Vom ganz normalen Chaos der Liebe

Eine Erinnerung an Ulrich Beck

Vom ganz normalen Chaos der Liebe

Zugegeben, neu ist das Buch nun nicht gerade. Durchaus aber ist es so, dass sein Thema immer einmal wieder, für fast jeden von uns, aktuell sein dürfte. „Das ganz normale Chaos der Liebe“ heißt der Band, den Elisabeth Beck-Gernsheim gemeinsam mit ihrem Mann 1990 bei Suhrkamp vorgelegt hat. Und da Ulrich Beck jüngst, nämlich am Neujahrstag 2015, in München, wo er an der Ludwig-Maximilians-Universität von 1992 an eine Professur am Soziologischen Institut wahrnahm, verstorben ist, wollen wir an den Suhrkamp-Klassiker erinnern.

 

Ehe Beck nach München ging, hatte der bedeutende Soziologe von 1981 bis 1992 einen Lehrstuhl an der Bamberger Otto-Friedrich-Universität inne. Es war Beck, der den bald populären Begriff der Risikogesellschaft prägte, schon 1986, mithin zu seiner Bamberger Zeit. Während seine Frau sich dem Kinderwunsch, der Scheidung und den Veränderungen im Verhältnis von Mann und Frau in der individualisierten Gesellschaft zuwendet, nimmt Beck das „Ohne-, Mit- und Gegeneinander der Geschlechter“ ebenso in den Blick wie die Zukunft der Liebe und die „Liebe als soziales Sinnmuster subjektiver Selbstverwaltung“. Es wäre vermessen, schreibt Beck, über die Liebe etwas Abschließendes sagen zu wollen. Seine und seiner Frau Annäherungen an das unvergängliche Thema zu lesen, ist eine Bereicherung.

 

Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim, Das ganz normale Chaos der Liebe. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1990. 304 Seiten, 14 Euro.

Jürgen Gräßer
02.04.2015

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