Kartographie und Kunst

Antonio Ruiz Montesinos in der Villa Concordia

Kartographie und Kunst

Seit einigen Jahren hat Kartographie auch außerhalb ihres angestammten Terrains Konjunktur. Das fängt zum Beispiel bei Franco Moretti und seinen abstrakten Modellen für die Literaturgeschichte an („Kurven, Karten, Stammbäume“, Suhrkamp, 2009), findet Beachtung im Roman selbst, etwa in des Amerikaners Reif Larsen „Karte meiner Träume“, ebenfalls von 2009, und berührt über die bei uns im Juli angelaufene Verfilmung (Regie: Jean-Pierre Jeunet) das Kino. Und Antonio R. Montesinos, derzeit Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses in Bamberg, lässt sich von ihr zu seinen Kunstwerken inspirieren. Montesinos‘ „Plan General de ordenacion Urbana“ zierte in diesem Sommer die Broschüre für Moderne Kunst im Bamberger Antiquitätenviertel.

 

Vom 13. Oktober bis zum 23. November wird der spanische Künstler, der in seiner Heimat und in München studiert hat, in der Villa Concordia Fotografien seiner Werke sowie eine gänzlich neue Installation präsentieren. In seinem Schaffen macht sich der 1979 im andalusischen Ronda Geborene Kommunikation, Zeichen und Lofi-Technologien zu Nutze und bezieht einfache Materialien und Formen mit ein. Im Zusammenhang mit der Ausstellung wird er am 27. Oktober im Künstlerhaus sich und seine künstlerischen Absichten vorstellen. Montesinos geht der Frage nach, wie jene Räume, die unsere alltägliche Wahrnehmung umfassen, strukturiert sind. Durch unterschiedliche Arten von Kartographie und visueller Daten untersuchen seine Arbeiten die Orte, an welchen wir leben, ob sie nun fiktional oder virtuell seien oder tatsächlich bestehen mögen.

 

Copyright Foto: © Antonio Ruiz Montesinos

Jürgen Gräßer
01.10.2014

Eure Meinung? Leserbrief verfassen