Seelenkunde in Fürth

ARTroom zeigt Anne Kammermeier

Seelenkunde in Fürth

Sie möchte – in ihrem künstlerischen Tun – das Schöne, das Geheimnisvolle, das Unheimliche entdecken, die aus Regensburg gebürtige Anne Kammermeier. „Wenn ich male“, sagt die inzwischen in Berlin lebende, an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg bei dem „blauen Reuter“ (Professor Hans Peter Reuter) ausgebildete Dreißigjährige, „fangen die Figuren an, ein Eigenleben zu entwickeln.“ Das glaubt man ihr gern, das führt ein Blick auf die unter dem Titel „inner strength“ versammelten Arbeiten (zumeist Acryl auf Leinwand, bisweilen auch in Mischtechnik), die noch bis zum 23. August in der Fürther Galerie ARTroom zu sehen sind, aufs Schönste vor Augen. Und Kammermeier ergänzt: „Ich male innere Zustände, Gefühle und die Psyche, um sie sichtbar zu machen und gleichzeitig unsichtbar in ihrem Mysterium zu belassen.“

 

Von ihren Gefühlen kommt Kammermeiers Impetus, kreativ zu werden, von ihrem Seelenleben rührt der Impuls, Kunst auf die ihr eigene Art entstehen zu lassen. Das Unbewusste, auch Träume (mit beidem hat sich bekanntermaßen Sigmund Freud auseinandergesetzt, dessen Enkel Lucian Freud, vor drei Sommern in London verstorben, zu den Großen britischen Malern zählt; dessen Tochter Esther wiederum macht in ihren Romanen immer wieder die Kunst zum Thema, etwa in „Das Haus am Meer“ von 2003) und Phantasien holt Kammermeier in unsere sinnliche Wirklichkeit und macht sie dem Betrachter sichtbar.

 

Vertreter der Seele auf Kammermeiers tief bewegenden Kunstwerken sind zarte, mithin verletzbare, kindliche Wesen, von denen zugleich aber eine immense innere Stärke (daher der Ausstellungstitel) ausgeht. Und die sich, man muss sich nur intensiv genug mit den Gemälden befassen, auch auf den betrachtenden Besucher überträgt.

 

Markus Stoiber und Rainer Schott von ARTroom ist es zu danken, Anne Kammermeier, die bis vor einem Jahr noch in Nürnberg lebte und arbeitete, ins Fränkische zurückgeholt zu haben. Die Galerie in der Fürther Gebhardtstraße 2 hat von Dienstag bis Freitag zwischen 16 Uhr und 20 Uhr geöffnet, samstags von 15 Uhr bis 19 Uhr. Unter der Mobilnummer 0151 25225990 lassen sich zudem mit Stoiber, unter 0151 61110226 mit Schott weitere Besichtigungstermine vereinbaren.

 

Fotos Copyright © Rainer Schott, ARTroom

 

 

Jürgen Gräßer
29.07.2014

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