Henry Purcell – Music for a While

Christina Pluhar bei den Fürther Passagen

Henry Purcell –  Music for a While

 Als einer der größten englischen Komponisten überhaupt gilt Henry Purcell. Bereits zu Lebzeiten – 1659 bis 1695 – durfte er sich des Ehrentitels „Orpheus britannicus“ erfreuen. Mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata kommt Christina Pluhar am Samstag, den 18. April, zu den Kulturpassagen Fürth, mit einem Programm, das sich auf ungewöhnliche und ungewöhnlich spannende Weise mit Purcells Musik auseinandersetzt. Purcell sei zeitlos, sagt Pluhar: „Die Pop-, Rock-, Jazz- und Filmkultur unserer Zeit holt sich unentwegt Inspiration aus seinen musikalischen Erfindungen!“

 

In der Tat hat der britische Orpheus in der Musik etwa Michael Nymans Spuren hinterlassen und auch in der von Britten, Tippett, Peter Maxwell Davies. Darüber hinaus hat zum Beispiel Sting Purcell adaptiert, und einige Songs von Pete Townshend und The Who sind ohne Purcell nicht zu denken. Man lausche nur einmal „I Can See for Miles“ oder den einleitenden Takten von „Pinball Wizard“. Pluhar und ihr vor anderthalb Dekaden gegründetes Ensemble möchten Komponisten der Vergangenheit neu aufleben lassen. „Wir wollen die erstaunliche Aktualität von Purcells Musik unterstreichen, indem wir uns in den Improvisationen harmonisch und stilistisch konstant zwischen den Jahrhunderten bewegen.“

 

Purcells barocker Melos wird so ins 21. Jahrhundert transponiert, auch mittels Improvisationen lebendig und aktuell gemacht. Zum Abschluss der Spielzeit 2014/2015 präsentiert die Passagen-Reihe also einen alten Meister ganz ohne Seidenstrümpfe, Puder und Perücke. All jenen, die es nicht zur finalen Passage nach Fürth schaffen, bleibt als wohlklingender Trost der Erwerb der CD „Music for a While – Improvisations on Purcell“, auf der neben Pluhar (an der zur Familie der Lauten gehörenden Theorbe) der phänomenale französische Countertenor Philippe Jaroussky zu hören ist sowie als Gäste der lombardische Jazzklarinettist Gianluigi Trovesi und Wolfgang Muthspiel an der akustischen und an der E-Gitarre.

 

Christina Pluhar, vor einem halben Jahrhundert in Graz geboren, hat sich am Konservatorium von Den Haag und an der Schola Cantorum Basiliensis ihrer Leidenschaft, der Alten Musik, gewidmet. Zu ihren Lehrern zählen beispielsweise der US-amerikanische Lautenist Hopkinson Smith und der englische Harfenist Andrew Lawrence-King. Pluhars Klasse lässt sich auch ablesen an den Ensembles und Musikern, mit welchen sie zusammengearbeitet hat. Darunter sind Les Musiciens du Louvre und Marc Minkowsky, außerdem Ivor Bolton und René Jacobs.

 

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Christina Pluhar, Foto © Marco Borggreve

Jürgen Gräßer
24.03.2015

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