Die Tora, der Rabbi und gefilte Fisch...

Das museumspädagogische Konzept des Jüdischen Museums

Die Tora, der Rabbi und gefilte Fisch...

Franken war jahrhundertelang eines der Zentren jüdischer Kultur in Süddeutschland, die jüngere Vergangenheit hat die Erinnerung an diesen prägenden Teil regionaler wie europäischer Geschichte beinahe verschwinden lassen. Das Jüdische Museum Franken will dem an seinen drei Standorten eine starke Präsenz entgegensetzen. Dies wird zunächst über die markanten und zentralen Ausstellungsorte erreicht, in zweiter Linie aber vor allem über die spielerische Vermittlung der kulturellen Praktiken.

 

In Fürth werden in der Buchdruckwerkstatt mit Kindern neue und ganz eigene Versionen der jüdischen Schöpfungsgeschichte in gebundene Form gebracht. In Schwabach will man ab der Eröffnung am Mai 2015 besonders mit dem Raum arbeiten. Und der hat in diesem Fall viel zu erzählen. Das Gebäudeensemble aus Synagoge, Rabbinerhaus und Ritualbad umfasst mit einer der ältesten erhaltenen und besonders reich verzierten Laubhütten eine kleine Sensation. Dies will natürlich auch vermittelt werden und so setzt das JMF auf Audioguides anstelle von Infotexten und Bildunterschriften. Dank einer App kann man das Museum auch nach außen erweitern und in ganz Schwabach nach Spuren jüdischer Geschichte forschen.

 

Ähnlich aufgebaut ist auch die Ausstellung in Schnaittach, das bis ins 19. Jahrhundert Sitz des Rabbinats und einer Talmudschule war. Hier kann man zusammen mit dem Museum auch die Festungsruine auf dem Rothenberg besuchen. Auch hier verlässt das Museum also seinen festgesteckten Rahmen.

 

Die Museen in Schwabach und Schnaittach sind in alten Synagogen untergebracht, die während der Progrome 1939 zum Teil schwer beschädigt wurden. So muss besonders mit der Bausubstanz gearbeitet werden und da bietet sich eine multimediale Vermittlung natürlich an, um die Geschichte dieser historischen Gebäude lebendig werden zu lassen, ähnlich wie im Buttenheimer Levy-Strauss-Museum.

 

Das JMF bietet insbesondere für Schulen vielfältige Lernangebote, darunter Rallyes durchs Fürther Haus, Führungen zum Alltag der Juden im Franken früherer Zeiten und über die Friedhöfe oder man beschäftigt sich mit dem Ursprung und der Umsetzung der Speisevorschriften. Fortbildungen für Lehrer werden ebenso angeboten.

 

Als „Leuchtturmprojekt“ durch den Freistaat Bayern gefördert, konnte das JMF in den letzten zwei Jahren sein Angebot in sämtlichen Bereichen deutlich ausbauen und verfeinern, 2015 wird in Fürth mit einem Neubau begonnen, der dann weitere Möglichkeiten für Bildungsangebote und Sonderausstellungen bieten soll.

 

Weitere Informationen unter: www.juedisches-museum.org

 

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Juliane Schmidt
26.11.2014

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