Das Genie Leonardo Da Vinci

„Mona Lisa“ und „Abendmahl“ in Nürnberg

Das Genie Leonardo Da Vinci

Noch bis zum 10. August würdigt man im Nürnberger Quelle-Areal an der Fürther Straße mit Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) einen der genialischsten Künstler überhaupt, und zwar in all seinen zahlreichen Facetten. Mit über vier Millionen Besuchern weltweit ist „Da Vinci – Das Genie“ eine der erfolgreichsten Ausstellungen zum weitgespannten Schaffen des Universalgenies. Sie ist in mehr als ein Dutzend Themenbereiche gegliedert und stellt mehr als 200 Werke vor, darunter auch die absoluten Klassiker wie die „Mona Lisa“ und das „Abendmahl“.

 

Dem Geheimnis der Mona Lisa können die Besucher in einem eigenen Ausstellungsbereich am Beispiel von hochwertigen Reproduktionen auf die Spur kommen, und zwar en detail. Der französische Ingenieur und Erfinder Pascal Cotte hat das Original mit einer von ihm selbst entwickelten Multispektralkamera im Pariser Louvre unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ohne Schutzglas aufgenommen und hernach analysiert. In dreieinhalb Dutzend stark vergrößerten Bildausschnitten in höchster Auflösung kann man Einzelheiten etwa in der Haltung und der Farbgebung (Cotte entdeckte die Originalpigmente aus dem Jahr 1506) ausmachen, die sonst für das bloße Auge nicht sichtbar sind. Zudem gelang es Cotte mittels seiner Aufnahmen die einzige detailgetreue Replik der Vorder- und Rückseite des Meisterwerkes anzufertigen.

 

Da Vinci war auch ein begnadeter Erfinder, der seiner Zeit weit voraus war. Von Forscherdrang und Wissbegierde getrieben, experimentierte er zeitlebens mit den Elementen Luft und Wasser. So entwickelte der Vordenker von Luftfahrt und Maschinenbau, nachdem er Fledermäuse und Vögel beobachtet hatte, Flugmaschinen, die heutigen Gleitflugzeugen, Fallschirmen und Hubschraubern erstaunlich nahe kommen. Des Weiteren entwarf Da Vinci ein Schaufelrad-Boot, eine Taucherausrüstung, einen Rettungsring, eine Bohrmaschine und eine Art Roboter. Diese diversen Maschinen wurden für die Werkschau nach den Aufzeichnungen in des Meisters Notizbüchern originalgetreu nachgebaut. Das Anfassen und Ausprobieren der insgesamt 75 Maschinen-Modelle ist übrigens ausdrücklich erlaubt.

 

Fasziniert war Leonardo auch von optischen Phänomenen wie Licht und Schatten. Er betrieb anatomische Pionierarbeiten, erkannte die Funktionsweise des Auges und fertigte die Studie eines Schädels an (sowie eine frühe Darstellung eines Kindes im Mutterleib). Zudem soll er ein guter Musiker gewesen sein und entwickelte auf der Grundlage seiner Akustikkenntnisse neuartige Musikinstrumente wie ein tragbares Klavier und eine mechanische Trommel.

 

Ein umfassendes Begleitprogramm gestattet interessante Blicke auf das Genie Leonardo. Das Ausstellungskino im Foyer bietet Tag für Tag im stündlichen Wechsel drei spannende Dokumentationen, beispielsweise über den Raub der Mona Lisa anno 1911. Bei den Late Nights am 27. Juni und am 11. Juli hat das Haus bis Mitternacht geöffnet. Es werden geführte Rundgänge mit Kunsthistorikern und kurze Referate angeboten. Der aus dem Fernsehen bekannte Historiker geht am 1. Juli bei seinem Vortrag in der Comödie Fürth den Fragen nach, wie Deutschland zur Zeit da Vincis ausgesehen hat, was die Menschen bewegt hat und spürt den gesellschaftlichen Entwicklungen nach. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten. An den Familiensonntagen am 29. Juni und am 27. Juli dürfen sie in einer offenen Werkstatt malen und die Objekte des Meisters nachbauen.

 

An der Tageskasse kann man sich auch einen Audio-Guide ausleihen. Die in Deutsch und Englisch erhältliche Audi-Führung lässt sich individuell gestalten. Sie enthält verständliche Erklärungen, erstaunliche Fakten und weiterführende Informationen zu den Exponaten, die je nach persönlichem Interesse abgerufen werden können. Die Gebühr von 2,50 Euro ist gut investiert. Das Genie Leonardo da Vincis und seiner visionären Ideen lässt sich kaum fassen. Bis zum 10. August besteht im Quelle-Areal noch die Gelegenheit, sich mit seinem Schaffen und Denken auseinanderzusetzen. Die Ausstellung ist derart vielfältig geraten und so spannend gemacht, dass man sie mit Gewinn auch mehrere Male besuchen kann.

 

Copyright Bilder: © Mona Lisa, Leonardo da Vinci, Selbstbildnis, Leonardo da Vinci, mechanische Trommel, Leonardo da Vinci, Das letzte Abendmahl, Leonardo da Vinci

Jürgen Gräßer
24.06.2014

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