Viel Lärm und nichts um die Nachfolge am E.T.A.-Hoffmann-Theater?

Bald-Intendantin Sibylle Broll-Pape im Gespräch mit ART. 5|III

Viel Lärm und nichts um die Nachfolge am E.T.A.-Hoffmann-Theater?

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und munden dürfte, was von der Spielzeit 2015/2016 an den Besuchern des E.T.A.-Hoffmann-Theaters Bamberg geboten werden wird, zumindest insofern, als es ja heißt, dass Abwechslung Freude mache. Dem Haus wird dann nämlich Sibylle Broll-Pape vorstehen (oder, um im Bild zu bleiben, am Schillerplatz am Herd). Die Nachricht, dass die Gründerin und Leiterin des Bochumer Prinz-Regent-Theaters von der Ruhr an die Regnitz geht, schlug allerdings manch einem auf den Magen. Auch Mitgliedern des Ensembles. Denn von den von Rainer Lewandowski verpflichteten Schauspielern darf weniger als eine Handvoll bei Broll-Pape bleiben. Dabei ist dergleichen – neuer Intendant, fast komplett neues Ensemble, neue Mitarbeiter auch in der Technik, in der Schneiderei und in anderen Abteilungen – in der Theaterbranche üblich. Nur, dass man es in Bamberg, wo Lewandowski seit über einem Vierteljahrhundert das (Reclam-)Heft in der Hand hält, nicht kennt. Und für entsprechend viel Wind und bisweilen durchaus heftige Empörung sorgt. Die Diskussion in der Tagespresse und im Internet hat ART.5/III verfolgt, ab und an auch kopfschüttelnd. Die baldige Bamberg-Intendantin und den zweiten Bürgermeister, den Kultur-, Schul- und Sportreferenten Dr. Christian Lange, trafen Herausgeber Ludwig Märthesheimer und Chefredakteur Jürgen Gräßer zu einem klärenden Gespräch über die aktuelle Situation und zukünftige Pläne.

 

Interview:

 

ART. 5|III: Wir freuen uns, dass Sie, werte Frau Broll-Pape, den weiten Weg aus Bochum auf sich genommen haben. Zum Auftakt würden wir Sie gern um die ein oder andere persönliche Information bitten, die nicht so leicht dem Netz oder den Medien zu entnehmen ist und für unsere Leser von Interesse sein könnte.

 

Sibylle Broll-Pape: Über mich selbst? Ach, um Gottes willen, nein. Ich glaube, ich selber bin auch gar nicht so wahnsinnig interessant. Also ich glaube, es geht ums Theater, oder? Und da begreife ich mich als Teil eines Teams. Es ist eine Mannschaft die im Theater tätig sein wird und das interessante ist jetzt, diese Mannschaft zusammenzustellen. Das ist eigentlich das, was ich im Augenblick tue.

 

ART. 5|III: Waren Sie denn mit dem Bamberger Haus schon vertraut, ehe sie sich hier beworben und vorgestellt haben? Haben Sie vorher Aufführungen besucht?

 

Sibylle Broll-Pape: Nein, das habe ich nicht. Ich habe seinerzeit die Ausschreibung gelesen, bin dann hergefahren und habe mir die Stadt angeschaut und das Theater, das ist richtig. Das Theater in dem Augenblick aber nur von außen. Ich dachte, Bamberg ist eine sehr schöne Stadt und es würde mich schon interessieren, für diese Stadt und mit dieser Stadt Theater zu machen. Es war mein erster Besuch in Bamberg überhaupt.

 

ART. 5|III: Das Prinz-Regent-Theater in Bochum ist ja so eine Art Lebenswerk von Ihnen. Gibt es irgendeinen besonderen Grund, warum Sie überhaupt auf eine Ausschreibung reagiert haben?

 

Sibylle Broll-Pape: Na ja, wie soll ich das sagen. Ich glaube, es ist schon so, dass ich vorhatte, mich nochmal in eine andere Richtung weiterzuentwickeln. Als ich das Theater in Bochum gegründet habe – und das ist ja nun auch schon einundzwanzig Jahre her – hatte ich genaue Vorstellungen: Wo will ich hin? Und im Prinzip bin ich da angekommen. Mir ist es aber zu früh, jetzt schon aufzuhören. Das Bochumer Prinz-Regent-Theater jetzt „nur noch“ auf diesem Level zu halten, das ist mir zu wenig. Wenn man Künstler ist, will man mehr. Deshalb dachte ich, jetzt muss ich mich noch einmal umorientieren und gebe dabei „mein Theater“ in Bochum in andere, jüngere Hände weiter . Ich finde eben auch, dass dies ganz interessant ist, wenn da jetzt jemand Jüngeres reinkommt und nochmal seine eigenen Vorstellungen von Theater verwirklicht. Das merke ich auch schon. Es kommen ganz neue Impulse. Manchmal auch alte, wo ich denke: Nun ja, da bin ich schon mit gescheitert. Aber egal: Lass sie mal machen! Vielleicht klappt das bei ihr. Momentan finde ich ganz interessant.

