Unverkennbar Haitzinger. Karikatur und Malerei

Eine Würdigung im Museum Industriekultur

Unverkennbar Haitzinger. Karikatur und Malerei

Den Künstler Horst Haitzinger kennt man vor allem als Karikaturisten von internationalem Rang. Im Nürnberger Museum Industriekultur sind jetzt auch Aquarelle und großformatige Ölbilder von ihm zu sehen. Die Ausstellung ist „Unverkennbar Haitzinger. Karikatur und Malerei“ betitelt und läuft bis zum 23. August. Haitzinger, der sich Wilhelm Busch als persönliches Vorbild auserkoren hat, ist 1939 im oberösterreichischen Eferding geboren.

 

Einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Linz folgte das Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er noch heute lebt und arbeitet. Erste Karikaturen veröffentlichte er in seiner Studienzeit 1958 in der Satirezeitschrift „Simplicissimus“. Die Verbindung zu Nürnberg kam 1964 über den gebürtigen Münchner Joseph Eduard Drexel zustande, den Gründer und damaligen Verleger der „Nürnberger Nachrichten“.

 

Neben den „NN“, wo noch immer Haitzingers Karikaturen – er kommt inzwischen auf etwa 15 000 Zeichnungen – erscheinen, hat er auch für die „Badische Zeitung“, für die Münchner „TZ“ gearbeitet, für die „Bunte“ Farbkarikaturen angefertigt und zehnmal das Titelbild für den „Spiegel“. Als skeptischer Chronist hat er sämtliche Nachkriegsregierungen von Adenauer bis Merkel begleitet. Eine gute Karikatur dürfe, sagte Kurt Tucholsky einmal, alles. Haitzinger teilt diese Meinung nicht. Er will zwar demontieren, keinesfalls aber vernichten. Seine Karikaturen leben von zahlreichen Anspielungen und Metaphern. Seit Jahren hat er sich für den Umweltschutz stark gemacht. Die Sehnsucht nach der Natur wird auch in Haitzingers Ölgemälden offenbar. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Weiters gibt es ein Begleitprogramm, auch für Schulklassen.

 

Copyright Foto: © Horst Haitzinger

Jürgen Gräßer
20.06.2015

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