Leonard Bernsteins „West Side Story“

Gastspiel in Schweinfurt

Leonard Bernsteins „West Side Story“

 Es war in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der große Dirigent, Musikvermittler und Komponist Leonard Bernstein (1918 bis 1990) die Idee hatte, William Shakespeares Tragödie um das junge Liebespaar „Romeo und Julia“ vom italienischen Verona in die New Yorker Bronx zu transponieren. Die Uraufführung seiner „West Side Story“ im September 1957 am Broadway war ein durchschlagender Erfolg, ein Erfolg, der bis heute nicht nachgelassen hat. Und die Verfilmung ist mit nicht weniger als zehn Oscars ausgezeichnet worden.

 

Die Mutter des US-amerikanischen Musicals verbindet Gesangsnummer, Schauspiel und Tanzeinlagen auf einzigartige Weise. Die Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria spielt sich vor dem Hintergrund eines Bandenkrieges zwischen den Jets, die für New York stehen, und den Sharks, die aus Puerto Rico eingewandert sind, ab. Die tragische Liebe endet mit dem Tod Tonys, der von einem Mitglied der Sharks erschossen wird. Erst danach bringt Maria die verfeindeten Gruppen dazu, Frieden zu schließen.

 

Mit der Musik zur „West Side Story“ hat Bernstein etliche Ohrwürmer geschaffen. Sie macht Anleihen beim Jazz, orientiert sich an Tanzmusik und an der großen italienischen Oper. Da ist beispielsweise Marias munteres, selbstbewußtes „I feel pretty“, da ist das rhythmisch aufgeladene „America“, da ist Tonys zartes Liebesbekenntnis zu seiner angebeteten „Maria“, und da ist das melodiös-innige „Somewhere“. Im Schweinfurter Theater wird die deutsche Fassung nach Frank Tannhäuser und Nico Rabenald auf die Bühne kommen. Am 25. Juni und am 26. Juni ist damit das Landestheater Detmold zu Gast.

 

Kay Metzger hat die „West Side Story“ in Szene gesetzt, die wahrlich nicht ganz unwichtige Choreographie stammt von Richard Lowe, Martin Kiuntke hat die Kampfszenen koordiniert. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Matthias Wegele. Er ist 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Landestheater Detmold. Wegele ist es ein besonderes Anliegen, über die Sprache der Musik mit anderen Kulturkreisen in Kontakt zu kommen und in den Dialog zu treten, was ihm beispielsweise bei zahlreichen Dirigaten in der Türkei gelungen ist. Er macht sich vor allem für die Opern von Giacomo Puccini und Richard Strauss stark.

 

Copyright Foto: Björn Klein

Jürgen Gräßer
24.06.2014

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