 

ART. 5|III: Das heißt, Sie haben schon eine Nachfolgerin?

 

Sibylle Broll-Pape: Ich habe schon eine Nachfolgerin, ja.

 

ART. 5|III: Aus dem Bestand? Oder haben Sie das über eine Ausschreibung gemacht?

 

Sibylle Broll-Pape: Das haben wir auch über eine Ausschreibung gemacht, ja. Es ist jemand geworden, die schon mal bei uns gearbeitet hat. Die Entscheidung hat der Theaterverein getroffen, der ja Träger des Bochumer Prinzregenttheaters ist. (Anm. der Redaktion: Die neue Intendantin in Bochum wird die 34-jährige Romy Schmidt)

 

ART. 5|III: Ihr Vorgänger Rainer Lewandowski hat in den ersten siebzehn Jahren als Intendant 57 eigene Werke auf die Bamberger Bühne gebracht. Da kann man tatsächlich von „seinem Haus“ sprechen. Sie selbst schreiben keine Stücke, aber Sie inszenieren auch. In Bochum beispielsweise „Kabale und Liebe“, Shakespeares „Othello“ und Yasmin Rezas „Kunst“.

 

Sibylle Broll-Pape: Das ist eigentlich meine Hauptaufgabe, zu inszenieren. Ich habe auch an anderen Häusern inszeniert. Also mein Beruf ist Regisseur. Intendant erlernt man ja nicht. Das wird man quasi mit der Erfahrung . Aber meine Profession ist eigentlich Regisseurin und ich werde natürlich hier in Bamberg auch Regie führen und sicherlich das Haus auch in dieser Hinsicht sehr prägen.

 

ART. 5|III: Aber eben keine eigenen Stücke inszenieren.

 

Sibylle Broll-Pape: Nein, schreiben werde ich nicht.

 

ART. 5|III: Das haben Sie auch nicht vor?

 

Sibylle Broll-Pape: Nein, das habe ich auch nicht vor! Das ist nicht meine Stärke, und wenn man da keine Stärke hat, dann sollte man das auch einfach nicht tun.

 

ART. 5|III: Das Bochumer Haus ist ja doch sehr klein. Am Prinz-Regent-Theater haben Sie fünf feste Mitarbeiter, in Bamberg ein Vielfaches mehr.

 

Sibylle Broll-Pape: Naja. Ja, aber ich habe immer ein sehr großes flottierendes Ensemble. Also ich habe allein achtundzwanzig bis dreißig Schauspieler, mit denen ich in unterschiedlichen Produktionen arbeite. Das ist schon mehr, als das hiesige Ensemble. Und es gibt halt sehr viele, naja, so Kleinstmitarbeiter. Es ist doch klar. Das Prinz-Regent-Theater ist ja auf einer privaten Basis aufgebaut und arbeitet sehr viel mit 450-Euro-Stellen und auch mit Studenten. Insofern ist es sehr viel heterogenen und kleinteiliger. Die zusammenzukriegen und zu motivieren ist nicht unbedingt leichter [als das, was mich in Bamberg erwartet].

 

ART. 5|III: Betreiben Sie das Theater in Bochum wirtschaftlich?

 

Sibylle Broll-Pape: Ja.

 

ART. 5|III: Bekommen Sie Zuschüsse?

 

Sibylle Broll-Pape: Ja, das Theater erhält Zuschüsse vom Land und von der Stadt. Auch dafür, also das Geschäftliche, war/bin ich verantwortlich. Das habe ich alles selbst gemacht. Ich kann also Wirtschaftspläne, Bilanzen und solche Dinge lesen.

 

ART. 5|III: Sie betonen das sehr stark, warum?

 

Sibylle Broll-Pape: Es heißt ja oft, derjenige, der Kunst macht, kennt sich mit der geschäftlichen Seite nicht aus. Das stimmt nicht. Eine Intendantin sollte sich auch auf das Geschäftliche verstehen. So sehe ich das jedenfalls.

 

ART. 5|III: Wir auch. Kommen wir zum Auswahlprozess. Sie waren ja zu Gesprächen hier, sind der Findungskommission vorgestellt worden. Wie haben Sie das empfunden?

 

Sibylle Broll-Pape: Es war das übliche Prozedere, wie an anderen Häusern auch. Man wird von der Findungskommission aus einer Menge von Bewerben ausgesucht und eingeladen. Es waren noch sechs oder sieben, die dann hier vorgesprochen haben. Ich fand dieses Gespräch mit sehr aufgeschlossenen Menschen, die sich sehr interessiert haben, sehr angenehm. Ich dachte: Ja, das passt. Die Chemie stimmt. Aber dazu können vielleicht besser Sie, Herr Lange, etwas sagen?

