Liebling der Frauen – Die Tasche

Sonderausstellung im Pfalzmuseum Forchheim

Liebling der Frauen – Die Tasche

Birkin Bag (Hermès), die 2.55 (Chanel), die Dior Lady Dior (Dior), die Jacky (Gucci), oder die Alexa (Mulberry) und… und… und. Eigentlich bräuchte man an dieser Stelle nur eine schier endlose Aufzählung berühmter Taschen niederzuschreiben und man hätte seiner journalistischen Pflicht genüge getan. Zumindest bei den meisten weiblichen Lesern rufen diese Namen schon Assoziationen hervor, mit denen man ganze Seiten dieser Zeitung füllen könnte, ohne auch nur ein weiteres Wort geschrieben zu haben. Damit würde man aber der Ausstellung, um die es in diesem Artikel geht und auch dem Kultobjekt Tasche, sicher nicht annähernd gerecht werden. Immerhin gilt es die 200-jährige Kulturgeschichte eines Gegenstandes zu erzählen der, warum auch immer, einen besonderen Status in unserem Leben einnimmt und, neben seiner Funktion als Gebrauchsgegenstand, mitunter maßgeblich den persönlichen Lebensstil und Status seiner Trägerin demonstriert. Bei Namen wie den vorab genannten und Preisen von bis zu 150.000 Euro (für eine Diamond Birkin Bag von Hermès) lässt sich das leicht nachvollziehen. Während die Tasche um 1800 noch vorwiegend dem Zweck diente, die persönlichen Habseligkeiten zu beherbergen, gibt es heute ein breites Spektrum des facettenreichen und zugleich funktionalen Accessoires: Spezialisierte Taschen wie Tages- und Abendtaschen oder Taschen für Reise, Sport und Kosmetik sind eine Selbstverständlichkeit geworden.

 

Von dem Taschenrausch gepackt hat Ingrid Buresch aus Bamberg über Jahre hinweg leidenschaftlich die Objekte ihrer Begierde gesammelt und in dieser Zeit eine ansehnliche Kollektion zusammengestellt. Raritäten aus dieser Privatsammlung hat sie nun dem Pfalzmuseum Forchheim zur Verfügung gestellt, das damit um diese Stücke eine interessante Sonderausstellung verwirklichen konnte. Ein besonderes Augenmerk der Schau liegt auf den handwerklichen Techniken, mit denen früher Frauen ihre Taschen selbst gestalteten. Besonders charakteristische Beispiele bestehen aus unterschiedlichsten Materialien wie Leder, Samt, Seide und Metall, ja sogar aus Holz und Stroh. Aus der Fülle der privaten Sammlung von Ingrid Buresch werden historische Stücke vorgestellt, z.B. Perlentaschen – mit bis zu 

70 000 Perlen aufwendig von Hand bestickt – oder kostbare „Petit-Point-Taschen“, gefertigt als private Handarbeit, von Heimarbeiterinnen und Manufakturen. Produkte berühmter Modedesigner wie z.B. von Chanel sind ebenso dabei wie interessante Herrentaschen. Beleuchtet werden auch kulturhistorische Aspekte der Tasche wie z.B. die Tasche im Lebenslauf, der Inhalt der Tasche, besondere Farben und Taschen für besondere Zwecke.

 

Copyright Fotos:  Pressefotos

Ludwig Märthesheimer
04.08.2014

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