Martins Hasswörter (4)

„Smart“

Martins Hasswörter (4)

 Eigentlich bin ich ein wenig spät dran mit diesem Wort, denn „smart“ geistert schon seit langem im denglischen Wortschatz herum und nervt deshalb auch schon seit vielen Jahren. Aber es gibt ja die Regel, dass alles immer noch schlimmer kommen kann. Noch vor 10 Jahren war das Wort, dessen Grundbedeutung eigentlich „schlau“ ist, reserviert für affektiert auftretende Dressmen und konnte bestenfalls mit „schick“ übersetzt werden. Oder sagen wir’s lieber gleich auf Englisch: fashionable. Ganz schrecklich wurde es, wenn „chic“ im Deutschen ­gebeugt werden musste, also aus einem eigentlich schicken Anzug ein „chicer“ wurde. Wie soll man das eigentlich aussprechen?

Neuerdings ist für „smart“ fast nur noch die Bedeutung „schlau“ aktuell. Das Smartphone mag ja schick sein, aber vor allem ist es halt schlau. Dasselbe gilt für die Smartwatch, das Smarthome und viele andere kluge Dinge, die hinzukamen. Dass Donald Trump smarte Politik macht, ist sowieso klar. Schaut man auf die neueste Wortschöpfung in Verbindung mit „smart“, so wird es bedenklich. Es soll nämlich bald auch „smarte Kriege“ geben, genauer gesagt solche, die per IT-Technologie oder mittels Drohnen ausgefochten werden. ­Brave new world! Sind solche Scharmützel dann nicht nur schlau, sondern auch noch schick?

Information

Herkunft:

englisch smart, zu: to smart = schmerzen, verletzen, also ursprünglich = schmerzend, schmerzlich, dann auch: scharf, beißend, schneidend

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen:

1. clever, gewitzt

Beispiele:
„ein smarter Kurdirektor“
„eine smarte Marketingleiterin“

2. von modischer und
auffallend erlesener
Eleganz; fein

Beispiel:
„smart aussehen“

Quelle: duden.de

 

Fotocredits:

Ist das noch „smart“ oder nur noch „schick“?, Foto © pixabay.com

Martin Köhl
02.08.2018

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren:

Challenge  

Challenge

Martins Hasswörter (1)

>> mehr erfahren...

Eure Meinung? Leserbrief verfassen