 

Dr. Christian Lange: Wir machen grundsätzlich ein transparentes Verfahren. Das heißt, der Stadtrat setzt eine Kommission ein, die zusammengesetzt ist aus den Vertretern der Fraktionen. Wir haben noch externen Sachverstand aus München hinzugeholt. Zum anderen war auch der hiesige Theaterverein eingebunden, zwar nicht mit Stimmrecht, aber in beratender Funktion, um die Entscheidung breit abzusichern. Die Entscheidung ist dann sehr einhellig gefallen und in die entsprechenden Stadtratsgremien eingeflossen. Die Gremien haben Frau Broll-Pape auch einstimmig gewählt. Das möchte ich angesichts mancher Äußerungen nochmals betonen: Hier sitzt jemand, der einstimmig vom Stadtrat gewählt worden ist. Uns war es wichtig – ich selbst war nur am Rande als Vertreter meiner Fraktion beteiligt, die Verantwortung hatte damals noch mein Vorgänger im Amt, Werner Hipelius – ein möglichst offenes und transparentes Bewerbungsverfahren zu machen. Deswegen auch die breite Einbindung des Stadtrates, der fortwährend informiert worden ist. Die Grundzüge des Arbeitsvertrages zum Beispiel sind im Personalsenat verabschiedet worden, die Wahl als solche war eine einstimmige Wahl in einer Vollsitzung. Ich bin Frau Broll-Pape sehr dankbar, dass sie auch im Juli extra nach Bamberg gekommen ist, zu einer Art Sondersitzung des Kuratoriums. Sie hatte dabei die Möglichkeit, ihre Vorstellungen mit einzubringen. Ich kann aus unserer Sicht immer wieder nur sagen: Es war ein ganz normales Verfahren, das möglichst transparent und breit aufgestellt vollzogen worden ist unter größtmöglicher Beteiligung des Bamberger Stadtrats.

 

Sibylle Broll-Pape: Eben. Ich hatte da keinerlei Zweifel daran. Sie spielen vermutlich darauf an, dass so etwas wie eine negative Stimmung im Raum ist durch diese Nichtverlängerung mancher Verträge. Das ist aber eine ganz normale Angelegenheit. Dass man dann anfängt zu sagen: „Ist das überhaupt richtig, dass die da ist?“, das finde ich auch normal. Das wird alles wieder runterkochen. Das ist das Prozedere in solchen Momenten. Ich sehe das nicht so kritisch.

 

ART. 5|III: Können Sie das etwas ausführen?

 

Sibylle Broll-Pape: Es sind einige Verträge nicht verlängert worden, das ist aber, wie gesagt, relativ normal. Ich bin der Kopf des Hauses, aber nicht der gesamte Körper. Ich muss im Augenblick ein Team bilden, mit dem ich die nächsten Jahre hier Theater machen will. Und da bringt man eigene Menschen mit, da sucht man sich Leute, die in Sachen Kunst auf einer Schiene sind mit mir, die die gleiche Vorstellung von Theater haben. Es ist immer so, und das weiß man als Theaterschaffender: Es kommt ein neuer Intendant, und dann wird zum größten Teil ausgetauscht. Hier kennt man das natürlich nicht, weil seit fünfundzwanzig Jahren nichts geändert wurde. Deswegen ist das schon klar, dass das hier eher unbekannt ist.

 

Dr. Christian Lange: Frau Broll-Pape ist vom nächsten Jahr an auch eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Deshalb habe ich gesagt, dass wir das Gespräch hier sehr gern gemeinsam führen. Und ich möchte nochmal sagen, und dafür werbe ich auch: Sie ist vom Stadtrat einstimmig gewählt worden, und es ist unsere Aufgabe als Verwaltung, sie jetzt bestmöglich zu unterstützen, um einen guten Start zu haben. Für uns ist die künstlerische Freiheit ein wichtiger Grundsatz, da bin ich auch mit dem Oberbürgermeister auf einer Linie. Das ist ein ganz, ganz hohes Gut. Da redet Kommunalpolitik nicht hinein. Und auch ich nicht als Kulturreferent. Wir vertrauen Frau Broll-Pape, dass sie sich im künstlerischen Bereich eine Mannschaft zusammenstellt, mit der sie erfolgreich Theater in Bamberg führt. Das kommentieren wir weder, noch reden wir da hinein. Wir respektieren hier einfach die künstlerische Freiheit.

Umgekehrt ist es unsere Aufgabe, im technisch-administrativen Bereich und in den politischen Gremien jetzt alles dafür zu tun, dass erstens die jetzt laufende Spielzeit von Rainer Lewandowski eine gelungene letzte Spielzeit wird. Genauso werbe ich und setzte mich auch mit aller Kraft zweitens dafür ein, dass Frau Broll-Pape dann in der Spielzeit 2015/2016 einen guten Start hat. Das ist unsere Position und daran arbeiten wir.

 

 

ART. 5|III: Ist es nicht schwierig, die neue Spielzeit, ein neues Programm auf die Beine zu stellen, die Aufgabe heute schon zu sehen? Wir sind neugierig darauf, was Sie vorhaben.

