Vom kleinen Teufel Eitel

Eine Geschichte der Tochter des Malers Otto Dix

Vom kleinen Teufel Eitel

Man kennt den Vater. Otto Dix gehört zu den bedeutendsten Maler, Grafikern und, vor allem, Zeichnern, des vergangenen Jahrhunderts. Seine Tochter Nelly tourte mit dem Zirkus Barum um die Welt, und schrieb, in Sütterlin, ein Märchenbuch. Die Geschichte um den weitgereisten kleinen Teufel Eitel ist jetzt erschienen in Ekkehard Faudes so kleinem wie verdienstvollen, im Schweizerischen Lengwil (Thurgau) sitzenden Verlag. Gezeichnet, illustriert und aufgeschrieben hat sie im Sommer 1936 die damals erst dreizehnjährige Nelly Dix. Die Geschichte geht so: Der kleine Teufel Eitel büxt aus. Die Hölle ist ihm zu langweilig. In der ihm verbotenen neuen Welt erlebt er wundersame Abenteuer. Er kommt in Frau Sonnes Küche, lernt Wind, Blitzhexe, die Regen-Hanne und den Frost kennen. In der Wolkenstadt wird er Schleierträger, er gerät unter Seeräuber und dass die Geschichte gut endet mit seiner Heimkehr, verdankt er der fürchterlich schimpfenden Baba Jaga. Eine herrlich deftige Geschichte mithin, erfunden von einer gerade einmal Dreizehnjährigen, deren wuchernde Bildung, deren Imagination und Erzählfreude für ein an Tempo reiches Buch sorgen. Ihre in den Text gefügten Aquarellbilder sind Ruhepunkte eigener Art: von Handelsschiffen, Häusern auf Hühnerbeinen und der Bibliothek in Onkel Monds Studierstube bis hin zu jener delikaten Szene, in der dem Schwanz des Teufelchens eine Schere wesentlich zu nahe kommt. Nellys Bruder Jan hat dem fein aufgemachten Buch ein

 

Nelly Dix, Die Geschichte vom weitgereisten kleine Teufel Eitel. Lengwil: Libelle, 2013.

Jürgen Gräßer
04.08.2014

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