RAUHNACHT

Ein Kabarett-Thriller mit Stefan Leonhardsberger

RAUHNACHT

 Es war 2015, als der Münchner Merkur mit Stefan Leonhardsberger eine sogenannte „Entdeckung auf Österreichisch“ machte, als der 28-Jährige auf der Stroblbühne mit umgedichteten Popsongs wie etwa „Da Billi Jean is ned mei Bua“ das Publikum begeisterte. Dabei überzeugte er nicht nur mit einer Stimme, deren Bandbreite von Joe Cocker bis Prince reicht, sondern auch mit Breakdance-Einsätzen die das Publikum zu Jubelstürmen hinriss. Seine künstlerischen Wurzeln aber hat der gebürtige Oberösterreicher im Schauspiel, absolvierte seine Ausbildung in Linz, um danach in Ingolstadt zwei Jahre als Ensemblemitglied des Stadttheaters auf der Bühne zu stehen. Sein Talent und seine Leidenschaft für Musik konnte er dort als Hauptdarsteller im Musical „Dylan“ und in einem Stück über ­Johnny Cash unter Beweis stellen. Ganz zu schweigen von seiner Mitgliedschaft bei Austria 4, einem Cover-Projekt, das in ganz Bayern eine große Fangemeinde für sich begeistert.
Nun entert das kongeniale Duo Leonhardsberger und Schmid (der ihn schon 2015 auf der Bühne mit seiner Akustik-Gitarre begleitete) erneut die Bühnen, in diesem Fall die des Erlanger E-Werks. In „Rauhnacht“ verkörpert Stefan Leonhardsberger zehn zwielichtige Charaktere, vom einsamen Bauern bis zur senilen Großmutter, die Tarantino nicht besser hätte erfinden können. Wie bereits gesagt, begleitet Martin Schmid die bitterböse One-Man-Show mit cineastischem Live-Soundtrack. Als die 15-jährige Nora Höllerbauer in der Neujahrsnacht spurlos verschwindet, macht sich ihr Vater Erich auf die Suche nach ihr. Doch statt auf seine Tochter trifft der einsame Landwirt nur auf halbstarke Schnapsleichen, verängstigte Dörfler und einen ­geschwätzigen ­Raben. Ein dunkles Geheimnis umgibt Noras Verschwinden – und schon bald färbt sich der Schnee im beschaulichen Engelsberg purpurrot. Autor Paul Klambauer entwirft in diesem schwarzhumorigen Winterthriller zehn Charaktere, die Stefan Leonhardsberger im ekstatischen Alleingang auf die Bühne bringt. Er singt, tanzt, geht sich selbst an die Wäsche, während sich eine mysteriöse Geschichte entspinnt, die uns lebhaft vor Augen führt, warum man an Silvester besser zu Hause bleibt. Sein Partner Martin Schmid sorgt als akustischer Bühnenbildner mit Gitarre und Stimme für den Live-Soundtrack.

„Rauhnacht“ mit Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid, 23. ­Januar 2019, 20 Uhr im E-Werk in Erlangen. Weitere Informationen und Tickets gibt es online unter ­theaterfiftyfifty.de.


Fotocredits:

Foto © Jan Frankl

Andreas Bär
04.12.2018

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