Das „Tucher-Florilegium“ in Nürnberg

Pflanzeninstallation und Photographie von Martin Weimar

Das „Tucher-Florilegium“ in Nürnberg

 Mit Martin Weimar, den die Süddeutsche Zeitung treffend einen „Grenzgänger zwischen Gärtnerei und freier Kunst“ nennt, stellt vom 2. Mai bis zum 9. August ein ungewöhnlicher (Objekt-)Künstler im Nürnberger Museum Tucherschloss (Treibberg 6) aus. Der gebürtige Ulmer ließ auf eine Gärtner- 1979 eine Floristenlehre folgen, besuchte in den frühen achtziger Jahren die Fachschule für Blumenkunst in Freising/Weihenstephan, ehe er von 1985 bis 1987 bei niemand anderem als Daniel Spoerri an der Münchner Akademie der bildenden Künste studierte. Im Jahr darauf folgte, gemeinsam mit Claudia Wörner, in der bayerischen Kapitale die Gründung der Kunst- und Lustgärtnerei, die seit 2001 im Schlosspark Oberschleißheim ihre Heimat gefunden hat.

 

Kennzeichnend für die Arbeiten Weimars, für seine Pflanzeninstallationen und Photographie, ist, dass er damit auf das Ambiente, auf den Ausstellungsraum und dessen Historie, reagiert. So sind im vormaligen Arbeitszimmer der „Tucherisch Gewürz-Compagnia“ Safranpflanzen zu finden. Und für Lorenz II. und Katharina Tucher, die Erbauer des Tucherschlosses, hat Weimar eine Installation mit zwei nordamerikanischen Sumpfzypressen geschaffen, die    als Alter Ego von Tucher und Lorenz II. dienen, hinter Acrylglas versiegelt als großformatige Photographie. Aus schwarzen Töpfen, Pflanzen und Rollwägen setzt sich die Arbeit „Cimicifuga simplex 'Chocoholic' (Schatten)“ aus dem vergangenen Jahr zusammen. Jüngst erst entstanden ist hingegen die Pflanzeninstallation „Crocus sativus (Blumenzwiebeln und eine Maus)“. Ein überraschender Blick auf die Welt der Pflanzen und die Welt der Kunst, ein Florilegium der ganz besonderen Art, das uns Weimar da offeriert.

 

Copyright Fotos © Martin Weimar

Jürgen Gräßer
27.04.2015

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