Gregory Porter

A new star is born!

Gregory Porter

Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern: A new star is born! Gregory Porter, 1971 in Los Angeles geboren, aufgewachsen in Bakersfield, inmitten der Nat King Cole-Schallplatten seiner Mutter, mit der er in der Kirche Gospel sang. Er hatte ein Football-Stipendium für die San Diego State University, musste aber wegen einer Schulterverletzung seine Karriere beenden. Seitdem macht der Mann mit der dunklen Ballonmütze über einem Tuch, das den gesamten Kopf verhüllt, Musik. Und zwar erfolgreich. Mehr als das. Er ist derzeit DER Name der internationalen Jazz-Kritik, die Ausnahme unter den Ausnahmen. Das Zeug zum Weltstar habe er. Sein Stilmix zwischen Jazz, Soul, Gospel und R&B reihe sich unaufhaltsam zwischen großen Namen dieser Genres ein: Nat King Cole, Barry White, Leon Thomas, Diana Ross oder Nina Simone neben anderen. Er sei DER Bariton der zeitgenössischen Popularmusik. Erinnere an 70er Soul a la Donny Hathaway and Bill Withers und trage Wert und Atmosphäre alter Musicals in die Musik zurück. Und auch Klangwelten, wie einst von Norman Whitfield und Barrett Strong für Tamla Motown geschaffen und The Temptations und Artverwandten präsentiert, schwingen hier und da mit, wenn auch verborgen im stark eigenständigen Sound, der in bisher drei Alben erfunden und entwickelt wurde. Mindestens erinnert er an souveräne Mitstreiter wie den leider bereits verstorbenen Terry Callier oder den ebenfalls grandiosen Ed Motta. Mit etwas Phantasie könnte er gar der Bruder des Letzteren sein. Und ja, die Luft nach oben atmet er längst und mit gutem Recht.

 

Mit „Water“ (2010) und „Be Good“ (2012), beide noch beim Independent Label Motéma Music veröffentlicht, begeisterte er nach und nach zunehmend die globale Musikkritik. Schließlich wurden beide Alben für den Grammy nominiert. Schnell wurde er so als einer der besten zeitgenössischen Jazzsänger geadelt. Und auf das blau gefärbte Musikerblut folgte der konsequente Schritt: das Signing beim renommierten Blue Note-Label, bei dem er sein drittes Soloalbum „Liquid Spirit“ veröffentlichte. Seine musikalischen Wurzeln, der Blues, der schwarze Southern Soul und die Gospelmusik bleiben unberührt und werden so mehr und mehr Markenzeichen seines Vocal-Jazz. Und auch an den Musikern hielt er fest. Es gab sicher keinen Grund Pianist Chip Crawford, Schlagzeuger Emanuel Harrold, Bassist Aaron James oder die Saxophonisten Yosuke Sato und Tivon Pennicott auszutauschen. Ganz im Gegenteil. Die Leistungen eines jeden bedürfen uneingeschränkten Lobes. Auf sehr dezente Weise treten sie musikalisch in den Vordergrund und prägen die Musik deutlich, während sie gleichzeitig jeden Ton seiner Stimme verinnerlichen und ausnahmslos deren vordergründige, herausragende Rolle stützen. Sie bilden ein überzeugendes organisches Gesamtgefüge, das zu stoppen eine Sünde gewesen wäre. So sind es lediglich Ergänzungen auf dem aktuellen Album, wenn Trompeter Curtis Taylor und Organist Glenn Patscha hier und da ein wenig musikalischen Raum füllen. Gregory Porter erzählt nach wie vor Geschichten, nuanciert ihre Melodien detailliert und unaufgeregt, vereint Form und Inhalt immer wieder und das tut auch seine Band.

 

Er bedient sich persönlichen Erlebnissen, mit denen er entsprechend emotional verbunden ist. Sie handeln von romantischen Höhen und Tiefen seiner Kindheit oder sind Ergebnis feinsinniger Gesellschafts-Reflexion. Zudem wählt er feinfühlig Kompositionen aus, die er aus Dankbarkeit und voller Achtung gegenüber solchen Musikern interpretiert, die ihn beeinflussen. Auf „Liquid Spirit“ sind das drei Klassiker: Dobie Grays Motown-Hit „The `In Crowd“, „Lonesome Lover“ von Abbey Lincoln und Max Roach sowie den Jazzstandard „I Fall In Love Too Easily“, geschrieben von Jule Styne und Sammy Cahn. So musste es im dritten Anlauf auch mit dem Grammy etwas werden. Doch wird der erste wohl nicht der letzte sein, wenn Gregory Porter im Tempo der letzten vier Jahre weitermacht.

 

 

Weitere Informationen unter: http://www.gregoryporter.com und facebook.com/gregoryportermusic

Porter tritt am 15. Dezember 2014 um 21.00 Uhr in der ERlanger Heinrich-Lades-Halle auf.

 

Gregory Porter - startklar für seine neue Tour, Foto © Pressefoto


26.11.2014

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