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Einverwandlungen

Manfred Hürlimann im Albrecht-Dürer-Haus Nürnberg

Bis 31. August

 

Seit langem schon zählt Manfred Hürlimann, 1958 in Oberstaufen im Allgäu als Schweizer Staatsbürger geboren, zu den bedeutendsten Malern Nürnbergs. Einer Lehre als Kirchenmaler schloss sich bis 1986 ein Studium der Malerei bei Günter Voglsamer an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg, deren Präsident Voglsamer damals war. Hürlimanns jüngste Arbeiten treten in den Dialog mit den Werken Albrecht Dürers. Damit stellt sich Hürlimann in eine illustre Reihe von Künstlern, die sich seit Jahrhunderten von den Werken Dürers haben inspirieren lassen, Joseph Beuys beispielsweise, Sigmar Polke, Samuel Bak und Anselm Kiefer.

 

In seiner charakteristischen künstlerischen Handschrift hat Hürlimann in Malerei und Zeichnung Motive aus dem Schaffen des großen Nürnbergers herausgegriffen und ihnen ganz neue, häufig verblüffende Qualitäten abgewonnen. Eines der großen Themen des Dürer-Hauses, das Nachleben Albrecht Dürers, wird so um ein spannendes Kapitel erweitert.

 

Albrecht-Dürer-Haus Nürnberg - Albrecht-Dürer-Straße 39 - 90403 Nürnberg

 

Dienstag, Mittwoch und  Freitag 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr

 

 

 

Renée Sintenis

Museum im Kulturspeicher Würzburg

12. April bis 22. Juni

 

Sie hat den Berlinale-Bär geschaffen und gehört fraglos zu den maßgeblichsten Bildhauerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Renée Sintenis. Neben der um zwei Jahre älteren, aus Würzburg stammenden Emy Roeder war sie die einzige, die sich zu ihrer Zeit intensiv mit der (bei ihr überwiegend kleinformatigen) Tierplastik beschäftigte. Sintenis’ „Großes Vollblutfohlen“ brachte die Deutsche Bundespost Berlin zum Hundertsten der Künstlerin als 60-Pfennig-Briefmarke heraus. Auch Statuetten von Sportlern wie Fußballspielern,  dem Boxer Erich Brandl und dem finnischen Wunderläufer Paavo Nurmi hat Sintenis in den Zwanzigern, als sie ihre größten Erfolge feiern konnte, gefertigt.

 

Nach den Rassegesetzen der Nationalsozialisten als Halbjüdin bezeichnet, wurde die 1888 im schlesischen Glatz geborene, 1965 in Berlin verstorbene Sintenis im Jahr nach der unseligen Machtergreifung aus der Berliner Akademie der Künste ausgeschlossen. Ihre Werke wurden 1937 durch die Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Nach dem Krieg lehrte Sintenis, zu deren Freunden Ringelnatz und Rilke zählten, als Professorin an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Die umfassende Würzburger Werkschau wird begleitet von Vorträgen und Führungen.

 

Museum im Kulturspeicher - Oskar-Laredo-Platz 1 - 97080 Würzburg

 

Dienstag 13 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 19 Uhr, Freitag, Samstag, Sonntag 11 bis18 Uhr,
montags geschlossen

 

 

 

today is tomorrow’s yesterday

Justine Otto in der kunst galerie fürth

09. Mai bis 15. Juni

 

Die Hauptrolle in der postfeministischen Bildwelt von Justine Otto – 1974 in Zabrze/Polen geboren, nach dem Studium an der Städelschule in Frankfurt am Main in der Nähe von Hamburg zuhause – spielen junge Frauen und Mädchen, Männer sind lediglich Staffage, bleiben Pappkameraden. Individualität und Geschichte, Begierden und Rollenbilder werden von Otto in Öl auf Leinwand oder mitteldichten Holzfaserplatten verhandelt.

