Spuren konkreter Fotografie

Museum im Kulturspeicher Würzburg

Spuren konkreter Fotografie

 Ein breit gefächertes Panorama an konkreter Fotografie, wie sie sich heute zeigt, präsentiert vom 14. März bis zum letzten Maitag das Museum im Kulturspeicher in Würzburg. Die Exponate der von Henrike Holsing und Gottfried Jäger kuratierten Ausstellung (der begleitende Katalog erscheint im Heidelberger Kehrer Verlag) stammen von großen Namen, beispielsweise von Thomas Ruff, von Wolfgang Tillmans, Christiane Feser und Inge Dick. „Lichtbild und Datenbild“ ist die Ausstellung betitelt, die sich in nicht unerheblichem Maße aus dem Fundus der seit über einer Dekade hauseignen Sammlung Peter C. Ruppert speist.

 

Für gemeinhin geht man davon aus, dass die Fotografie ein wirklichkeitsnahes, verlässliches, detailliertes Abbild der Welt widerspiegelt. So ist es für den Betrachter verwirrend, wenn nun die konkrete Fotografie sich dem Abstrakten zuwendet, wenn beispielsweise Spuren von Licht oder das Material (Fotopapier) in den Fokus rücken. Die Bilderschau geht unter anderem der Frage nach, wie es denn in Zeiten der omnipräsenten digitalen Bildbearbeitung um die klassische analoge Technik bestellt ist, um Foto-, Lumino- und Chemigramm. Arbeiten etwa des aus Landshut gebürtigen, in New York lebenden Marco Breuer oder des Tschechen Jaromír Novotný führen vor Augen, dass das analoge Handwerk auch für Fotografen der jüngeren Generation nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt hat. Andererseits zeigen beispielsweise Michael Reisch und Thomas Ruff, die sich die Möglichkeiten des Computers zunutze machen, wie man die Grundlagen des fotografischen Bildes ausloten und an ihre Grenzen führen kann.

 

Copyright Foto:

 

Ola Kolehmainen, Konstruktivism Infantil VIII, 2013, Foto © Ola Kolehmainen

Jürgen Gräßer
02.04.2015

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