Nürnberger Brothers in Art

Die Häfner-Brüder im ARTroom Fürth

Nürnberger Brothers in Art

In Sachen Kunst machen Guido und Johannes Häfner seit bald zwei Jahrzehnten gemeinsame Sache. Und weil dem so ist, ist deren noch bis zum 10. Januar im Fürther ARTroom zu sehende Ausstellung schlicht „Brothers in Art“ betitelt. 1961 (Johannes) beziehungsweise 1968 (Guido) in Schlaifhausen, dem Tor zur Fränkischen Schweiz, geboren, hat sich der jüngere Bruder zunächst zum Feingerätemechaniker ausbilden lassen und hernach an der TU München studiert. Der Ältere hat ein Studium an der Fachhochschule für Kommunikationsdesign in Nürnberg absolviert, wo die beiden seit 1995 als freischaffende „Brothers in Art“ wirken. Ihre Werke eint die Suche nach dem Wesen des Menschen, nach der Austauschbarkeit, nach dem Beziehungsgeflecht. „Kunst“, sagt Johannes Häfner, der Malerei, Grafik, Linolschnitte und bibliophile Künstlerbücher beispielsweise zu E. T. A. Hoffmann schafft, „ist die Lust am Scheitern“.

 

Sein Bruder hat sich auf die Bildhauerei spezialisiert, Holz und Stahl sind die ihm liebsten Arbeitsmaterialien. In der, in unmittelbarer Bahnhofsnähe in der Gebhardtstraße 2 gelegenen, Galerie werden beispielsweise Werke aus der bereits 1985 begonnenen Serie „Kultwagen“ gezeigt, zum einen aus Cortenstahl, zum anderen in leuchtendem Acryl-Rot auf Leinwand als Collage, die Automobil, Architektur, Militär und Portrait (Jesus von Nazareth etwa) zu einem spannenden Ensemble verbindet. Kräftige Farben und Architektonisches bestimmen die „Stadtbilder“. Guido Häfners Stahl-Skulpturen stellen häufig archetypische Köpfe dar. Ausstellungen führten die beiden Kunstbrüder bis nach Dubai und Taipeh. Ihre Werke, die in öffentlichen Sammlungen von Schweden bis Kasachstan und im Germanischen Nationalmuseum ihrer Heimatstadt vorhanden sind, sind ein ästhetischer Genuss.

 

Copyright Künstlerportrait © Marc Salomon

Jürgen Gräßer
26.11.2014

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