 

Sibylle Broll-Pape: So ist es. Je mehr wir das Team zusammen haben, je genauer wir wissen, was für einen Spielplan wir machen werden, umso interessanter wird das, das ist klar. Am liebsten wäre ich jetzt schon die ganze Zeit hier und würde unentwegt in der Stadt umhergehen und mit allen Leuten sprechen. Das wäre das, was ich eigentlich am liebsten täte. Kann ich aber leider nicht. Ich habe ja leider Gottes noch kein ganzes Vorbereitungsjahr hier. Ich habe ja noch den anderen Beruf in Bochum und kann das Theater dort nicht einfach allein lassen.

 

ART. 5|III: Haben Sie wenigstens ein paar Wochen oder Monate reine Vorbereitungszeit auf Bamberg? Können Sie sich schon richtig vorbereiten auf Bamberg, obwohl Herr Lewandowski vielleicht zu dieser Zeit noch da ist? Uns ist schon klar, dass das schwierig ist. Schließlich kann man so eine Position nicht am 1. August starten und am 2. August die Spielzeit beginnen.

 

Sibylle Broll-Pape: Nein, nein. Wir müssen ja schon im Juli vorproben. Das heißt, das gesamte Team ist dann schon da, dann muss schon gearbeitet werden. Das ist in dem Haus natürlich eine schwierige Situation, weil auf der einen Seite dann die Caldéron-Festspiele sind, auf der anderen fangen wir schon an zu proben, und auf der dritten sitzt da die Sommer Oper im Haus. Das ist gerade eine riesige logistische Herausforderung, dies alles zu koordinieren. Da kommt gerade sehr viel zusammen. Ich neige nicht zur Angst, aber es ist schon so, dass ich mir denke: Es könnte leichter sein.

 

 

ART. 5|III: Werden Sie die Caldéron-Spiele fortführen?

 

Sibylle Broll-Pape: Die wird es in jedem Fall weiterhin geben.

 

ART. 5|III: Und die Sommer Oper?

 

Sibylle Broll-Pape: Das muss man dann sehen. Da muss ich nochmal mit Till Fabian-Weser reden. Oper ist sowieso meine große Leidenschaft. Deshalb würde ich sagen, das kann alles so sein, aber ich möchte es jetzt noch nicht hundertprozentig festschreiben. Es hängt auch – unter anderem – an den Finanzen. Das muss man ganz klar so formulieren.

 

ART. 5|III: Sie haben ja oft mit den Bochumer Symphonikern zusammengearbeitet, etwa „Die schöne Magelone“ von Brahms gemacht und „Peter und der Wolf“.

 

Sibylle Broll-Pape: Ja, aber auch Michael Nyman und Philip Glass, und auch ältere Sachen, Pergolesi etwa. Also daran arbeiten wir. Das möchte ich eigentlich hier auch peu à peu bringen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, in dieser Richtung weiter zu arbeiten.

 

ART. 5|III: Wir würden trotzdem gern nochmal zurück zu dem Thema Intendantenwechsel und Personal kommen. Gibt es denn schon konkrete Zahlen? Wieviel Leute bleiben denn?

 

Sibylle Broll-Pape: Von den Schauspielern bleiben vier.

 

ART. 5|III: Und wie komplett ist ihr neues Team im Bereich Schauspiel schon?

 

Sibylle Broll-Pape: Mir fehlen noch zwei oder drei. Für das neue Team sind welche aus Bochum mitgekommen, es gibt auch welche, die noch ganz neu gerade von den Schauspielschulen kommen. Es ist sehr, sehr unterschiedlich zusammengesetzt.

 

ART. 5|III: Das heißt, Sie haben Ihre Netzwerke genutzt?

 

Sibylle Broll-Pape: Genau so ist es, ja.

 

ART. 5|III: Haben Sie die Befürchtung, dass sich diese Ensemble-Wechsel-Diskussion negativ auf die Besucherzahl auswirken wird, dass beispielsweise die Abonnements zurückgehen?

 

Dr. Christian Lange: Im Moment haben wir acht Abo-Kündigungen. Acht haben das Abonnement explizit gekündigt. Acht von zweitausend. Das ist der Stand von Ende November.

 

ART. 5|III: Es ist ja wohl auch so, dass die Neugier auf die neue Kraft existiert.

 

Sibylle Broll-Pape: Das glaube ich ehrlich gesagt auch.

 

Dr. Christian Lange: Es sagen auch viele, dass sie ganz gespannt sind und sich ein Abo kaufen werden. Insofern muss man bitte auch die Zahlen immer ein bisschen relativieren. Ich denke, wir werden eine vernünftige Aussage treffen können, wenn der neue Spielplan feststeht.

 

Sibylle Broll-Pape: Es gilt erst einmal, abzuwarten. Das verstehe ich schon auch. Man muss sich eben erst einmal beweisen. Es kann schon sein, dass es in der ersten Zeit ein paar Theaterbesucher weniger geben wird. Warum nicht? Ich hoffe es natürlich nicht, aber das schreckt mich nicht wirklich. Denn ich weiß, dass ich es auf Dauer auf jeden Fall hinbekommen werde.

