Werner Mally: „Lichtung“

Skulpturen in Schweinfurt und Volkach

Werner Mally: „Lichtung“

 „Lichtung“ lautet der Titel eines der beiden bekanntesten Gedichte von Ernst Jandl, „Lichtung“ nennt sich auch die Ausstellung mit Werken von Werner Mally, die die Kunsthalle Schweinfurt in Kooperation mit dem Museum Barockscheune Volkach vom 27. März bis zum 13. September zeigt. Die Schau mit Skulpturen und Interventionen in der Großen Halle ist mit mehr als zwanzig Positionen, die in über zwei Jahrzehnten entstanden sind, die bislang umfangreichste des in München lebenden und arbeitenden Künstlers. Geboren ist Mally 1955 im tschechischen Karlsbad. An den Akademien in München und Wien studierte er Bildhauerei. Mit Einzelausstellungen war Mally in Köln und Sidney, in Venedig, Stuttgart und Landshut (vor zwei Jahren in der Neuen Galerie) vertreten.

 

In Schweinfurt stehen Mallys Holzskulpturen im Fokus, deren Auswahl und auch Verteilung im Raum der Künstler selbst vorgenommen hat. Dem Berliner Kunsthistoriker und Kurator Marc Wellmann zufolge sind diese Skulpturen „von einem Diskurs beherrscht, der die Formen immer wieder auf ihren stofflichen Ursprung zurückführt. Das Holz wird als urwüchsiges, widerständig splitterndes Material den Betrachtern vor Augen geführt. Klimabedingte Verformungen als Zeichen seiner Lebendigkeit sind dabei mit einkalkuliert. Das Eindringen in das Holz, seine Öffnung und Zerstückelung wird mit Momenten seiner Verletzbarkeit oder gar Zerbrechlichkeit unterstrichen.“

 

Mallys Arbeiten finden sich auch im öffentlichen Raum, beispielsweise in der Kapelle des Universitätsklinikums Erlangen und an der neuen Mainbrücke in Volkach, für die Mally 2011 die Stahlskulptur „Nelomukstrudel“ geschaffen hat. Im Museum Barockscheune Volkach (Weinstraße 7) werden jetzt Bronzegüsse und Papierarbeiten von Werner Mally gezeigt.

 

Copyright Foto:

 

Werner Mally, „Feuerleiter“, 2015, Foto © Wameser

Jürgen Gräßer
02.04.2015

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