Die hohe Kunst des Stilllebens

Gruppenausstellung im Nürnberger Kunstkontor

Die hohe Kunst des Stilllebens

In einem mittelalterlichen Handelshaus im Herzen der Nürnberger Altstadt hat sich Claudia Jenneweins KunstKontor angesiedelt. Neben jungen Akademieabsolventen setzt es auf abstrakte und konzeptionelle Kunst bereits anerkannter Künstler. „Stillleben“ gilt eine Gruppenausstellung, die vom 26. September bis zum 6. Dezember in der Füll 12 besucht werden kann. Ein Heimspiel hat dabei der ungemein aktive, für sein „Power Painting“ bekannte Walter Bauer. In kräftig leuchtenden Ölfarben und mit einem nicht minder kräftigen Strich bannt der Nürnberger Tierportraits auf die Leinwand, nimmt sich die Müllmänner von Fürth vor ebenso wie die kleinen „Dinge von Welt“: Ein Einmachglas voller Kirschmarmelade, ein Lebkuchenherz, Streichholzschachteln.

 

Mit dem Berliner Hans-Joachim Billib, einem Schüler Klaus Fußmanns, ist ein Meister des klassischen Stilllebens vertreten. Postum, denn Bilib verstarb im April letzten Jahres. Er gehörte zu den Norddeutschen Realisten und sagte: „Ist das Bild erst einmal fertig, soll es ganz auf sich allein gestellt in der Lage sein, sich zu behaupten“. Für Bilibs Bilder gilt dies nun mehr denn je. Die in London lebende Chilenin Livia Marin zeigt mit einem kräftigen Schuss Humor aus ihrer Reihe „Broken Things“ zerbrochene Tassen in verschiedenen Materialien und Techniken. Margarete Schrüfer, Meisterschülerin von Otmar Hörl, präsentiert zauberhafte Origami-Bilder der besonderen Art, einer Verbindung von Foto- und Faltkunst, die Blumenstillleben aufblühen lässt. Auch Arbeiten des Verrückten, des Chaots, des „Bukowski unter den Malern“ (Charles Bukowski hat nicht nur geschrieben, sondern auch selbst gemalt), des Fürthers Walter Gerstung, sind zu sehen. Nichts wie hin!

 

Copyright Foto: © Claudia Jennewein

Jürgen Gräßer
01.10.2014

Eure Meinung? Leserbrief verfassen