 

Dr. Christian Lange: Es gibt auch, wie ich von Siegmar Walter, dem Vorsitzenden des Theatervereins, weiß, Leute, die sagen, dass sie gespannt sind und jetzt ganz bewusst kommen, weil ein Intendantenwechsel stattfindet. Ich selbst kann nur sagen: Jetzt werben wir erst einmal dafür, was Frau Broll-Pape in Bamberg präsentieren wird. Und nach einer Spielzeit kann man dann Bilanz ziehen.

 

ART. 5|III: Im Zusammenhang mit den Nichtverlängerungen der Verträge fiel ja auch des öfteren das Wort Abfindungen. Wie verhält es sich denn nun grundsätzlich damit? Müssen Abfindungen an die ausscheidenden Ensemblemitglieder gezahlt werden?

 

Sibylle Broll-Pape: Der Tarifvertrag Bühne sieht durchaus Abfindungen vor, aber nur unter gewissen Voraussetzungen unter anderen, dass sich der Betroffene erkennbar um eine andere Stelle bemüht haben muss, und doch keine findet. Das gilt allerdings nicht für Leute, die erst eine Spielzeit da waren. Die Abfindungshöhe staffelt sich eben, je länger man beschäftigt war..

 

Dr. Christian Lange: Wir sind an den Tarifvertrag Bühne gebunden, der das alles ganz genau regelt. Deswegen ist es auch so, dass mögliche Abfindungszahlungen erst das Theaterbudget für das Jahr 2016 berühren. Auf den laufenden Betrieb 2015 werden diese erst einmal keine Auswirkungen haben. Das ist eine Frage, die man zu gegebener Zeit diskutieren wird. Jetzt steht der Haushalt der Stadt Bamberg im Mittelpunkt. Der Haushalt wird jetzt im Finanzsenat vorbereitet und nächste Woche ist dann die Vollsitzung. Frau Broll-Pape haben wir in der internen Verwaltungsbesprechung zwischen dem Referat und der Kämmerei schon mit hinzugenommen. Es ist eine besondere Situation. Sie muss ja die Spielzeit hier bereits planen, ehe ihr offizieller Vertrag beginnt. Sie muss das Ensemble zusammenstellen, sie muss sich vielleicht überlegen, was für einen Sachaufwand sie betreiben möchte und dergleichen. Das ist wirklich eine besondere Situation, in welcher wir beim Stadtrat dafür geworben haben, uns zu unterstützen. Ich kann aber heute noch nichts vorwegnehmen.

 

ART. 5|III: Das Thema Abfindungen dürfte Sie sicherlich beschäftigen, gibt es doch einige Schauspieler die schon längere Zeit dem Ensemble angehörten was, dem Tarifvertrag zufolge, womöglich doch zu Abfindungen führen wird. Aber unsere eigentliche Frage: Gibt die Stadt, geben vielleicht auch Sie, den Schauspielern eine Art Hilfestellung, wie es denn nun weitergehen kann für sie? In der Wirtschaft benutzt man hierfür den Begriff „Outplacement-Beratung“.

 

Sibylle Broll-Pape: Das hat Herr Lewandowski schon sehr schön gemacht. Das weiß ich von Kollegen. Er hat die Nachricht, dass sein Ensemble frei wird, überall verbreitet. Er hat sehr schöne Setkarten für die einzelnen Schauspieler gemacht und an andere Intendanten in der Republik geschickt, damit diese nach Bamberg kommen und sich die Schauspieler ansehen. Dieser Prozess läuft bereits. Manche hatten schon ihr Vorsprechen. Im Augenblick wird das alles noch heißer gekocht, als es später gegessen wird. Zunächst ist der Schock groß, aber ich glaube auch, dass der ein oder andere nicht böse sein wird, wenn er mal etwas anderes machen darf, woanders spielen kann.

 

Dr. Christian Lange: Herr Lewandowski hat es so gehalten, dass er über die Jahre hinweg immer mal sukzessive nicht verlängert hat. Manche Schauspieler haben auch von sich aus gesagt, dass sie den Wechsel erstreben. Jetzt haben wir eben die Situation, dass etwas ganz geballt, dass etwas einmalig passiert. Weil wir jetzt – das muss man wirklich sagen – nach Jahrzehnten am E.T.A.-Hoffmann-Theater einen Intendantenwechsel haben. Das sind die Bamberger nicht gewohnt. Deswegen kann man nur nochmal dafür werben, diesen Prozess auch aktiv mitzugestalten, den neuen Weg mitzugehen und nach einer Spielzeit dann Bilanz zu ziehen.

 

ART. 5|III: Haben Sie in Bochum auch den ein oder anderen Schauspieler ausgetauscht? Wie haben Sie es mit Wechseln während Ihrer Zeit am Prinz-Regent-Theater gehalten?

