Der Sonne und dem Licht auf der Spur

Elke Zauners Malerei in Nürnberg

Der Sonne und dem Licht auf der Spur

Licht und Farbe, Raum und Rahmung, Flächigkeit und Tiefe: Das macht Elke Zauners jüngere Arbeiten aus, in denen sie sich, nach einer Periode der Tier- und Landschaftsmotive bis etwa 2009, dem Abstrakten zuwendet. Im Mittelpunkt steht dabei, sagt Zauner, das „Interesse an räumlichen Effekten von Licht“, wobei eine Restgegenständlichkeit von plastischen Rahmungen darin von Lichtfasern ausgehöhlt wird. Graphische Strukturen, etwa die Konstruktion linearer Perspektive, stoßen so auf die Lichteffekte von ausfransenden Farbfeldern. „Following the Sun“, noch bis zum 1. November im „White Cube“ der Bunsen Goetz Galerie zu sehen, stellt Zauner nun von dieser ihrer neuen, abstrakten Seite vor.

 

Nach einer Ausbildung zur Kirchenmalerin war Zauner, 1972 in Altötting geboren, Meisterschülerin von Hans Baschang an der Münchner Akademie der Bildenden Künste. Stipendien führten sie nach Reykjavik (2001), in die Villa Massimo (2008) und, 2006/2007, nach Bamberg in das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia. In der letzten Zeit hat Zauner am Goethe-Institut in Los Angeles ausgestellt, beim Kunstverein Bobingen („Wiener Blut“), im Kunstmuseum von Eskilstuna, der schwedischen Partnerstadt Erlangens, und in der Bunsen Goetz Galerie („black series“, 2013), wohin sie nun zurückgekehrt ist.

 

Zauner geht beim Malen (Öl auf Leinwand) weder intuitiv noch geplant vor, sondern interaktiv – sie reagiert auf entstehende Strukturen. Die Offenheit dieser Prozesse bleibt in den Bildern erhalten. Das zeigen Durchblicke und Öffnungen. „Sandy land“, „Country garden“, „Following the sun“, alle in diesem Jahr entstanden, sind klar strukturiert und farblich gestaffelt. Sie erlauben Blicke: Ins Weite.

 

Copyright Foto: © Elke Zauner

Jürgen Gräßer
01.10.2014

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