Der Sommeropern-Himmel über Bamberg

Blech, Bendzko und Bizet beim Domplatz Open-Air

Der Sommeropern-Himmel über Bamberg

 Neue Stimmen am Opernhimmel zu präsentieren, hat sich Till Fabian Weser, der künstlerische Leiter der Sommer Oper Bamberg, zum Auftakt des Domplatz Open-Air am 13. Juni vorgenommen. Einem Freitag, notabene, woraus zu schließen ist, dass weder der Dirigent noch die so jungen wie frischen, unverbrauchten Stimmen dem Aberglauben huldigen. Sechs Solisten aus den letzten drei Produktionen der Sommer Oper Bamberg, die sich längst als beschwingendes Sprungbrett für beachtliche Karrieren erwiesen hat, werden bei der Sommernachtsgala zu hören sein und mit populären Arien und Ensemblenummern zu begeistern wissen. Sie werden begleitet vom Georgischen Kammerorchester Ingolstadt, das unter anderem von Gastspielen beim Kissinger Sommer und durch die Zusammenarbeit mit Virtuosen wie Gidon Kremer, Christian Zacharias, Natalia Gutman und Sharon Kam bekannt ist.

Die Australierin Valda Wilson, sie gab letztes Jahr die Donna Anna, hat bereits mit dem Londoner Covent Garden zusammengearbeitet und unter Dirigenten wie Antonio Papano und Philippe Herreweghe gesungen. Von der kommenden Spielzeit an ist sie fest im Ensemble des Staatstheaters Oldenburg. Den Don Giovanni an Wilsons Seite verkörperte Jirí Rajniš, der am Landestheater Coburg eine (vorübergehende) Bleibe gefunden hat. In seiner tschechischen Heimat war der nahezu blutjunge Bariton beispielsweise beim Prager Frühling zu hören. Der Tenor Pablo Karaman ist Schüler von Montserrat Caballé. Der legendären katalanischen Sopranistin ist auch Elena Nasteska verbunden, insofern als sie Finalistin im Montserrat Caballé Wettbewerb war. Erfolge am Theater Koblenz und bei der Salzburger Biennale kann die Rumänin Irina Marinas vorweisen, während die Mezzosopranistin Katherina Roussou bei der Internationalen Bachakademie unter Helmut Rilling gesungen hat.

Schöne Karrieren sind das allesamt, und nicht minder schön dürfte sich das Programm gestalten mit Ohrwürmen von Puccini, Mozart, Verdi und Bizet. Die genauen Titel stehen noch nicht fest. Damit hat es folgende Bewandtnis: Besucher des Open-Airs durften sich ihre Lieblingsarie oder die ihnen liebste Ensemblenummer wünschen. Einsendeschluss des Gewinnspiels, bei dem es Freikarten zu gewinnen gab, war der 20. Mai. Das Programm stand bei Redaktionsschluss noch nicht endgültig fest.

Am 14. Juni wird Tim Bendzko & Band auf dem Bamberger Domplatz zu Gast sein. Der Berliner Singer-Songwriter, der vor just drei Jahren „Nur noch kurz die Welt retten“ wollte, um hernach zu seiner Liebsten zu fliegen, startete am letzten Maitag in Stuttgart zu seiner „Ich steh nicht mehr still“-Tournee. Bei seinem Auftritt wird er unterstützt von Ivy Quainoo, die im Januar ihr zweites Album „Wildfires“ live vorstellte und ebenfalls nur gute Kritiken erntete: „Ihre Stimme ist zweifellos etwas Besonderes, ihre Intonation und Phrasierung zieht unmittelbar in den Bann – eine musikalische Perle“ schwärmte die Kölner Presse. Bei den anstehenden Terminen von Tim Bendzko wird Ivy Quainoo bei den Konzerten in Stuttgart, Tüssling, Bamberg, Mönchengladbach, Hamburg und beim Hessentag in Bensheim - wo Tim Bendzko übrigens in Begleitung der hr Bigband auftreten wird – als Special Guest auftreten.

Die Fans von Tim dürfen sich also in jeder Hinsicht auf wunderschöne Sommerkonzerte freuen!

Zum Ausklang des dreitägigen Domplatz Open-Air-Festivals kommen am 15. Juni LaBrassBanda an die Regnitz. Die schrägen Vögel, barfuß, in Lederhosen und T-Shirts gekleidet, konnten 2013 beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit dem Titel „Nackert“ fast den Sieg davontragen. Die Radiohörer favorisierten sie, das Fernsehpublikum sahen sie auf dem zweiten Platz. Allein, die Jury war ihnen alles andere als wohlgesonnen. Dabei macht die muntere Truppe um den Leadsänger und Trompeter beste Bayern-Balkan-Blasmusik. Mit ungewöhnlichen Arrangements, mit bayerischen Texten, mit musikalischem Können, Charisma und einer mitreißenden Spiel- und Lebensfreude begeistern LaBrassBanda ihre Zuhörer. Dass Tubist Andreas Hofmeir eine Professur am Mozarteum innehat, dass er am 15. Dezember in Coburg mit dem Philharmonischen Orchester Jörg Dudas Tubakonzert machen wird, dass Hofmeier für Heiko Triebener bereits beim Blechbläserquintett der Bamberger Symphoniker eingesprungen ist, sei nur en passant noch erwähnt.

 

Copyright Fotos: © Domplatz Open-Air Bamberg / Paul Ripke / Gerhard Schloetzer

Jürgen Gräßer
24.06.2014

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