Deutsche Künstler im Exil 1933-1945

Die Sammlung Thomas B. Schumann im KunstForum Gotha

 In der Folge der unsagbaren Greueltaten der Nazibrut (die dem Machtwahn eines von der Wiener Akademie abgewiesenen Kunstmalers geschuldet sind) erlebte der europäische Kontinent 1933ff. den größten Exodus seiner Historie. Der Zeit des Exils, ihrer Kunst und Autoren, hat sich Thomas B. Schumann verschrieben, seit er der Witwe Thomas Manns, Katia, in Kilchberg begegnete. Aus Schumanns „Memoria“-Fundus sind bis zum 13. März sechzig Exponate im KunstForum Gotha zu sehen.

Zu bestaunen sind Arbeiten beispielshalber von Alfred Helberger (expressiv: „Norwegische Landschaft“) und Eugen Spiro („Knabenbildnis am Strande“, 1929), dessen Familie mit Rilke und Balthus verbunden ist. Spiros Enkelin Elizabeth führt mit dem „Krug mit Anemone und Palette“ die Familientradition fort. Dann ist da Charlotte Berend-Corinth aus der Gruppe der Berliner Secession, Schülerin, Modell, Gattin von Lovis Corinth. Auch Rudolf Jacobi, 1889 im thüringischen Mühlhausen geboren, gehörte der Secession an. Die mit seiner Frau gegründete Malschule Annot musste schließen, weil sie sich weigerten, jüdische Schülerinnen zu entlassen. Nach langen Jahren des Exils ließ sich das Paar in München nieder.

„Künstler im Exil“ knüpft an an die erste Schau des im Mai eröffneten KunstForum mit Werken der aus Gotha gebürtigen Milein Cosman, die nun mit einer Federzeichnung vertreten ist. Die in England bekannte Künstlerin ist hervorgetreten mit Bildnissen etwa von Britten und Stravinsky, Fried und Canetti. Auch auch Cosman musste vor der Nazibrut fliehen. Wunderbar, dass es Leute wie Thomas B. Schumann gibt, die auf die im Exil entstandene Kunst und deren Schöpfer aufmerksam machen.

Jürgen Gräßer
03.02.2015

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