Denk mal an ein Denkmal

Die Willy-Aron-Gesellschaft und der lange Weg zum Bamberger Widerstandsdenkmal

Denk mal an ein Denkmal

Seit nunmehr 6 Jahren laufen die Planungen, Gespräche und Konzeptionen in mehr oder weniger großen Runden, die sich um ein für Bamberg ganz wichtiges Thema drehen, das Widerstands-Denkmal. In dieser Zeit gab es immer wieder Änderungen an der Konzeption und das allerletzte Wort ist vielleicht auch heute noch nicht gesprochen, aber bis zur geplanten Installation im kommenden Jahr hat man ja auch für den „Feinschliff“ noch ein wenig Zeit. Zumindest die Familie von Stauffenberg zeigt sich mit der momentanen Konzeption zufrieden. Vor dem Hintergrund, dass sich die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft unter dem Signet „Zivilcourage, Erinnerung und Mahnung“ für Projekte einsetzt die Zivilcourage im Stadtraum dokumentieren und damit das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Bamberg vital erhalten, konnte man am 23. Mai zu einem Pressetermin der besonderen Art in das Atelier des bekannten Bamberger Bildhauers Albert Ultsch einladen. Gekommen waren, neben den Projektbeteiligten und dem 2. Bürgermeister Dr. Christian Lange, Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen in einer sonst nur selten zu erlebenden Vollständigkeit.

 

Als Hausherr begrüßte Albert Ultsch die Gäste und gab das Wort dann auch gleich an Dr. Lange weiter. Dieser dankte im Namen der Stadt Bamberg für die Einladung und betonte sogleich die Wichtigkeit des Projektes. Er gab zu verstehen, dass man sich in der Stadtverwaltung durchaus die Frage gestellt habe, wie man die Willy-Aron-Gesellschaft zum Gedenktag des Widerstandes am 20. Juli unterstützen könne und freute sich besonders, dass die kürzlich erteilte Baugenehmigung für das Denkmal ein solches Unterstützungssignal sei. Er gab zu verstehen, dass man das Denkmal durchaus als ein stetiges Symbol gegen die Gefahr durch Rechtsradikalismus sehen könne, zumal er auch selbst das Bündnis gegen rechts unterstütze.

 

Am Standort Harmoniegarten, zu dessen Auswahl die ehemalige Heimatpflegerin Dr. Karin Dengler-Schreiber einen entscheidenden Anstoss gegeben hatte, werden zukünftig drei Büsten aus Messingguss auf stählernen Stelen platziert, die zusammen mit zwei weiteren braunen Steinplatten, im Halbkreis angeordnet sind. Kombination, Anordnung und Farben sprechen eine Symbolsprache, wie sie klarer nicht sein könnte. Hinter jeder Stele steht eine weitere Säule, die jeder Plastik sozusagen als Rückwand dient. Eine jeweils vor der Stele eingelassene kleine Messingplatte, ähnlich den bekannten Stolpersteinen, trägt die wichtigsten Informationen zu der abgebildeten Person. Die von Albert Ultsch gefertigten Büsten zeigen Willy Aron als Vertreter des sozialistischen Widerstands, Hans Wölfel als Vertreter des kirchlichen Widerstands und Claus Schenk Graf von Staufenberg als Vertreter des Widerstands innerhalb des Militärs. Die Zusammenführung dieser drei Personen in einem Denkmal ist mutig, aber thematisch durchaus angebracht. Widerstand, der in Bamberg nach Angeben der Willy-Aron-Gesellschaft ziemlich gering ausfiel (gerade mal ein Prozent der Bamberger Bevölkerung konnte dem Widerstand zugerechnet werden) beschränkt sich nie auf nur eine Schicht der Bürgerschaft. Abgerundet wird das Denkmal durch einen Baum, der zur Strassenseite hin gepflanzt und mit einer Sitzscheibe versehen wird, damit sich Besucher Zeit beim studieren des Denkmals lassen können.

 

Wie immer ist auch bei diesem Projekt die Finanzierung ein wichtiges und nicht ganz einfaches Thema. Aktuell sind durch verschiedenste Zusagen von den veranschlagten 140.000 Euro bereits 90.000 Euro finanziert. Bemerkenswert ist dabei, dass es eine Einzelspende eines Bamberger Bürgers in einer beträchtlichen Höhe gibt, durch die das Projekt richtig Fahrt aufnehmen konnte. Nun müssen alle Kräfte gebündelt werden um auch die verbleibenden 50.000 Euro noch einzusammeln. Insofern fiel mit dem Pressetermin auch gleichzeitig der Startschuss für die weitere Sponsorensuche. Es gilt, die Bürger zu mobilisieren, um diesem Projekt zu einem schnellen und guten Abschluss zu verhelfen.

 

Wenn auch Sie dabei helfen wollen, dass die Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in unseren Köpfen bleibt, dann spenden Sie. Im Infokasten finden Sie alle notwendigen Informationen.

Ludwig Märthesheimer
23.06.2014

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