Kindheit im Zweiten Weltkrieg und im Palästinakonflikt

Illustration in der kunst galerie fürth

Kindheit im Zweiten Weltkrieg und im Palästinakonflikt

 Noch bis zum 3. August widmet sich die kunst galerie fürth am Königsplatz der „Kindheit im Krieg“. Gezeigt werden Illustrationen aus Büchern von Robert Innocenti sowie von Tobias Krejtschi zu einem Text von Karin Gruß. „Rosa Weiss“ (1986) ist das Buch des aus der Nähe von Florenz gebürtigen Innocenti, der sein Handwerk autodidaktisch gelernt hat. Es ist das erste Kinderbuch überhaupt, das die Stimmung des letzten Kriegsjahres 1944/45 aus dem Blickwinkel eines kleinen deutschen Mädchens schildert. „Rosa Weiss“ hat sich erstmals dem Thema Holocaust, aufbereitet in einem Bilderbuch für Kinder, angenommen und dadurch eine Reihe ähnlicher Kinderbücher angestoßen. Auch Innocenti selbst widmete sich ein weiteres Mal dem heiklen Thema, nämlich in seinen Illustration zu „Erikas Geschichte“ von 2002, nach einem Text von Ruth Vander Zee.

 

„Ein roter Schuh“ (2013) von Karin Gruß hat Tobias Krejtschi illustriert, der 1980 in Dresden geboren wurde. Den Handlungsrahmen bildet der seit über einem halben Jahrhundert ungelöste Palästinakonflikt. Auf wenigen Seiten wird die Arbeit eines Fotojournalisten im Gazastreifen geschildert. Er soll Bilder einfangen von Kindern, deren Schulbus auf dem Weg zum Sport beschossen wurde. So fotografiert er einen Jungen, der verletzt auf einer Bahre liegt und am linken Fuß einen roten Basketballschuh trägt. Es ist der gleiche Schuh, den der Fotograf seinem Neffen zum achten Geburtstag geschenkt hatte. Die dynamischen, harten Illustrationen von Tobias Krejtschi sind in Schwarz-Weiß gehalten. Für leuchtende Farbe sorgt allein der rote Schuh.

 

Karin Gruß, zu deren verlässlichsten Kritikern bis heute ihre drei Kinder zählen, sagt von ihrer Arbeit, dass sie damit einem Phänomen entgegenwirken möchte, welches sie „ästhetischen Rassismus“ nennt: die rasche Ablehnung eigenwilliger, fremder und avantgardistischer Bildsprache.

 

Neben öffentlichen Führungen durch die Ausstellung an den Freitagen, 11. und 25. Juli, jeweils 15 Uhr, und an den Sonntagen, 20. Juli und 3. August, jeweils 11 Uhr, stehen die Kooperationsveranstaltungen „Kinder im Vorschul- und Grundschulalter philosophieren mit Eltern und Großeltern“ mit dem Dekanat und Evangelischen Bildungswerk Fürth am Freitag, 18. Juli, 17 bis 19 Uhr, sowie „Schnipselgedichte und Wortcollagen“ mit der Volksbücherei Fürth am Samstag, 26. Juli, 10 bis 12 Uhr, auf dem Programm. Für beide Veranstaltungen wird um Anmeldung unter Telefon (0911) 974-16 90 gebeten.

 

Copyright Foto: © Tobias Krejtschi

Jürgen Gräßer
04.07.2014

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