Arkadische Begebenheiten in Coburg

Heinz Zander und J. M. Oliver beim Kunstverein

Arkadische Begebenheiten in Coburg

Rund siebzig Zeichnungen und Radierungen sowie mehr als zweieinhalb Dutzend Ölgemälde von Heinz Zander versammelt die Ausstellung „Arkadische Begebenheiten“. Sie läuft vom 20. Juni bis zum 23. August im Coburger Rosengarten im Domizil des dortigen Kunstvereins, dem, nebenbei sei’s gesagt, mit 1700 Mitgliedern bayernweit größten (noch vor München). Parallel läuft in bewusstem Gegensatz zu Zander eine vermutlich, das stand noch nicht sicher fest, „123m² schwarze Konsequenz“ geheißene Schau, Scherenschnitte von Jessica Maria Toliver. Toliver, 1976 in der Vestestadt geboren, hat sich seit einer Dekade dem Scherenschnitt verschrieben und lebt und wirkt in Schwerte. Im Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie durch Abstraktionen entfalten die schwarzen Skizzenschnitte ihren Zauber. “Es sind Grafiken“, so die Künstlerin, die sich „als Gewebe den Raum erobern.“

 

Heinz Zander, 1939 bei Bitterfeld geboren, ist einer der großen Vertreter der phantastischen Malerei hierzulande. Er hat in Leipzig, wo er seit 1970 freischaffend tätig ist, bei Bernhard Heisig, später als Meisterschüler von Fritz Cremer in Berlin studiert und gehört der zweiten Generation der Leipziger Schule an. Zander hat zudem als Illustrator gearbeitet (etwa von Defoes „Moll Flanders“) und ist als Schriftsteller hervorgetreten, so mit einem kleinen Erotikon, das 1989 bei Hinstorff herausgekommen ist. Die Nähe zur Welt der Literatur – und zur Weltliteratur – spiegelt sich auch in seinen (alt-)meisterlichen Gemälden, auf denen sich Fabelwesen finden, Gestalten und Motive aus Märchen, aus Mythen. Er führt uns ein sinnliches Welttheater vor Augen, in dem auch das Morbide zu seinem Recht kommt.

 

Copyright Foto: © Kunstverein Coburg

Jürgen Gräßer
20.06.2015

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