Museumsfest im Mainfränkischen

Von den Freuden des Barock

Museumsfest im Mainfränkischen

 Am ersten Septembersonntag, also am 7. September, lädt das Mainfränkische Museum Würzburg wieder zu seinem beliebten Museumsfest ein. Auf der Festung Marienberg, die hoch über der Stadt thront, erwartet die großen wie die kleinen Besucher – für Kinder, die weniger als einen Meter messen, ist der Eintritt frei – ein abwechslungsreiches, packendes Programm.

 

Das Motto „Alles BaRock!“ gibt die Richtung vor. Und da die Zeit des Barock auch für ihre üppige Haartracht bekannt ist (die Herren trugen langlockige Allongeperücken), darf eine Coiffeuse nicht fehlen. Sie hört auf den Namen Sabrina Binzenhöfer und wird, wie es heißt, „bezaubernde Barockfrisuren“ gestalten. Von Monteverdi über Corelli, Lully, Henry Purcell, Vivaldi, Händel, Telemann und Bach reicht die Phalanx der barocken Tonmeister. Die wie der Musikliebhaber Hermann Hesse aus Calw im Schwarzwald gebürtige, in Würzburg lebende Sopranistin Anja Tschamler, die unter anderem bei dem großen Irwin Gage und bei der nicht weniger profilierten Julia Hamari studiert und von Christa Ludwig, Norman Shetler und Peter Schreier weitere Impulse empfangen hat, wird barocke Arien zu Gehör bringen.

 

Die aktuelle Sonderausstellung des Mainfränkischen Museums, „Sammlerglück – Fayencen der Sammlung Wolf-D. Amelung“, führt die Kunstfertigkeit der Epoche aufs Schönste vor Augen. Interessierte dürfen sich in der Technik der Fayencebemalung üben: jeder kann so für einen Augenblick oder zwei zum Künstler werden. Die Folkloretanzgruppe „Samt und Seide“ aus Randersacker wird anmutig und leichtfüßig – „How can we know the dancer from the dance?“, fragte 1928 der Ire William Butler Yeats in einem seiner bekanntesten Gedichte –Tänze aus der Barockzeit vorführen, ohne sich von deren komplexer Schrittfolge schrecken zu lassen.

 

In der Abteilung Volkskunst entführen Tee, Kaffee und Schokolade in die exotische Welt der Gerüche und Gewürze. Während die Eltern sich mit einem Schnappschuss als barockes Pärchen verewigen können, dürfen Kinder in Kostüme schlüpfen und sich einen Fächer, eine Maske oder ein Zupfinstrument basteln. Darüber hinaus sorgen Märchen, Musik und Maskeraden für eine überbordende und mitreißende Stimmung.

 

Schließlich kann man auch der Restauratorin des Mainfränkischen, Susanne Wortmann, über die Schulter schauen und in etlichen Führungen sich auf die Spur der barocken Geheimnisse des Mainfränkischen Museums begeben. Am 7. September verspricht das Haus zu einem veritablen Erlebnis für die ganze Familie zu werden. Nichts wie hin! Zumal die Gestaltung der Eintrittspreise darauf angelegt ist, dass auch Familien und Wenigbetuchte am ersten Septembersonntag hoch über Würzburg „baRocken“ können:

 

Erwachsene                            5,50 Euro

Kinder unter 1m                     Frei

Kinder bis 18 Jahren              1,50 Euro

Familienkarte (min. 1 Kind)   7,50 Euro

 

Foto Copyright: © Mainfränkisches Museum Würzburg

Jürgen Gräßer
24.08.2014

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