 

Sibylle Broll-Pape: Ich hatte ja immer nur Honorarkräfte. Ich habe nur mit Gastensembles, mit Gastschauspielern gearbeitet. Ich hatte in Bochum die Situation, wie wir sie im Ausland haben. Deutschland ist ja in dieser Hinsicht das Paradies für Schauspieler, weil wir hier Festverträge haben. Das gibt es sonst nirgends. Anderswo arbeiten die Schauspieler nur auf Honorarbasis. Das heißt, man wird für ein einziges Stück engagiert, kriegt ein gewisses Probengeld, bekommt Abendgagen. Fertig.

 

ART. 5|III: In Bochum gab es also keine festen Verträge?

 

Sibylle Broll-Pape: Nein. Das wäre auch gar nicht möglich gewesen. Das Bochumer Haus hatte nicht so viel Mittel, dass wir da irgendwie fest hätten anstellen können. Ich habe das ja von null aufgebaut. Wir haben mit null Geld angefangen. Mit nichts. Das möchte ich jetzt nicht nochmal machen müssen. Dafür haben wir mit dem Prinz-Regent neben dem Bochumer Schauspielhaus ein weiteres inzwischen wirklich etabliertes Theater. Das ist schon toll. Das haben wir schon geschafft. Und dafür kann man sich wirklich einmal auf die Schulter klopfen.

 

Dr. Christian Lange: Das war ja von Seiten des Stadtrates mit ein Grund bei der Verpflichtung von Frau Broll-Pape. Wir haben uns gesagt: Hier hat jemand ein Theater aufgebaut und erfolgreich geführt. Das war ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl.

 

ART. 5|III: Waren Sie eigentlich die einzige Frau, die sich beworben hat?

 

Sibylle Broll-Pape: Das weiß ich nicht.

 

Dr. Christian Lange: Ich bitte um Verständnis, wenn ich zu den Bewerbungen nichts Näheres sagen darf.

 

Sibylle Broll-Pape: Ich finde es trotzdem sehr schön, dass man sich hier einmal für eine Frau entschieden hat. Ganz unabhängig von meiner Person.

 

Dr. Christian Lange: Wir haben jetzt gerade im Bamberger Kulturbereich doch viele weibliche Führungskräfte. Das jüngste Beispiel ist die VHS-Leiterin, Dr. Anna Scherbaum. Da sie zwei Kinder hat, ist das ein klares Signal in Richtung Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für die ich mich immer eingesetzt habe. Aber was ich ergänzend dazu sagen möchte: Das Theater in Bamberg ist ja ein kommunales, ein städtisches Haus. Das heißt, die Intendantin ist verantwortlich für den künstlerischen Bereich. Den gestaltet sie, das ist die Aufgabe von Frau Broll-Pape. Und wir setzen das Vertrauen in sie. Den technisch-administrativen Bereich hingegen übernehmen wir. Dieser obliegt dem Verwaltungsleiter Dieter Strattner. Mit Herrn Strattner gibt es ja einen ganz engen Austausch. Und ich bin als Kulturreferent dann sozusagen das Bindeglied zwischen den beiden, zwischen Intendantin und Verwaltungsleiter.

 

ART. 5|III: Man hält Ihnen, Frau Broll-Pape, sozusagen den Rücken frei von diesen administrativen Dingen. Finden Sie das gut?

 

Sibylle Broll-Pape: Ich mische mich eigentlich überall ganz gern mit ein. Ich bin es so gewöhnt, denn ich habe in Bochum alles selber gemacht. Auf der anderen Seite ist es ja auch gut, wenn ich mich jetzt um einige Dinge vielleicht gar nicht so sehr mehr kümmern muss. Letzten Endes glaube ich aber trotzdem, dass ich die Verantwortung für das gesamte Haus trage. Und das tue ich auch für jeden einzelnen Techniker, der da ist. Das heißt, ich spreche auch mit jedem. Ich kann das nicht einfach anderen überlassen. Geht ja gar nicht. Denn wir gehören ja alle zu einem großen Gesamtkunstprozess, Und da brauche ich die Unterstützung aller. Über Gehaltsverhandlungen kann ich nicht mit denen reden, das ist richtig. Aber über alles andere schon. Und ansonsten würde ich mich immer auch für sie einsetzen. Weil ich finde, dass die Leute, die im Augenblick da sind, so wie ich sie erlebt habe, alle sehr gute Arbeit machen und sehr motiviert sind. Ich freue mich wirklich schon jetzt darauf, mit denen etwas zusammen zu machen. Ich hoffe, dass das Verhältnis weiterhin so gut bleiben wird.

 

Dr. Christian Lange: Der künstlerische Bereich ist natürlich der, der die Akzente setzt, und der administrative ist der begleitende, der unterstützende Bereich.