 

Parallel zu ihrer Tätigkeit an den Städtischen Bühnen Frankfurt im Bereich Bühnenbild und Kunstgewerbe hat Otto bei dem aus dem oberfränkischen Rehau gebürtigen Peter Angermann studiert. Jean-Christophe Ammann, immerhin (Ex-)Direktor des Frankfurter Museums für Moderne Kunst und ein Kurator von Rang, sagt über Otto dass sich reale und irreale Elemente in ihren Bildwelten verdichteten zu einer beunruhigenden Atmosphäre, deren „Temperatur auf der Nullgradgrenze“ liege. In der aktuellen Bilderschau geht es um Geschichte und Begehren,  um Schuld und Unschuld sowie Rollenbilder, die messerscharf seziert werden. Und es geht um die immer wiederkehrenden, existentiellen Fragen des Lebens, die gestern, heute und morgen unser Denken und Handeln bestimmen. Zur Eröffnung von „today is tomorrow’s yesterday“ am 9. Mai wird Peter Angermann in die Ausstellung einführen.

 

kunst galerie fürth - Königsplatz 1 - 90762 Fürth

 

Mittwoch bis  Samstag 13 bis 18 Uhr, Sonntag und Feiertage 11 bis 17 Uhr, Montag und Dienstag (auch an Feiertagen) geschlossen

 

 

 

Christoph Brech

Kunsthalle Schweinfurt, Große Halle

10. Mai bis 14. September

 

In der in der Rüfferstraße gelegenen Kunsthalle hatte Christoph Brech ein Heimspiel, denn vor einem halben Jahrhundert wurde der international vor allem für seine Videoarbeiten und Rauminstallationen geschätzte Künstler in Schweinfurt geboren. Eine Gärtnerlehre hat Brech nicht weiter verfolgt und sich stattdessen der Kunst zugewandt. Von 1989 bis 1995 studierte er an der Münchner Akademie bei Franz Bernhard Weißhaar. Als Gastdozent gab Brech sein Wissen unter anderem an der Université du Québec in Montréal und in Taiwan weiter.

 

Brech ist mit Preisen und Stipendien bedacht worden, darunter das Villa-Massimo-Stipendium. Davon zeugt ein großformatiges „Foto-Tagebuch“. In seinen Arbeiten setzt sich Brech mit Themen wie Vergänglichkeit, Zeit und Erinnerung auseinander, oft auch mit der Musik. So hat er für die Bayerische Staatsoper ein Videoportrait des Baritons Wolfgang Koch aufgenommen und mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Mahlers Fünfte visualisiert, Töne und Rhythmen in einen Sternenhimmel verwandelt.

 

Kunsthalle Schweinfurt - Rüfferstraße 4 - 97421 Schweinfurt

 

Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 Uhr bis 21 Uhr

 

 

 

Wert voll Farbe

Gerhard Hotter und Waldemar Bachmeier in der Kunstmühle Mürsbach

18. Mai bis 19. Juni

 

Einzig auf die Gegebenheiten Form und Farbe konzentriert sich deren führendem Theoretiker Theo van Doesburg zufolge die Konkrete Kunst. Lyrismus, Dramatik, Symbolik und Gefühle müssten ausgeschalten werden. Es gelte, allein aus plastischen Elementen, aus Flächen und Farben, das Werk zu konstruieren. Die beiden Nürnberger Gerhard Hotter und Waldemar Bachmeier sind dieser Tradition verpflichtet. Vom Thema „Spiel“ ausgehend, sagt Hotter, „erkunde ich in meiner Arbeit das bildnerisch-poetische Potential in mathematischen Strukturen. Rhythmisierungen, Überlagerungen und Farbgeflechte öffnen den Blick auf eine klare Schönheit der Mathematik und kreieren einen meditativen Gegenpol zur immer deutlicher wahrgenommenen Flüchtigkeit des täglichen Lebens.“ Wolfgang Bachmeier knüpft an das Zufallsprinzip an. In den „Farben des Glücks“ macht er die Lottozahlen materiell sichtbar. Bei Bachmeier und Hotter trifft hohe Farbigkeit auf formale Strenge.

 

Kunstmühle Mürsbach - Mühlstraße 8 - 10 - 96179 Rattelsdorf

 

Geöffnet jeden Sonn- und Feiertag von 14 bis 18 Uhr

 

Copyrights Fotos:

© Foto Kulturspeicher: Dieter Leistner

© Foto Huerlimann (Albrecht-Dürer-Haus): Museen der Stadt Nürnberg

© Foto Berlinale Bär: Museum im Kulturspeicher Würzburg

© Foto fourth corner: Justine Otto

© Foto brechbücher: Nikolaus Steglich

© Foto Überlagerung TS: Gerhard Hotter

Jürgen Gräßer
08.04.2014

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