2. Mai in Engin’s Ponte verspricht bei freiem Eintritt einen Abend zwischen Klassik, Weltmusik, Kulinaria und klassisch-elektronischer Musik auf Vinyl, die DJ Gagarino alias Jürgen Grözinger auflegen wird. Auf den traditionellen persischen Handtrommeln Tombak und Daf wird Mohammed Reza Mortazavi in Klangwelten führen, die zwischen Trance, Polyphonie, Tanz und schnellen Beats changieren. Anderntags ist der aus dem Iran stammende Virtuose in einem Solokonzert im Festsaal des Neuen Schlosses zu erleben.

 

Sechs noch sehr junge Frauenstimmen aus Leipzig – Sjaella a Cappella – werden am 10. Mai im Neuen Schloss für ätherische Klänge sorgen. Geboten werden von 19.30 Uhr an Lieder von Hugo Distler und Knut Nystedt ebenso wie Hits aus der Feder Stevie Wonders und der Beatles. Am Muttertag lädt das Ensemble Allegra aus Nürnberg zu einer „Liebesfrühling“ betitelten Schloss-Serenade. Erklingen wird unter anderem das fünfte von Gustav Mahlers Rückert-Liedern, „Liebst du um Schönheit“, hier in einer Bearbeitung für Oboe und Streichtrio, dem eine Vertonung des Rückert-Gedichtes durch Clara Schumann gegenübergestellt wird. Die Dancefloor Destruction Crew aus Schweinfurt, die bereits zweimal Weltmeister wurde, lässt am 13. Mai in der Stadthalle Mozart auf Breakdance treffen.

 

Im Schloss Fantaisie zu Donndorf interpretiert das SonARTrio am 17. Mai Werke von Karlheinz Stockhausen, von Joachim Hespos, von Tilo Medek und Astor Piazolla („La muerte del angel“, Der Tod des Engels). Die Besetzung ist ungewöhnlich: Violine, Violoncello und Bajan, also die in Osteuropa verbreitete Form des Akkordeons. Das Trio macht sich für zeitgenössische Musik stark und ist Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs. Schon seit 1967 ist das Lukas Consort, ausgezeichnet mit dem ECHO-Klassik-Award, immer wieder bei der Musica Bayreuth zu Gast. Am 18. Mai wird das Consort gemeinsam mit dem Bach-Trompetenensemble München und derzeitigen sowie ehemaligen Mitgliedern der Bamberger Symphoniker „Barocke Festmusiken“ von Telemann, Vivaldi, Bach und Händel aufführen. Salut Salon, vier Hamburgerinnen an Geigen, Cello und Klavier, wird am 22. Mai in der Stadthalle mit Filmmusik, lateinamerikanischen Rhythmen, Folk, Pop und eigenen Chansons zu begeistern wissen. Am 24. Mai geht es auf eine musikalische Spazierfahrt nach Rothenburg ob der Tauber, wo Viktor Lukas ein Orgelkonzert geben wird. Mit dem Project Trio von Greg Pattillo in der Besetzung Flöte, Cello und Kontrabass klingt die Musica Bayreuth am 28. Mai in der Panzerhalle aus. Im Repertoire der New Yorker Musiker finden sich Werke von Beethoven und Bach genauso wie von Thelonius Monk, Duke Ellington, Jethro Tull und Guns’n’Roses. Bereits am Vormittag wird es in einem Schülerkonzert des Project Trios zu interaktiven rhythmischen Übungen mit den Schülern kommen. 

 

Copyright Foto: © Wolfgang Michalowski

Jürgen Gräßer
08.04.2014

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