 

Sibylle Broll-Pape: Dadurch, dass das Theater sozusagen als Amt der Stadt da ist, schaue ich auf Wirtschaftspläne und denke mir: „Was ist das denn? Warum geht denn das ganze Geld da und dort hin? Wir brauche es doch an ganz anderer Stelle!“ Und dann geht die Diskussion natürlich los: „Nein, das können wir nicht so machen.“ Warum nicht?

 

Dr. Christian Lange: Kommunale Haushalte.

 

Sibylle Broll-Pape: Nun ja. Aber ich finde, dass man sich doch auch in den Kommunen einmal ein bisschen bewegen könnte, oder? Auf jeden Fall werde ich nicht diejenige sein, die immer abwartet. Sondern ich werde schon versuchen, Sie, Herr Lange, in eine andere Richtung zu schubsen. Das ist doch klar. Ob das jetzt klappt oder nicht. Aber man muss es wenigstens versuchen. Sonst ändert man nie etwas.

 

ART. 5|III: Eine Frage noch zur freien Szene. Wenn jetzt das Angebot an frei werdenden Schauspielern nicht dazu führt, dass diese neu angestellt werden, gibt es ja nicht nur in Bamberg sondern auch andernorts Tendenzen, dass freie Ensembles ins Leben gerufen werden. Könnten Sie sich das als eine Art Stolperstein vorstellen? Denken wir zum Beispiel an das Theater im Gärtnerviertel, das in diesem Jahr gegründet wurde.

 

Sibylle Broll-Pape: Nein, im Gegenteil. Ich finde das eigentlich gut. Je mehr Theater in der Stadt ist, desto besser! Das habe ich in Bochum ja schließlich auch erlebt, wo ich gegen ein sehr, sehr, sehr großes Schauspielhaus gestanden habe und wo es nach unserem Prinz-Regent noch eine weitere Theaterneugründung gab. Je mehr man gemacht hat für Theater, desto größer war die Stimmung für Theater. Ich empfinde das durchwegs positiv.

 

Dr. Christian Lange: Diese Einschätzung teilen auch wir seitens der Stadt. Wir haben ja noch über das Theater im Gärtnerviertel hinaus unser Brentano-Theater, wir haben das Theater am Michelsberg, wir haben das Kinder- und Jugendtheater Chapeau Claque, wir haben jetzt neu Martin Neubauer auf der Altenburg. Wir vertreten die gleiche Auffassung, wie Frau Broll-Pape sie darstellt: Je mehr Bewusstsein für Theater da ist, umso schöner ist es. Wir wollen das ja auch ganz intensiv einbinden zum Beispiel in „1000 Jahre Michelsberg“, wo wir das Ziel verfolgen, dieses Kulturfestival mit heimischen, in Bamberg angesiedelten Kunstschaffenden gemeinsam zu gestalten. Es muss ein Miteinander sein. Ich glaube, dass man gemeinsam mehr Interesse, mehr Bewusstsein für Theater in Bamberg überhaupt entwickeln kann. Und davon wird dann auch das E.T.A.-Hoffmann-Theater profitieren.

 

Sibylle Broll-Pape: Zumal, und das würde ich auch so sagen, das Haus am Schillerplatz ja nicht solistisch dasteht. Das ist etwas, was ich nicht verändern, aber doch modifizieren möchte: Ich möchte das Haus sehr, sehr offen gestalten. Ich möchte auf die Stadt zugehen, auf die Leute, die darin arbeiten, ob sozial oder künstlerisch oder in Bürgerinitiativen, wie auch immer. Ich werde sie zum Teil auch einladen. Einerseits also mit dem Theater raus-, andererseits reingehen. Sodass das E.T.A.-Hoffmann-Theater zu einem stärkeren Ort der innerstädtischen Kommunikation wird. Es geht mir schon – und explizit in der ersten Spielzeit – sehr, sehr, sehr stark um diese Stadt. Theater muss in der Stadt, mit der Stadt, für die Stadt gemacht werden. Ich meine, es ist das Theater der Leute hier, die bezahlen dafür.Also müssen die Bürger auch vorkommen dürfen. Sie müssen sich darin wiederfinden.

 

ART. 5|III: Sie bleiben weiterhin im Vorstand des Prinz-Regent-Theaters?

 

Sibylle Broll-Pape: Ich bleibe auf jeden Fall in dessen Verein, ja.

 

ART. 5|III: Aktiv oder passiv?

 

Sibylle Broll-Pape: Als Kassenprüfer oder so etwas in der Art, denn das kann ich ja immer noch recht locker von hier aus machen. Ich bin wahrscheinlich die einzige von allen Vereinsmitgliedern, die das richtig beherrscht [lacht]. Es reicht, wenn ich als Kassenprüferin einmal im Jahr vorbeifahre.

 

ART. 5|III: Kommen wir noch zum von Ihnen zu erwartenden Programm.

 

Sibylle Broll-Pape: Dazu möchte ich jetzt noch nicht viel sagen.

 

ART. 5|III: Etwas Generelles vielleicht? Sie haben in Bochum sehr viel Zeitgenössisches gemacht.

