„The best ones make you feel as fearless as Beyoncé“

Stefan Panhans bei Bühlers in Fürth

„The best ones make you feel as fearless as Beyoncé“

 Geboren (am 4. September 1981) und aufgewachsen in Houston, Texas, erlangte Beyoncé Giselle Knowles-Carter in den späten Neunzigern weltweite Bekanntheit als Sängerin der Mädchenband Destiny’s Child. Seit 2002 verfolgt sie eine Solokarriere nicht nur als charismatische Sängerin und Tänzerin, sondern auch als Filmschauspielerin. Auf Beyoncé greift nun Stefan Panhans zurück, wenn er seine aktuelle Ausstellung bei Bühlers in der Fürther Königswarterstraße – Vernissage, beziehungsweise Preview, ist am heutigen Donnerstagabend um 19 Uhr; Carla Orthen wird eine Einführung halten – „The best ones make you feel as fearless as Beyoncé“ betitelt.

 

So hat Panhans eine Videoarbeit aus diesem Jahr genannt, eine gute Viertelstunde lang, bei der es sich laut Mitteilung der Galerie um einen „atemlosen, vibrierenden, fast psychedelischen, nächtlichen Trip durch das verwilderte Innere eines Geländewagens“ handelt, der „über und über chaotisch bepackt ist mit allerlei Ausrüstungsgegenständen für sportliche Outdoor-Freizeit Aktivitäten, nostalgischen, folkloristischen und esoterischen Objekten, Bergkristallen, Fantasy-Waffenattrappen aus Computerspielen, Fetzen von Verpackungszelophan sowie, zum Beispiel, überall verstreuten Kreatinpräparaten zum Muskelaufbau, einem Katalog eines exklusiven Weinversands, dem Holzgriff einer großen Axt, verschiedenen High-Tech Turnschuhen“ und anderen Dingen mehr. Das alles wird aufgenommen von einer unaufhörlich vor sich hin sprechenden Person, die der Betrachter allerdings nie zu Gesicht bekommt. Zum katharsischen Ende erklingt dann urplötzlich ein von einem Klavier begleitetes (Liebes-)Lied.

 

In seinem Schaffen geht Panhans der Frage nach, wie sich die (neuen) Medien auf unser Selbstverständnis auswirken. Bei diesen Medien, bei Chats, bei Blogs und bei Facebook, bedient sich Panhans denn auch und lässt zudem auch die längst wahnsinnigen Welten des Konsums, des Gesundheitsmarktes und des Showgeschäfts nicht außen vor. Der Video- und Photokünstler ist 1967 in Hattingen an der Ruhr geboren und lebt und arbeitet in Hamburg, dessen Kunsthochschule er besuchte, in Berlin und anderswo. In Fürth zu sehen sind neben „Beyoncé“ noch „Noch ein Sportstück“ von 2014, das sich naturgemäß auf Elfriede Jelinek bezieht und als eine Art „Ballet Mécanique“ daherkommt. Und wer dabei an George Antheil, an Fernand Léger und Man Ray denkt, dürfte so falsch nicht liegen. Auch eine ältere Arbeit ist vertreten, „Sieben bis zehn Millionen“, aus dem Jahre 2005. Man gehe hin und schaue sich das einmal an. Dürfte spannend werden.

Jürgen Gräßer
24.09.2015

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