Das regionale Kulturprojekt „Kunststück Haßberge“

Weit mehr als lediglich herman de vries

Das regionale Kulturprojekt „Kunststück Haßberge“

Mit der Ausstellung „IdeenReich – Der Landkreis Haßberge und seine Künstler“ geht das „Kunststück Haßberge“ in seine vierzehnte Runde. Eröffnet wird die Ausstellung in der Haßfurter Galerie der Sparkasse Ostunterfranken am 23. September. Die Besucher können sich ein Bild machen von der überaus vitalen Kunstszene der Region. Das Kulturpojekt „Kunststück“ wird seit 2002 von Sibylle Kneuer organisiert, die Trägerschaft hat der Landkreis Haßberge inne. Die Veranstaltungen – neben Ausstellungen sind das beispielsweise auch Kurse, Workshops, offene Ateliers an verschiedenen Orten – erstrecken sich bis in den März 2016 hinein.

 

Wer an (bildende) Kunst und die Haßberge denkt, dem fällt wohl zunächst der Name Herman de Vries ein. Tatsächlich lässt es sich der international arg renommierte, aus den Niederlanden gebürtige und seit 1970 im Knetzgauer Ortsteil Eschenau beheimatete Künstler, dessen Arbeiten noch bis zum 22. November auf der Biennale in Venedig gezeigt werden, nicht nehmen, auch am „Kunststück“ mitzuwirken. Egon A. Stumpfs Eschenauer Galerie im Saal präsentiert vom 17. Oktober bis zum 8. November eine aktuelle Werkschau von Herman de Vries.

 

Neu hinzugekommen ist der vom Landkreis vergebene, für die Region Main-Röhn ausgeschriebene Kunstpreis, der alle zwei Jahre ausgeschrieben werden soll. Er ist mit 2000 Euro dotiert und wird von einer Jury, der unter anderen Erich Schneider, der Leiter der Kunsthalle Schweinfurt, angehört, unter den Teilnehmern der Ausstellung „ZwischenRaum. Main-Rhön im Blick“ vergeben. Darüber hinaus können Besucher das ihnen liebste Kunstwerk küren. Der Publikumspreis ist mit 500 Euro prämiert und wird am 13. März vergeben. Die Ausstellung im Schloss Oberschwappach/Knetzgau läuft vom 20. Februar bis zum 20. März.

 

Zu offenen Ateliers wird am letzten Septemberwochenende eingeladen. Der in Kronach geborene Städel-Schüler Michael Huth zeigt in seinem Rentweinsdorfer Atelier eine begehbare, „Garage Sale“ betitelte Installation, die im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts entstanden ist und noch immer wächst. Gerhard Nerowski hingegen stellt in seinem Königsberger Werkstatthof bildhauerische Arbeiten aus Stein, Bronze und Eiche aus. Das „Kunststück Haßberge“ zielt darauf ab, das in dem Landstrich durchaus vorhandene, ja überaus reiche Potential im Bereich der bildenden Künste vorzustellen, zu fördern und voranzubringen. Als „Vorzeigeprojekt für die Vernetzung im ländlichen Raum“ hat es sich längst über die Landkreisgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Besuchern wird bald klar, dass sich die lokale Kunstszene nicht vor jener in den Zentren verstecken muss.

 

Copyright Fotos:

Ausstellung Memmelsdorf, Foto © Michael Huth

Workshop Transparenz und Überlagerung Arbeitsbild, Foto © Jannina Hector

Jürgen Gräßer
27.07.2015

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