 

Sibylle Broll-Pape: Wir haben sicherlich einen Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Dramatik. Das wird auch hier so sein. Allerdings heißt das nicht, dass wir das andere nicht spielten. Das machen wir eben auch. Ich glaube, dass dies gerade in der Ergänzung sehr wichtig ist. Ich finde aber schon, dass man eben das Zeitgenössische nicht unterschlagen sollte, gerade wenn man sich mit der Jetztzeit, mit jetzigen Problemen auseinandersetzen möchte. Andererseits ist es natürlich spannend, die großen Stoffe eben auch daraufhin zu hinterfragen, auf ihre Jetztbezüge. In diesem Zusammenwirken glaube ich und hoffe ich, dass wir es schon schaffen werden, die Stadt auch wirklich zu erreichen.

 

ART. 5|III: Um dann doch einmal ein paar Namen anzuführen – Peter Turrini, Theresia Walser, John von Düffel, Moritz Rinke?

 

Sibylle Broll-Pape: Ja, ja. Das sind alles Namen, die im Laufe der Zeit auftauchen werden, wenn auch vielleicht nicht gleich in der ersten Spielzeit. Natürlich gibt es auch auf der Seite der Autoren einige Leute, mit denen ich häufiger gearbeitet habe. Es gibt jetzt aber auch noch viele neue, junge Autoren, die es noch zu entdecken gilt. Und da denke ich sowieso: Ganz gleich, wie, wir werden auch sehr viel mit ganz jungen Regisseuren arbeiten. Es geht wirklich darum, einerseits das Etablierte zu suchen und sehr versierte, renommierte Regisseure zu haben, dann aber wiederum auch ganz junge, die neuen Wind hineinbringen werden. Das kann auch mal schief gehen, muss ich Ihnen ehrlich sagen. Dieses Risiko muss man manchmal einfach eingehen in Kunstproduktionen. Es darf eben nicht mehr als einmal passieren, aber es ist schon interessant, andere Sichtweisen zu erleben. Und die Jungen gehen ja zum Teil wirklich schon ganz anders vor.

 

ART. 5|III: Wird das Ballett eine Rolle spielen?

 

Sibylle Broll-Pape: Wenn ich mir die Zuschauerzahl im letzten Jahr ansehe, würde ich erst einmal sagen: Nein. Mich wundert dieses doch recht geringe Interesse allerdings. Im Ruhrgebiet läuft Tanz sehr, sehr viel besser. Warum das hier jetzt nicht so toll angenommen worden ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich werde zumindest im ersten Jahr keinen Schwerpunkt auf den Tanz setzen. Mir geht es 2015/2016 ohnehin sehr stark darum, ein neues Ensemble mit neuen Menschen zu präsentieren. Und von denen tanzt keiner. Tanz könnte man hier nur als Gastspiel bringen. Wenn ich die Auslastungszahlen sehe, habe ich nicht das Gefühl, dass daran in Bamberg ein wirklich großes Interesse besteht.

 

ART. 5|III: Nun haben Sie als erste Reaktion nein zum Tanz gesagt, im Nebensatz aber, dass sie in diesem Bereich keinen Schwerpunkt setzen wollen. Ja oder nein?

 

Sibylle Broll-Pape: Nun ja, ich habe den Spielplan ja noch gar nicht fertig. Tanz ist jedenfalls definitiv nicht das Erste gewesen, worüber wir nachgedacht haben. Das wurde zunächst nach hinten geschoben. Wir machen erst unseren Schauspiel-Spielplan fertig, und dann bleibt ja die Frage, inwiefern wir ihn noch mit Gastspielen auffüllen. Wieviel Geld ist denn dafür noch da? So oft hängt es wirklich am Gelde!

 

ART. 5|III: Sind Sie denn über die freie Szene, über die wir bereits gesprochen haben, informiert, kennen Sie deren Protagonisten?

 

Sibylle Broll-Pape: Im Theater im Gärtnerviertel war ich schon mal. Und mit den Leuten von Chapeau Claque habe ich auch Kontakt aufgenommen, allerdings noch nichts gesehen. Grundsätzlich werde ich mich um die freie Szene kümmern und mir das alles auch ansehen. Im Gärtnerviertel habe ich schon eine Vorstellung besucht. Die Kömödie „Dreier“ von Jens Roselt. Das war interessant, im Bettenhaus, eine spannende Geschichte [lacht]. Es ist klasse, dass es so etwas geben kann. Mir hat das gezeigt, dass sich die Bamberger auch für solche Sachen interessieren. Das finde ich gut, das sollte man weitermachen.

 

ART. 5|III: Und wir sind gespannt, wie es unter und mit Ihnen am E.T.A.-Hoffmann-Theater weitergehen wird, werte Frau Broll-Pape. Besten Dank für das Gespräch und: Toi, toi, toi!

Jürgen Gräßer und Ludwig Märthesheimer
03.12.2014

Eure Meinung? Leserbrief verfassen